Verwaltung will Bauarbeiten selbst überwachen

Von: Jürgen Lange
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Stolberg. Die lange Geschichte um die Kontrolle städtischer Baumaßnahmen geht in eine neue Runde. Die Verwaltung schlägt nun dem am Dienstag tagenden Stadtrat vor, eine halbe Planstelle im Rathaus hausintern mit dieser Aufgabe zu betrauen.

Im Oktober 2007 sollte der Rat ein selbstständiges Ingenieurbüro mit dem Baucontrolling beauftragen. Weil hinter diesem aber ein SPD-Ortsvereinsvorsitzender aus einer Nachbarstadt stand, zog die Verwaltung den Vorschlag in der Sitzung zurück. Im November 2007 beschloss der Rat die Ausschreibung einer Halbtagsstelle, alternativ die projektbezogene Vergabe des Controllings, von dem zumindest bei der Erweiterung der Realschule sowie des Kindergartens Franziskusstraße Gebrauch gemacht wurde.

Der nächste Vorstoß kam im April 2009 seitens der CDU bei der Diskussion von weiteren Kostenüberschreitungen bei städtischen Baumaßnahmen, aber die Mehrheitsfraktionen vertagten die Angelegenheit auf die Zeiten nach der Kommunalwahl, und auch im Dezember meldete die Koalition noch Beratungsbedarf bei der Einrichtung einer Planstelle an.

Am Dienstag schlägt die Verwaltung erneut die Einrichtung einer halben Planstelle für das so genannte „Bau-Investitions-Controlling” (BIC) vor. „Angesichts der Finanzsituation und der damit einhergehenden starken Reduzierung der Investitionstätigkeit”, analysiert Fachbereichsleiter Josef Braun, reiche es aus einen Mitarbeiter aus dem Bereich der technischen Ämter mit dem BIC zu betrauen. Das soll sich mit Investitionen und Sanierungen ab einem Finanzvolumen von 50.000 Euro befassen.

Die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) empfehle solch ein Bau-Investitions-Controlling, das bereits mit der Initiierung und in der Vorprojektphase greife und Einsparpotenzial verspreche. Bedarf, Umfang, Alternativen und kostengünstigste Investitionen müssten dabei in mehreren Schritten durch Fachämter nachgewiesen, und könnten so durch den Controller überprüft werden. Entscheidungen würden mehrstufig durch Verwaltungsvorstand oder Ratsgremien unter Kenntnis der jeweiligen Kostenberechnungen getroffen.

Ein Vorgehen, das Braun durch die Berichte des mit Controlling bei den beiden Erweiterungsmaßnahmen betrauten Büros bestätigt sieht. Das schlägt für zukünftige Projekte unter anderem mehr Transparenz und die Bestimmung eines Projektleiters bereits in der Initiierungsphase sowie die Fortschreibung eines Projektkontrollblattes vor.

Anhand des KGSt-Vorschlages berechnet die Verwaltung auch den Personalbedarf für Stolberg: In Düsseldorf sind insgesamt drei Mitarbeiter mit dem BIC befasst, Herunter gebrochen auf Stolberger Verhältnisse bedeute dies 0,5 Planstellen. Die könne innerhalb des vorhandenen Personalbestandes rekrutiert werden.
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