Stolberg - Vichtbach: Diese Männer können mauern

Vichtbach: Diese Männer können mauern

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Die Mauer und ihre Maurer: Yusuf Mahfas, Andreas Korsten, Longinus Vrohz, Meister und Anleiter Günter Steudel, Thomas Przybylski, Arno Zeitz, Abdulkadir Yakkan, Alexander Kretzschmann, Jürgen Korsten, Mario Kers, Andre Weitz und Detlef Bachner Foto: J. Lange

Stolberg. Brötchen und kühle Getränke gibt´s nur zur kleinen Feierstunde, nachdem Bürgermeister Ferdi Gatzweiler ganz begeistert die frisch sanierte Bachufermauer an der Eisenbahnstraße abgenommen hat.

Doch eigentlich sitzen die Jungs aus dem Projekt „Vorfahrt für Arbeit” auf heißen Kohlen. Sie warten auf Grünes Licht vom Landesbetrieb. Nicht nur, damit sie weiter unter Beweis stellen können, dass sie brilante „Mauerspechte” sind, sondern damit auch Optik und Verkehrssicherheit entlang der Eisenbahnstraße in Richtung Atsch bald wieder gegeben sind.

Die Sanierung der Bachufermauer zwischen Eschweilerstraße und Mühlener Ring fällt allein in städtische Zuständigkeit; beim weiteren Abschnitt entland der L23 sitzt der Landesbetrieb zu 80 Prozent mit im Boot. Und auf dessen Unterschrift unter dem Sanierungsvertrag wartet der Ferdi Gatzweiler händeringend. Der Bürgermeister hat zumindest beste Erfahrungen gemacht mit der Tätigkeit des Arbeitsmarktprojektes, das die Arge in Zusammenarbeit mit der Landesentwicklungsgesellschaft Arbeitsmarkt- und Strukturpolitik (LEGAS) sowie einem Trägerverein durchführt, um die teilnehmenden Langzeitarbeitslosen sowohl fachlich als auch sozialpädagogisch anzuleiten und qualifizieren.

Die Mauer des Friedhofs Bergstraße am Halsbrech, die Umwehrungen der Stolberger Burg und auch der Ergänzungsbau am Euregionaleprojekt Zinkhütter Hof sind steinerne Zeugnisse der erfolgreichen Arbeit dieses Projektes. Und nun ist auch das erste 130 Meter lange Teilstück der Bachufermauer der Vicht fertiggestellt, in Kooperation mit der Lowtech gGmbH, die auch den Stadtteilbetrieb in der Velau aufbaut.

„Bei Wind und Wetter wurden die Mauerwerksfugen heraus gekappt und neu verfugt, beschädigte Stellen ausgebessert und zum Abschluss ein Sichtbetonbalken gegossen und ein neues Geländer montiert”, zeigt sich Lowtech-Geschäftsführer Peter Brendel stolz auf sein achtköpfiges Team, das unter der örtlichen Anleitung des Meisters Günther Steudel jede Menge Erfahrung gesammelt hat. Das gilt auch für zwei weitere Mitarbeiter der Lowtech, die das Geländer eigenhändig gefertigt haben, mit dem die Kollegen dann ihr Maurerhandwerk krönten.

„Die Jungs können mauern”, lobt Brendel. Zwei von ihnen hatten sogar das eigentliche Projektziel erreichen können: die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt. Doch dann hielt ihre neue Firma den Wirren der Wirtschaftskrise nicht stand und sind nun wieder mit im Team, das derzeit mit vielen kleinen und größeren Reparaturen im Stadtgebiet auf Spielplätzen und an öffentlichen Einrichtungen auch hier ihre Zuverlässigkeit und Kompetenz unter Beweis stellen.

Das stellt auch Joachim Müller heraus. „Neben der fachlichen Unterrichtung werden im Rahmen des Projektes auch die sozialen Kompetenzen trainiert”, betont der Jobcenter-Leiter der Arge in Stolberg. „Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Umgangsformen sind neben der Qualifikation gute Voraussetzungen, um auf dem ersten Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen.”

Zehn Monate, nur unterbrochen von zwei harten Wintermonaten - lang hatte das Team Fuß gefasst mit der Sanierung der Bachufermauer, die nun alle mit Stolz betrachten. Nun brennen alle darauf, auf der nördlichen Seite der Brücke Mühlener Ring die Tätigkeit fortzusetzen.

Derweil bereitet die Stadt die Ausschreibung für die Bachufermauer entlang der Hermannstraße vor. Dort kann das Projekt „Vorfahrt für Arbeit” nicht greifen, weil die technischen Voraussetzungen auf einem komplizierteren Niveau liegen. Dort muss mit großem technischen Aufwand eine Betonpfahlwand gesetzt werden, um den Kräfte- und hydrogeologischen Verhältnissen standhalten zu können.
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