Viel Aufregung um Clarissa und ihre Minimalgarderobe

Von: Toni Dörflinger
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Unmoralische Verhalten im Hause Ventroux? Hochepaix (Friedel Recker, l.), Clarissa (Petra Leonhardt) und Ventroux (Reiner Leonhardt) überzeugten im Burghof-Theater mit einer amüsanten Vorstellung. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Clarissa (Petra Leonhardt) hat eine Vorliebe für Unterwäsche. Besonders bei heißen Temperaturen ist ihr diese Minimalgarderobe auch tagsüber unentbehrlich geworden. Kein Verständnis für dieses vermeintlich unmoralische Verhalten hat ihr sittenstrenger Gatte Ventroux (Reiner Leonhardt). Mit dem Stück „Lauf doch nicht splitternackt herum“ sorgen die Laienschauspieler des Burghof-Theaters für beste Unterhaltung.

Ventroux, der einen Ministerposten anstrebt, fürchtet einen Skandal und damit eine Beeinträchtigung seines geplanten gesellschaftlichen Aufstiegs.

Erstmals in Szene gesetzt wurde diese Geschichte, die unter dem Titel „Lauf doch nicht splitternackt herum“ eine Situation im Frankreich des Jahres 1900 beschreibt, am Wochenende vom Laienspielensemble des Burghof-Theaters an der Aachener Straße. Die Regie hatte nach altbewährter Tradition wieder Karin Graf übernommen. Wie schon so oft in der Vergangenheit gelang es der fünfköpfigen Truppe wieder, die Besucher mit humorvollen Szenen vorzüglich und abwechslungsreich zu unterhalten.

60-minütiger Einakter

Schließlich hielt die Handlung des Einakters, der mit einer Spielzeit von rund 60 Minuten daherkam, für die Gäste noch viele Überraschungen bereit. Denn Clarissa hat auch dann die Unterwäsche nicht gegen eine standesgemäße Empfangsgarderobe ausgetauscht, als Bürgermeister Hochepaix (Friedel Recker) seinem politischen Gegner Ventroux einen überraschenden Besuch abstattet. Doch Hochepaix, der in Ventroux einen Bündnispartner für die Einrichtung einer Bahnstation in seiner kleinen, auf dem Land gelegenen Heimatgemeinde sieht, gefällt der unschickliche Aufzug von Madame Clarissa: Lüstern beobachtet er die Szene und macht Clarissa den Hof. Diese kommt aber gar nicht dazu, ihrerseits die Avancen zu beantworten, weil sie plötzlich im Gesäß von einem schmerzhaften Wespenstich geplagt wird, dessen Entfernung der liebestolle Hochepaix übernehmen soll. Da Hochepaix sich aber weigert, ist nun De Jaival (Gerrit Maybaum) das „Opfer“, der als Klatschreporter unverhofft aufgetaucht war. Der Journalist, der seinen Lesern einen Exklusivbericht über den Besuch des Bürgermeisters bei seinem Konkurrenten bieten will, erledigt die Aufgabe mit Bravour.

Den Gästen gefiel die Aufführung. Lang anhaltender Beifall belohnte die Darstellungskunst der Laienspieltruppe um Karin Graf. Besonders positiv machte sich bemerkbar, dass die Schauspieler die kleine Bühne in zwei Bereiche aufgeteilt hatten. So war auf der linken Seite noch ein zusätzliches Podest platziert, wo sich das imaginäre Büro des Hausherren und Parlamentsabgeordneten Ventroux befand. Diese räumliche Gliederung brachte zusätzliche Bewegung in das amüsante Spiel. An diesem beteiligt war auch Wolfgang Furch – bestens aufgelegt in der Rolle des Butlers.

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