Vichter Moped-Treffen: Auf der Florett nach Barcelona

Von: Milena Sous
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Ein begnadeter Sammler: Hans-W
Ein begnadeter Sammler: Hans-Willi Rother zeigte beim Vichter Moped-Treffen verschiedene Modelle der legendären NSU-Quickly. Foto: M. Sous

Stolberg-Vicht. Es wurde geschraubt, geputzt, geguckt und gestaunt: Beim 4. internationalen Vichter Moped-Treffen am vergangenen Samstag waren Liebhaber der motorisierten Zweiräder genau richtig. Ob Old- oder Youngtimer, Motorräder, Mopeds oder Roller, unter dem Motto „Sehen und gesehen werden” konnten Liebhaber ihre Schätze ausstellen oder einfach die der anderen bewundern.

„Ich persönlich bin positiv davon überrascht, dass heute nicht nur die älteren Generationen vertreten sind, sondern dass sich auch die Jugend von unserem Angebot durchaus angesprochen fühlt”, meint Norbert Derichs, der Vorsitzende des Vichter Motor-Clubs (VMC). Dieser hatte längere Zeit keine Veranstaltungen mehr durchgeführt und organisiert nun seit 2009 nach dem Vorbild ähnlicher Aktionen in Deutschland dieses Treffen, natürlich auch um im Dorf Präsenz zu zeigen.

Der Verein war ursprünglich ein reiner Sportclub, als dann jedoch nach dem Wegfall der Trainingsplätze auf dem ehemaligen Militärübungsplatz kein geeignetes Ausweichterrain gefunden werden konnte, veranstaltete der Motorsportclub bis 1998/99 nur noch Oldtimerorientierungsfahrten. Da auch Vierräder vom Verein nicht ausgeschlossen werden sollten, wurde er in „Motor”-Club e.V. umbenannt. „Bei uns im Verein muss man einfach nur Freude am Zweirad haben, das gemeinsame Erleben beim Treffen sowie das Warten und Pflegen der Maschine sind die hauptsächlichen Spaßfaktoren”, so Derichs.

Genau diesen Spaß verspürt auch Hans-Willi Rother, wenn er seine Maschinen betrachtet. Der begnadete NSU-Quickly-Fan sammelt die Zweiräder des Audi-Vorgängers schon lange und präsentierte daher in Vicht unterschiedliche Modelle und Baujahre. „Weil die meisten der Maschinen sogenannte Scheunen-Funde sind, also keine Papiere haben, musste ich immer zuerst zur Polizei, um sicherzugehen, dass sie nicht geklaut sind und mir dann von dem Hersteller eine Betriebserlaubnis erteilen lassen”, erklärt Rother.

Ebenfalls „seit frühester Jugend dabei” ist Werner „Bub” Holtz aus Breinig mit seiner Sport-Max Nr. 29, die ausschließlich für Rennzwecke geeignet ist. Der ehemalige Grand-Prix-Fahrer Ingo Emmerich, der auch immer noch beim Europacup oder Demonstrationsfahrten mit dabei ist, stellte am Samstag sein Original-Motorrad zur Schau.

Dass man mal mit dem Auto nach Katalonien fährt, hat heutzutage sicherlich kein Ausnahmepotenzial mehr, aber mit einem Zweirad nach Barcelona? Genau das hat Matthias Dückers mit seiner Kreidler Florett gewagt, denn „nachher ist man tot und hat nichts gesehen”, meint Dückers, der auch schon zum Gardasee mit seiner Maschine gefahren ist.

Neben den kostenlosen Anekdoten, die jeder gerne zu seinen Maschinen erzählt, hat der VMC auch einen Teilemarkt organisiert, denn jeder Oldtimer-Liebhaber weiß: Bei den seltenen Maschinen ist es sehr schwer, an die passenden Einzelteile zu gelangen.
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