VfL Vichttal: Aufstieg in Landesliga ist eine Sensation

Von: Lukas Franzen
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Derzeit macht Fußball besonde
Derzeit macht Fußball besonders viel Spaß: Die erfolgreiche Mannschaft des VfL Vichttal mit Torwart-Trainer Johannes Kau (v.l.), Co-Trainer Hans-Jürgen Fischer, dem Vorsitzenden Michael Frey und Trainer und Manfred Moers. Foto: L. Franzen

Stolberg-Vicht. Nein, weder Jürgen Klinsmann noch Pelé oder Maradonna haben auf ihre alten Tage eine neue Aufgabe beim VfL 08 Vichttal gefunden, auch wenn die Verantwortlichen des frisch gebackenen Landesligisten sich gegen solch eine prominente Unterstützung sicherlich nicht verwehrt hätten.

Lediglich einige Spieler der Aufstiegsmannschaft ließen es sich nicht nehmen, ihre Trainingseinheiten in dieser Woche in entsprechendem „80er-Jahre-Dress” samt Perücke zu absolvieren. Eine Woche nach dem „Wunder vom Dörenberg” ist der Verein noch immer nicht zur Tagesordnung übergegangen, und der ein oder andere Akteur wirkt so, als könne er noch nicht glauben, was diese junge Mannschaft da geschafft hat.

Weniger als vier Jahre nach Fusion

Was den Vereinen VfB Vicht und VfL Zweifall vor ihrer Fusion im Jahre 2008 in ihrer gesamten Vereinsgeschichte nicht gelang, das hat der neu geschaffene Verein in weniger als vier Jahren geschafft. Nach zwei Jahren Bezirksliga lösten die Kicker des VfL am Sonntag endgültig das Ticket für die Landesliga mit einem knappen 1:0 Heimsieg gegen Rurdorf.

„Wir haben Geschichte geschrieben”, scheut das Trainergespann Manfred Moers und Hans-Jürgen Fischer nicht vor großen Worten zurück. Es ist erst zwei Jahre her, dass beide die sportliche Verantwortung für die erste Mannschaft übernommen haben. Trainer Moers wechselte aus der Jugendabteilung von Germania Dürwiß zu den Senioren vom Dörenberg, Co-Trainer Fischer war bereits vorher beim VfL Zweifall tätig gewesen. „Unser Auftrag sollte es sein, den Verein in der Bezirksliga zu etablieren. In vier bis fünf Jahren wollten wir an den oberen Rängen schnuppern, um vielleicht mal um den Aufstieg mitzuspielen”, betont Moers.

Doch nun blicken die Vichttaler einen Spieltag vor Saisonende auf eine eindrucksvolle Bilanz zurück: Bestes Auswärtsteam der Liga, beste Hinrundenmannschaft und seit dem fünften Spieltag der Saison auf einem Aufstiegsplatz. Das sei vor der Saison nicht zu erwarten gewesen, sind sich alle Beteiligten einig. „Da galten wir bei vielen aufgrund der schlechten Vorbereitung sogar als Abstiegskandidat”, berichten Trainer und Spieler.

Doch was ist das Erfolgsrezept dieser jungen Mannschaft? „Die Jungs haben teilweise 120 Prozent gegeben”, beschreibt Manfred Moers die herausragende Leistung seiner Spieler. Vor allem aber sei die Mannschaft zu einem Kollektiv zusammengewachsen, und junge Spieler aus der eigenen A-Jugend wie Marc Franzen, Patrick Keischgens oder Marcus Haase konnten erfolgreich integriert werden. Lobend heben Trainer und Co-Trainer zudem die verbesserte Defensivarbeit der Vierer-Abwehrkette um Leistungsträger wie Ali Yücel oder Woitek Valica genauso wie die Offensivqualitäten der Mannschaft durch Torjäger wie Marc Barrientos oder Kapitän Robert Valica hervor.

Ohne Frage, der Aufstieg der blau-weiß-schwarzen Kicker ist eine Sensation. Und trotzdem passt er in das professionelle Bild, das der Verein in der Öffentlichkeit abgibt. Mit einer modernen Internetseite präsentiert sich der VfL im „World Wide Web”, und jeder Besucher der Seite wird mit der neuen Vereinshymne begrüßt. Auch „Facebook” hat der Verein für sich entdeckt und bereits 94 digitale Anhänger für eine Art „Fan-Seite” auf der sozialen Plattform gewinnen können. Eine entsprechende Gruppe bei „Facebook” zählt bereits knapp 150 Mitglieder.

Attraktiv für Spieler aller Altersklassen ist der Verein auch durch seinen neuen Kunstrasenplatz geworden, der nach der Anbringung aller Fangnetze in der neuen Spielzeit auch für Ligaspiele genutzt werden kann. Eine weitere Baustelle befindet sich direkt neben dem Kunstrasen. Hier entsteht das neue Vereinsheim - verbunden mit viel Arbeit, die in weiten Teilen von den zahlreichen ehrenamtlichen Kräften im Verein getragen wird.

Die andauernden Bauarbeiten auf dem Vereinsgelände sind dabei zum Sinnbild des Wandels und der Zusammenarbeit geworden und haben optimale Rahmenbedingungen geschaffen. Doch auch sportlich muss die Mannschaft weiterentwickelt werden, um in der Landesliga bestehen zu können. „Da geht es für uns nur ums Überleben”, gibt Trainer Moers für die kommende Spielzeit, die im September beginnt, den Klassenerhalt als klares Ziel aus. Dabei werden dem Trainerteam die meisten Spieler der Aufstiegsmannschaft erhalten bleiben. Gleichzeitig werde das Team mit rund sechs bis acht Neuzugängen verstärkt, lässt der Verein durchblicken. „Wir müssen von Anfang an Gas geben und Punkte für den Klassenerhalt sammeln”, fordern Moers und Fischer. In der Vereinshymne manifestiert sind bereits Tugenden wie Kampf, Herz und Zusammenhalt. Sie könnte dem neuen „Underdog” der Landesliga, der sich jetzt als zweiter Stolberger Verein in dieser Klasse zum SV Breinig gesellt, beim Unternehmen Klassenerhalt als Vorbild dienen.

Zum letzten Spiel gibts eine Aufstiegsparty

Das letzte Meisterschaftsspiel in dieser Saison bestreitet der VfL Vichttal am Pfingstmontag ab 15 Uhr auf dem Vichter Dörenberg gegen den Viertplatzierten VfR Bachem.

Sollte der Gastgeber gewinnen und der aktuelle Tabellenführer SV SW Stotzheim, der momentan einen Punkt Vorsprung hat, beim noch abstiegsbedrohten FC Düren maximal ein Unentschieden erreichen, wäre der VfL Vichttal sogar Meister.

Für die abschließende Partie erwartet der Vorstand viele Zuschauer. Ihnen soll neben Fußball auch eine kleine Aufstiegsparty mit Hüpfburg und Bierstand geboten werden.

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