Stolberg - VHS: Integrationskurse immer beliebter

VHS: Integrationskurse immer beliebter

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:
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Es ist geschafft: Vier Stolbergerinnen mit der Urkunde über den bestandenen Einbürgerungstest. Kämmerer Dr. Wolfgang Zimdars freut sich mit. In der VHS werden in diesem Jahr 15 verschiedene Integrationskurse für Fremdsprachler Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Nein, büffeln ist bei weitem nicht alles. Auch wenn es letztendlich natürlich das ist, worum es geht. „Aber viele Leute fühlen sich bei uns einfach wohl und haben auf diese Weise Spaß am Lernen”, sagt Hubert Minten, Leiter der Stolberger Volkshochschule (VHS) über die seit nunmehr vier Jahren angebotenen Integrationskurse. „Und die steigende Zahl von Teilnehmern zeigt auch, dass wir da auf dem richtigen Weg sind.”

Ein Weg, der nach zögerlichen Anfängen Ende der 1970er Jahre erst 2006 richtig eingeschlagen wurde, als die ersten Stunden Integrationsunterricht an der Frankentalstraße ins Leben gerufen wurden. „Damals waren es ganze zwei Seminare”, erinnert sich Elfriede Lechthaler. Heute leitet sie die Integrationskurse. „Aber das war der ultimative Startschuss.”

Mehr Angebote, mehr Abschlüsse

Die Integrationskurse müssen laut Zuwanderungsgesetz neue Zuwanderer, aber auch Migranten, die bereits seit vielen Jahren in Deutschland ohne ausreichende Deutsch-Kenntnisse leben, absolvieren. Die Kosten für die Seminare übernimmt der Bund, zusätzliche Aufbaumodule müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. „In manchem Fällen helfen wird aber auch”, sagt Joachim Müller, Jobcenter-Leiter der Arge.

Im vergangenen Jahr wurden in der VHS bereits 13 Integrationskurse angeboten, im ersten Halbjahr 2010 waren es deren 15, Tendenz weiter steigend. Mittlerweile konnte so auch der 500. Teilnehmer begrüßt werden.

„Parallel zu den Teilnehmern steigt auch die Zahl der erfolgreichen Abschlüsse. Elfriede Lechthaler freut sich aktuell über 385 Absolventen. Dass die Erfolgsquote in diesem Jahr bereits auf 85 Prozent angestiegen ist, läge in erster Linie an neuen Differenzierungsmöglichkeiten: Mit Primär- und Sekundärkursen sowie Teilzeitkursen für Berufstätige könnten die Schwerpunkte entsprechend gesetzt und unterschiedliche Förderkurse realisiert werden. Zusätzlich haben 169 neue Stolberger den Einbürgerungstest mit der Abschlussprüfung B1 abgelegt.

Dabei würden Menschen unterschiedlichster Herkunft in sämtlichen Altersklassen die VHS besuchen. „Wir hatten hier schon Akademiker aus Russland, aber auch marokkanische Hausfrauen”, erinnert sich Elfriede Lechthaler. „Und mit denen muss man einfach unterschiedlich arbeiten.”

Zusätzlich werden auch in verstärkter Zahl ehemalige Zuwanderer als Lehrkräfte eingesetzt. „Leute mit entsprechendem Hintergrund haben einen viel feineren Blick, wie man mit Fremdsprachlern am besten umgeht”, sagt Hubert Minten.

Auch für die Kinder von Migranten sei es zunehmend wichtiger, dass ihre Eltern die deutsche Sprache erlernen und sprechen können. „Das erhöht die Ausbildungschancen ungemein”, sagt Lechthaler.

Außerdem seien die Kurse für manch einen „auch eine willkommene, wenn nicht die einzige, Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen”, sagt Lechthaler. Und somit ein wichtiger Baustein für den Alltag. „Vor allem für Frauen ist das manchmal nicht leicht.”

Es geht eben doch nicht nur um„s Büffeln. „Natürlich nicht”, sagt Hubert Minten und lacht. „Das wäre ja auch langweilig.”
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