Vichttaler wollen mit der Krise fertig werden

Von: kol
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Blickt weiter optimistisch nach vorne: Vichttals Trainer Christian Ioannidis schätzt seine Mannschaft stark genug ein, auch am Ende ganz oben zu stehen. Foto: Eisenmenger

Stolberg. Der VfL Vichttal droht den Aufstieg in die Bezirksliga zu verspielen. Bis zur Winterpause drehte die Mannschaft einsam ihre Kreise an der Spitze der Kreisliga A. Mit 14 Siegen aus 17 Spielen - bei nur einer einzigen Niederlage - untermauerte das Team von Trainer Christian Ioannidis seine Ansprüche, Meister zu werden und in der kommenden Saison eine Klasse höher auf Punktejagd zu gehen.

Doch dann kam die Winterpause und das gut funktionierende Gefüge bekam die ersten Risse. Drei Niederlagen stehen in der Rückrunde schon zu Buche, seit Anfang März konnte der VfL nur zwei von sieben Spielen gewinnen. Die Tabellenführung droht den Vichttalern bei einem Roetgener Sieg schon am Sonntag zu entgleiten, doch das ist nicht das einzige Problem.

Am Donnerstag haben sich die Risse im Gefüge, die zuletzt nicht mehr zu übersehen waren, zu größeren Kratern ausgeweitet. Nicht nur das Spiel in Laurenzberg hat die Mannschaft verloren (2:3), sondern auch ihren Spielmacher Alija Pobric und ihren Torwart Michael Hamacher. Beide sahen wegen Tätlichkeiten die Rote Karte, beide werden in den kommenden Wochen gesperrt fehlen.

Doch wer Christian Ioannidis kennt, der weiß, dass der Trainer nicht zu denen gehört, die beim ersten kalten Luftzug die Fensterscheibe hochdrehen. Zwar fehlt ihm mit Torhüter Hamacher, Spielmacher Pobric, Innenverteidiger Oliver Thieme (Schienbeinbruch), Torjäger Jan Schlegelmilch (Kreuzbandriss) und nun noch auch Mittelfeldmann Agim Serifi (Bänderriss im letzten Spiel) eine komplette Achse, doch Ioannidis glaubt an die Stärke seines Kaders. „Die Leute, die noch übrig sind, müssen jetzt eine Schippe drauflegen”, sagt er und lässt keinen Zweifel daran, dass er das seinem (Rest-)Kader auch zutraut.

Am Wochenende hat der VfL nun frei, Zeit, sich über das zuletzt Geschehene gedanken zu machen. Immerhin hat der Verein, der seit seiner Fusion als eine Art Vorzeigeklub gilt, auch einen Ruf zu verlieren. Fünf Platzverweise in den letzten sieben Spielen sind da keine gute Visitenkarte.

„Dass wir damit nicht einverstanden sind, ist völlig klar”, sagt der Vorsitzende Michael Frey, der aber keine voreiligen Schlüsse ziehen will. „Wir waren schließlich alle mal Fußballer.” In Kürze wird das Thema allerdings Inhalt eines Gesprächs sein.

Immerhin aber hat die Mannschaft dem Verein seit dem Zusammenschluss von Vicht und Zweifall insgesamt deutlich mehr Freude als Ärger bereitet. Und der Trainer stellt sich ausdrücklich vor seine Spieler: „Es waren Unbeherrschtheiten”, sagt Ioannidis. „Aber es war auch ein hektisches Spiel, in dem einiges nicht so funktioniert hat. Da haben sich einige halt nicht so verhalten, wie sie es hätten tun sollen.”

Doch Ioannidis wäre nicht Ioannidis, wenn er nicht schon längst nach vorne blicken würde. Auf den nächsten Samstag, wenn Vichttal gegen Bardenberg Wiedergutmachung betreiben kann, und auf die letzten fünf Saisonspiele, in denen es unter anderem gegen die direkten Konkurrenten aus Roetgen und Kohlscheid geht. Dann sind zumindest die Rotgesperrten wieder dabei. Und die sportliche Kampfansage kommt prompt: „Man soll den VfL Vichttal nicht unterschätzen. Wir haben unser Ziel immer noch klar vor Augen.”
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