VfL Vichttal setzt auf neues Trainer-Duo

Von: Lukas Franzen
Letzte Aktualisierung:
9091006.jpg
Andi Avramovic (2. v.l.) und Michael Kasten (3. v.l.) wurden am Freitag als neue Trainer des VfL 08 Vichttal vorgestellt. Sie treten die Nachfolge von Udo Lipka an, der die Landesliga-Mannschaft seit 2012 betreut hatte. Dominic Wirtz, Abteilungsleiter Fußball (l.), und Michael Frey, 1. Vorsitzender des Clubs (r.), hoffen auf neue Impulse für das Team. Foto: L. Franzen

Stolberg-Vicht. Es gab schon einmal ruhigere Zeiten beim VfL 08 Vichttal. Anfang der Woche rutschte ein Teil des Kunstrasenplatzes im Sportpark Dörenberg ab und verursachte Kosten in Höhe von 15.000 Euro. Am Mittwoch gab der Verein dann die Trennung von Trainer Udo Lipka bekannt und präsentierte am Freitag schon seine Nachfolger.

Das Trainer-Duo Andi Avramovic und Michael Kasten übernimmt die erste Mannschaft des VfL in der Landesliga. Das Ziel: Klassenerhalt.

Der VfL Vichttal beendet das Fußballjahr 2014 auf einem Abstiegsplatz in der Staffel 2 der Landesliga. In 13 Spielen setzte es sieben Niederlagen. Nur dreimal gingen die Vichttaler als Sieger vom Platz. Dreimal spielte man immerhin unentschieden. Zuletzt musste die Mannschaft aber drei Niederlagen in Serie einstecken. Seit sechs Partien wartet der VfL inzwischen auf einen Sieg. Diesen gab es letztmalig am 28. September. 3:1 siegte die Lipka-Elf gegen Aufsteiger Frechen 20.

Dass der Fusionsklub voraussichtlich auf Rang 14, dem drittletzten Tabellenplatz, überwintert, war so keineswegs geplant. Unter der Regie von Trainer Udo Lipka belegte Vichttal in den vergangenen zwei Spielzeiten stets einen Platz unter den Top-Teams der Liga. In der Vorsaison wurde der VfL Fünfter, in der Saison 2012/13 sogar Dritter. Und auch in dieser Saison wollte der Klub an diese Leistungen anknüpfen und ganz oben mitspielen. Selbst der Aufstieg in die Mittelrheinliga sei nicht tabu, hatte Lipka noch vor der Saison betont.

Dass alles ganz anders kam, sei einerseits einer Verletzungsmisere geschuldet, die sich durch die gesamte Hinrunde zog, wie Lipka kurz nach Bekanntgabe der Trennung auf Anfrage unserer Zeitung beschrieb. Anderseits hatte der Trainer jedoch schon vor und auch während der Saison davor gewarnt, dass sich die Reduzierung des Budgets und der Kadergröße durchaus rächen könnte.

Da sich Trainer und Verein auch „über die sportliche Ausrichtung und die Kaderplanung für das Jahr 2015“ nicht einig geworden waren, wie es in einer Erklärung des Vereins heißt, habe man „gemeinsam entschieden, die bisherige gute Zusammenarbeit“ zu beenden und sich neu aufzustellen.

Das neue Trainer-Team

Am Freitag nun stellte der Verein offiziell die beiden Männer vor, die der Mannschaft zu neuem Auftrieb verhelfen sollen, und bestätigte damit die Spekulationen, die bereits im Laufe der Woche um die Neubesetzung kursierten. Andi Avramovic ist neuer Trainer der 1. Mannschaft, Michael Kasten wird Co-Trainer. In der gleichen Besetzung trainierten beide zuvor auch schon den Bezirksligisten Arminia Eilendorf, wo die Verantwortlichen mit Betroffenheit auf die Entscheidung der beiden Übungsleiter reagierte. Avramovic hat die Erstvertretung von Arminia Eilendorf sechs Jahre lang betreut. Vorherige Trainerstationen waren die A-Jugend der Arminia, die U17 von Germania Dürwiß und die erste Mannschaft des Burtscheider FC.

Co-Trainer Michael Kasten ist seit 28 Jahren Mitglied der Arminia und musste nach eigenen Angaben trotzdem nicht lange überlegen, als das Angebot vom Dörenberg kam. „Andi Avramovic und ich sind nun mal ein Team. Deswegen habe ich nicht gezögert.“ Avramovic selbst bezeichnet seinen Wechsel zum VfL Vichttal als „logischen nächsten Schritt“.

„Sechs Jahre sind sicher kein alltägliches Zeitfenster für eine Trainertätigkeit bei dem selben Verein.“ Außerdem habe der Vichttal eine „große Ausstrahlungskraft“ und die Struktur des Vereins sei „extrem spannend“. Michael Frey, 1. Vorsitzender des VfL Vichttal, kommentierte die Neuverpflichtung Avramovics wie folgt: „Unsere erste Mannschaft benötigt einen neuen externen Impuls und Andi Avramovic passte genau in unser Anforderungsprofil.“ In der jetzigen Situation sei es wichtig, der Mannschaft Selbstbewusstsein zurück zu geben. An der Qualität hapere es nicht.

Die Erwartungen

„Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Alles andere wäre vermessen“, betont Michael Frey. Ob die Mannschaft in der Winterpause deswegen mit weiteren Spielern verstärkt werde, sei noch nicht klar. „Wir halten die Augen weiter offen. Aber es müsste schon verdammt gut passen, wenn wir noch neue Spieler verpflichten.“

An der grundsätzlichen Ausrichtung des Vereins, ändere sich jedoch nichts, betont Dominic Wirtz, Abteilungsleiter Fußball des VfL Vichttal. „Wir werden unseren Weg weitergehen. Das heißt, dass wir weiterhin auf junge Spieler und Jungs aus der Region setzen wollen.“ Bei einem Altersdurchschnitt von rund 23 Jahren solle es bleiben.

Die Mannschaft

Aktuell verfügt der VfL Vichttal über einen Kader von 20 Spielern. „Die Verletztenliste lichtet sich glücklicherweise“, hofft Michael Frey, dass pünktlich zum Trainingsstart am 20. Januar alle angeschlagenen Akteure wieder zurück an Bord sein werden.

Die Arbeit für den neuen Trainer hat unterdessen bereits am Freitag begonnen, wie Andi Avramovic betont: „Wer mich kennt, der weiß: In der Weihnachtszeit werde ich mir nicht viel Zeit zum Besinnen nehmen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert