VfL Vichttal: Mehr als 40 freiwillige Helfer packen tüchtig mit an

Von: Dirk Müller
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Starkes Engagement beim Bautag auf dem Dörenberg: Mit vereinten Kräften ist der Lichtmast schnell in den Sockel gehievt – bis die noch im Rohbau befindlichen Umkleideräume im Hintergrund fertiggestellt sind, wird es wohl noch eine Weile dauern. Foto: D. Müller
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Wenn Peter Holly mit dem Tribünenbau fertig ist, sind 50 Kubikmeter Beton verbaut.
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VfL-Vorsitzender Michael Frey flitzt mit dem Gabelstapler über den Dörenberg, um die Baustellen mit Material zu versorgen.
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Die Spieler des VfL Vichttal tauschen ihre Trikots gegen wetterfeste Arbeitskleidung und praktizieren Teamgeist nicht beim Fußball sondern beim Pflastern der neuen Zuwegung zum Sportpark Dörenberg.

Stolberg-Vicht. Trotz widriger Wetterbedingungen ist der Parkbereich der Sportanlage am Dörenberg nahezu vollständig ausgelastet: Auto reiht sich an Auto und das nicht etwa, weil ein entscheidendes Fußballspiel einer der Mannschaften des VfL 08 Vichttal auf der Anlage stattfindet.

Der Grund für den Andrang ist ein Bautag, und mehr als 40 freiwillige Helfer packen tüchtig mit an. „Eigeninitiative kann Berge versetzen – siehe der Dörenberg“, sagt der Zweifaller Wilfried Aberle im Vorbeigehen. Er ist auf dem Weg zu einer Gruppe, die sich um einen Lichtmast schart, der noch auf dem Boden liegt.

Noch, denn mit vereinten Kräften wird der Mast samt Verkabelung in den Sockel gehievt. Im Hintergrund befindet sich der fast fertige Rohbau der neuen Umkleidekabinen, dem noch das Dach fehlt. „Wir haben schon noch eine Menge zu tun, um zur offiziellen Einweihung im Juni wirklich fertig zu sein“, sagt Thorsten Meier, 3. Vorsitzender des VfL. „Aber die Arbeiten sind in guten Händen“, bekräftigt er mit Blick auf den Rohbau und in Richtung von Michael Krückels, den „Mann für den Trockenbau“. Krückels hat bereits viele Stunden, sogar einige Urlaubstage geopfert, um die baulichen Maßnahmen am Dörenberg voranzutreiben – völlig ehrenamtlich versteht sich.

Aus Liebe zum Verein

„Aus Idealismus, aus Liebe zum Verein“, sagt er und betont, dass ein Verein eine Sportanlage wie diese nicht ohne tatkräftige Freiwillige errichten könne. Meier pflichtet ihm bei: „Wir sind in der glücklichen Situation, dass sowohl sehr viele Hände helfen, als auch genügend Fachleute involviert sind.“ Die „vielen Hände“ sind heute zum Beispiel die der 1. Mannschaft sowie der A- und B-Jugend. In wetterfester Kleidung trotzen die Fußballer dem Schneeregen, knien teils auf dem kalten Boden. Warm hält sie die Arbeit, denn mit vollem Einsatz pflastern sie den Eingangsbereich der Sportanlage. Andere arbeiten im Sitzen wie Michael Frey, der im Vorbeifahren freundlich grüßt. Der Vorsitzende des VfL Vichttal steuert einen Gabelstapler und versorgt die einzelnen Baustellen auf dem Sportpark mit Nachschub, sorgt dafür, dass den fleißigen Helfern das benötigte Material nicht ausgeht. Meier steuert indes zu Fuß die Tribüne an; oder besser das, was einmal Tribüne werden will, denn auch hier sind die Arbeiten noch in vollem Gang. Wie in fast allen Gewerken sei auch hier ein Profi ehrenamtlich aktiv, betont Meier. Den Zollstock klappt gerade Peter Holly ein. Der ehemalige Bauunternehmer aus Vicht ist für die Tribüne verantwortlich.

„Wenn hier die ersten Zuschauer Platz nehmen, werden wir knapp 50 Kubikmeter Beton verbaut haben“, berichtet der 73-Jährige nicht ohne Stolz auf „auch seinen“ Dörenberg. Auf dem Weg zur „Zweifaller Hütte“, dem hölzernen Vereinsheim, hadert Meier ein wenig mit dem Wetter. Der Winter habe zu lange gedauert, der Frühling sei zu spät gekommen. „Das hat unseren Zeitplan ordentlich durcheinandergebracht, aber wir sind zuversichtlich, im Juni endgültig fertig zu werden.“ Bevor es in die stattliche „Zweifaller Hütte“ geht, zeigt Meier noch eine Elektronik, von der er sichtlich fasziniert ist:

„Das ist das Werk von unserem Ehrenvorsitzenden Leo Radermacher. Er ist unser Elektrofachmann und hat unter anderem diese wirklich ausgeklügelte Alarmanlage installiert.“ Besonders von der Funktion, dass die Anlage, wenn der Bewegungsmelder reagiert, automatisch eine Kurznachricht (SMS) aufs Mobiltelefon schickt, ist Meier begeistert. Die Mischung aus den Fachleuten und den engagierten Helfern, die unter Anleitung und Koordination viele Stunden, die sich zu Tagen summieren, auf dem Dörenberg rackern, mache das Erfolgsrezept aus, meint Meier und begrüßt einen weiteren Fachmann. Dessen Profession nutzt ihm am Bautag des VfL allerdings wenig, denn Willi Croé ist Metzger. Im klassisch gelben, wasserdichten „Friesennerz“ und mit wärmender Wollmütze auf dem Kopf reiht er sich in die Kette von Spielern ein, die Pflastersteine durchreicht, bis die knienden Fußballer diese inzwischen schon routiniert in ihre Bestimmungsorte betten. „Aus Verbundenheit zum Verein“ tausche Croé heute Filets und Wurstwaren gegen Pflastersteine, sagt er, „schließlich spielen meine Söhne beim VfL Vichttal.“

Enthusiasmus der Mitglieder und Freunde des Vereins gehöre zu einem Projekt dieser Größenordnung ebenso dazu wie Durchhaltevermögen, beschreibt Meier: „Manche denken, uns wäre nach der Fusion die Anlage mit dem Kunstrasen regelrecht in den Schoß gefallen. Aber dem ist nicht so. Ganz im Gegenteil, es war und ist noch eine Menge Arbeit.“ Mit dem „Klinkenputzen“, also der Suche nach Sponsoren, habe die Realisierung des Sportparks begonnen – vor fünf Jahren. „Der Spielbetrieb läuft zwar schon seit 2011, aber wir bauen hier seit 2009. Viele haben jede freie Minute mit den Arbeiten verbracht, und wir fiebern auch deshalb der Einweihung entgegen, weil die letzten vier Jahre enorm an den Kräften der Freiwilligen gezehrt haben.“

Mühe hat sich gelohnt

Ab dem Sommer würden sich die Helfer wieder mehr um ihre Familien kümmern und der Verein sich ausschließlich auf das konzentrieren können, was wirklich wichtig sei: der Fußball. Bis dahin soll aber noch ein beachtlicher Endspurt gelingen: „Tribüne und Umkleideräume müssen noch fertiggestellt und das Vereinsheim gedämmt werden. Zudem pflastern wir eine neue Zuwegung, die mit Lichtmasten versehen wird, und gestalten die Parkplätze neu“, zählt Meier ein gehöriges Arbeitspensum vor der Überquerung der Ziellinie auf. Doch auch wenn die Kräfte der fleißigen Helfer am Limit seien, jammere keiner, denn: „Alle wissen, dass die Mühe sich gelohnt hat.“

Vordergründig sei der sportliche der Erfolg der 1. Mannschaft natürlich sehr bemerkenswert, aber es gebe auch noch mehr positive Entwicklungen im Verein: „Im VfL Vichttal spielen inzwischen 16 Jugendmannschaften. Und wenn man sieht, wer hier alles tüchtig mit anpackt und beim Bauen hilft, ist das der beste Beweis dafür, dass die Fusion angekommen ist, und wir ein starker Verein sind. Wir sind jetzt schon sehr stolz auf das Engagement unserer Mitglieder und Freunde, und werden bald auch stolz auf unseren fertigen Sportpark Dörenberg sein“, erklärt Meier.

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