Stolberg - Verwaltung hält an ihren Kita-Plänen fest

Verwaltung hält an ihren Kita-Plänen fest

Von: Michael Grobusch
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Der Ausbau des Betreuungsangebotes für Kleinkinder soll in Stolberg ungeachtet der wegen des Tarifabschlusses zu erwartetenden Mehrkosten fortgesetzt werden.

Stolberg. „Die Mehrkosten, die durch den Tarifabschluss entstehen werden, ändern nichts an der Rechtslage.” Zwar will Willi Seyffarth den nach sechsmonatigen Verhandlungen mühsam erzielten Kompromiss über mehr Entgelt und einen besseren Gesundheitsschutz für Erzieherinnen in kommunalen Kindertagesstätten nicht inhaltlich kommentieren.

Fest steht aber für den Leiter des Jugendamtes, dass die Ausbaupläne, die die Stadt mit Blick auf den ab 2013 geltenden Anspruch von unter Dreijährigen auf einen Betreuungsplatz schmiedet, von der aktuellen Entwicklung unberührt bleibt.

Vier städtische Einrichtungen, das hat eine Untersuchung des Hochbauamtes ergeben, können in dem besagten Zeitraum erweitert werden, um die von der Verwaltung angepeilte Marke von 475 Plätzen zum Kindergartenjahr 2013/14 zu erreichen. Zusätzliche Kapazitäten sollen demnach zuerst durch die schrittweise Aufstockung in der Kita Mausbach um zwölf Betreuungsplätze für Kleinkinder sowie durch den Neubau der Einrichtung am Tomborn in Breinigerberg geschaffen werden.

Beide Maßnahmen stehen für das in der nächsten Woche beginnende Kindergartenjahr auf dem Programm. Anschließend werden die Kitas in der Mozartstraße und auf der Liester jeweils um eine Gruppe erweitert, wobei im letztgenannten Fall auch integrative Plätze entstehen dürften. Schließlich sieht das Jugendamt auch in diesem Bereich Handlungsbedarf - trotz des geplanten Baues einer neuen viergruppigen Einrichtungen am Obersteinfeld durch die Caritas Lebenswelten GmbH.

„Die Betreuung der Zwei- bis Sechsjährigen haben wir gut auf den Weg gebracht”, stellt Jugendpfleger Josef Offergeld fest. Relativ wenig hat Stolberg hingegen bis dato für die Null- bis Dreijährigen zu bieten: Lediglich die Zwergenburg, das Montessori-Kinderhaus und die Spanische Tagesstätte bieten diese Gruppenform an.

In der Summe sind derzeit 169 U3-Plätze verfügbar, zu denen sich bis zum kommenden Sommer weitere 60 gesellen sollen, und die durch 42 Plätze in der Tagespflege ergänzt werden. Apropos Tagespflege: Von dem ursprünglich im Jugendhilfeplan vorgesehenen 30-prozentigen Anteil an der Gesamtversorgung im U3-Bereich ist die Verwaltung mittlerweile abgerückt. „Für Kinder ab zwei Jahre wünschen die Eltern vornehmlich eine institutionelle Betreuung”, weiß Josef Offergeld. Die Rechengröße wurde deshalb auf 20 Prozent heruntergeschraubt.

Nicht heruntergeschraubt wird hingegen die Zahl von vier neuen Einrichtungen, die unabhängig von den bestehenden Ausbauplänen bis 2013 im Stadtgebiet geschaffen werden müssen - „in Absprache mit allen anderen Trägern”, wie Willi Seyffarth betont, und abgestimmt auf den Bedarf in den einzelnen Sozialräumen. „Wir befinden uns nicht nur in zeitlicher Hinsicht in einer schwierigen Situation”, räumt Josef Offergeld ein. „Man kann sich bei der Ausweitung des Angebotes nicht auf die Null- bis Zweijährigen beschränken. Vielmehr muss auch das Spektrum der Drei- bis Sechsjährigen abgedeckt werden”, verweist der Jugendpfleger darauf, dass neue U3-Plätze auch eine Veränderung der Strukturen im Bereich der älteren Kindergartenkinder nach sich zieht.

Immerhin eine Erleichterung gibt es jetzt für die städtischen Planer: Land und Bund haben die auf den 30. Juni fixierte Frist aufgehoben, so dass die Kommunen nun fortlaufend Mittel für den Neu- oder Ausbau von Kitas beantragen können. 20000 Euro gibt es für die Schaffung eines U3-Platzes vom Bund, den Rest - mindestens aber zehn Prozent - muss der jeweilige Antragsteller übernehmen.

Dass dabei trotz der Förderung erhebliche Kosten entstehen können, zeigt das Beispiel Breinigerberg. Für die neue dreigruppige Einrichtung am Tomborn mit 22 U3-Plätzen werden rund eine Millionen Euro veranschlagt. 56.0000 Euro wird somit die Stadt Stolberg übernehmen müssen.
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