Vichter Straße soll für rund drei Millionen Euro erneuert werden

Von: Christoph Hahn
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Die Vichter Straße ist mittlerweile ganz schön in die Jahre gekommen: Dieses Schlagloch ist nur eines von vielen. Das soll sich allerdings ganz bald schon ändern. Im kommenden Jahr soll voraussichtlich mit den Bauarbeiten begonnen werden. Foto: Christoph Hahn (2)/Kristina Toussaint (1)
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Die Enge in den Mausbacher Klassenräumen spricht für das Interesse der Anwohne der Vichter Straße an der Bürgerinformation der Stadt Stolberg. Foto: Christoph Hahn (2)/Kristina Toussaint (1)
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Hier fängt sie an: Die Vichter Straße nimmt am Markusplatz in Mausbach ihren Ausgang. Foto: Christoph Hahn (2)/Kristina Toussaint (1)

Stolberg-Mausbach. Mittlerweile ist sie etwas in die Jahre gekommen: die Vichter Straße, die vom Markusplatz in Mausbach genau dahin führt, wo sie auch ihren Namen her hat. Jetzt soll sie gehörig aufgehübscht und für die nächsten Jahre ertüchtig werden.

Wie und für wie viel Geld, das war Gegenstand einer Bürgerinformation, zu der die Stadt Stolberg in die Aula der Realschule am Ort eingeladen hatte. Rund 100 Bürger waren der Einladung gefolgt. Und es waren nicht unbedingt die besten Gefühle, die manche Bürger im Vorfeld hegten. So äußerte ein Teilnehmer – eingeladen waren nur Menschen, die entweder an der Vichter Straße wohnen oder dort Immobilien besitzen – seine Skepsis recht deftig.

Seine Nachbarin sekundierte: „Hier dürfen wir nur ein bisschen unsere Meinung sagen – und dann zahlen.“ Die emotionalen Temperaturen lagen an diesem Abend recht hoch. Gerade darum legten Tobias Röhm, als Technischer Beigeordneter im Rathaus auch für das Wohl und Wehe der Straße zuständig, der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt, Siegfried Pietz (CDU), und ihre Mitstreiter wie Jörg Veltrup vom Amt für Immobilienmanagement viel Wert darauf, den Ton möglichst sachlich zu halten und so die Emotionen ein Stück weit herunterzufahren.

Jörg Veltrup war es dann auch, der seine Zuhörer in einer Powerpoint-Präsentation mit den verschiedenen Varianten der Vorentwürfe bekannt machte. Mal sieben, mal 5,50 Meter breit, mal mit Radweg und mal mit offengelegtem Mausbach, auf jeden Fall mit möglichst vielen Parkplätzen: Veltrup brachte das alles den Anwohnern mit gebotener Zurückhaltung nahe – wenngleich er beim Mausbach durchaus erkennen ließ, dieser Option nicht unbedingt zugeneigt zu sein: „Da fließt das Wasser nur, wenn es längere Zeit geregnet hat.“

Die Botschaft: Der Aufwand ist zu groß, wie der Experte durchblicken ließ, denn: „Das ist schon ein gewaltiges U-Profil, was Sie da ausheben müssen.“ Und was den Parkraum betrifft: An der Vichter Straße gibt es immer noch Wiesen in städtischem Besitz, die bei Bedarf umgewandelt werden können.

Freilich ging es in der Einführung nicht nur darum, wie der Belag der Vichter Straße in der gebotenen Qualität erneuert werden kann. Thema waren die Kanalanschlüsse, von denen einige inzwischen marode und damit erneuerungsbedürftig geworden sind.

Es geht um Geldbeträge, die auf die Hausbesitzer umgelegt werden – ebenso wie die Kosten für den Straßenbau. Deren Festlegung folgt einer nicht ganz einfachen Mathematik. Dabei spielt die Geschosshöhe einer Immobilie eine Rolle und auch die Flächengröße des Grundstücks – aber nur bis zu einer Raumtiefe von 40 Metern hinter der Straßenfront.

Alle Sachlichkeit bedeutete aber nicht, dass es beim Bürgerforum in der Realschule nichts auszufechten gab – mit Worten, versteht sich. Denn in zwei Klassenräumen wurden die Pläne ausgelegt, und um die herum schichteten sich besorgte Bürger zusammen mit den Leuten aus dem Rathaus wie die Blätter einer Lasagne, kämpften um den Durchblick im wahrsten Sinne des Wortes und ließen sich jedes Detail von den Mitarbeitern der Stolberger Verwaltung erklären.

Denn der Durst nach Informationen war groß. Dass dieses Bedürfnis gestillt wurde – das trug mit dazu bei, dass das Diskussionsklima sich mit fortschreitender Zeitdauer (insgesamt waren Anwohner und Veranstalter etwas mehr als zwei Stunden zusammen) immer ruhiger gestaltete. Was der Spaß kosten wird, ist inzwischen auch schon klar: alles in allem so um die drei Millionen Euro, die dann – weil die Vichter Straße den Status einer „Haupterschließungsstraße“ besitzt, zu rund 50 Prozent auf die Grundstücksbesitzer umgelegt werden – übrigens auch dann, wenn die Immobilie gar nicht gebaut worden ist.

Den fälligen Betrag müssen die Anrainer der Vichter Straße übrigens nicht auf einen Rutsch zahlen: „Es wird so eingerichtet, dass Sie sich eine Ratenlösung stricken können“, gab Dezernent Röhm in Mausbach bekannt. Was in der Praxis bedeutet: Der Beitrag kann auf 42 Monatsraten gestückelt werden.

Entschieden haben sich die Teilnehmer übrigens für eine Variante, die eine Fahrbahnbreite von 5,50 Metern mit ungefähr 30 Längsparkplätzen vorsieht. Parken auf der Straße soll weiterhin nicht gestattet werden. Statt dessen sollen die Anrainer dazu bewegt werden, ihr Auto möglichst nahe am Haus abzustellen.

Nach dem Ja der Mitglieder des zuständigen Ratsausschusses sollen die Bauarbeiten in der zweiten Jahreshälfte 2018 beginnen, wobei erst Versorgungsleitungen gelegt werden und dann erst die Straßendecke aufgebracht wird. Ob es im Zuge der Arbeiten zu (teilweisen) Sperrungen kommen wird, bleibt aber weiterhin unklar. Immerhin versprach Tiefbau-Experte Veltrup: „Sie werden eine Musterbaustelle erleben.“

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