Stolberg - Viadukt bestand aus drei Rundbögen und zwei Pfeilern

Viadukt bestand aus drei Rundbögen und zwei Pfeilern

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Für Stolbergs Eisenbahngeschichte ist das 19. Jahrhundert von großer Bedeutung. In und um Stolberg wurden zahlreiche Bahnstrecken eröffnet. Den Anfang machte im Jahr 1841 die Strecke von Aachen nach Köln.

Doch Stolbergs Bahnhof lag weit außerhalb des industriell bedeutsamen Ortes. Um das Ortszentrum mit dem Bahnhof an der späteren Rhenaniastraße zu verbinden, wurde 1881 die Strecke vom Hauptbahnhof nach Stolberg-Hammer in Betrieb genommen: ein Teilstück vom Bahnhof zur Glashütte St. Gobain hatte man bereits 14 Jahre zuvor dem Verkehr übergeben.

Doch Stolberg-Hammer (heute Euregiobahn-Haltepunkt Stolberg-Altstadt) war nur für acht Jahre der vorläufige Endpunkt der Talbahn, wie die neue Strecke rasch genannt wurde. 1889 wurde die Verlängerung der Strecke über Breinig nach Walheim in Betrieb genommen.

Entlang der elf Kilometer langen Eisenbahnlinie lagen zahlreiche Bahnhöfe. So hatten unter anderem Mühle, Hammer und Breinig eigene Bahnhöfe erhalten. Die Bahnhöfe waren aber nicht die einzigen eisenbahntechnischen Anlagen entlang der nach Wahlheim führenden Bahntrasse. So wurde im Rüstbachtal in der Nähe der Bleihütte Binsfeldhammer (heute Berzelius-Hütte) ein Viadukt errichtet: Ein Viadukt, der aus drei Rundbögen und zwei Pfeilern bestand.

Das Baumaterial entnahm man den ortsansässigen Steinbrüchen. Im Ersten Weltkrieg war die Strecke, die das Endziel Luxemburg hatte, Gegenstand einer strengen, militärischen Überwachung. Man fürchtete Sabotageakte der Kriegsgegner und der verfeindeten Staaten.

Die Überwachung der Bahnanlagen hatte das Aachener Landsturmbataillon übernommen. Untergebracht waren die Soldaten in damals leerstehende Fabrikationsräume an der Grüntalstraße. Im Zuge der Überwachungsaktion hatte das Rüstbachviadukt in unmittelbarer Nähe auch ein Wachlokal erhalten.

Zerstört wurde der kleine Viadukt im Zweiten Weltkrieg. Um den einmarschierenden US-Amerikanern ihre Nachschubwege lahmzulegen, hatten deutsche Soldaten das Bauwerk im Spätherbst 1944 gesprengt. Danach errichteten die US-Amerikaner im Rüstbachtal eine neue Behelfsbrücke. Diese Konstruktion ist heute noch in Betrieb.

Da man kürzlich beschlossen hat, die im Jahr 2001 errichtete Euregiobahn von Stolberg-Hauptbahnhof bis Stolberg-Altstadt nach Breinig zu verlängern, wird wohl in absehbarer Zeit im Rüsttal eine neue Eisenbahnbrücke errichtet werden – sicherlich aber nicht mehr in der alten Konstruktion als Bogenbrücke.

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