Verkehrssünder: Durchfahrtsverbot wird oft missachtet

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Die Durchfahrtsverbotsschilder, die lediglich Anwohnern die Weiterfahrt gestatten, sind eigentlich kaum noch zu übersehen. Trotzdem gibt es immer wieder Verkehrssünder. Foto: J. Lange

Stolberg-Münsterbusch. Die Debatten über eine Verkehrsberuhigung auf der Buschstraße reichen viele Jahre zurück. Ungeachtet des bestehenden Durchfahrtsverbotes nutzen immer wieder Autofahrer das Teilstück hinter der Ortslage Kohlbusch als Abkürzung zur Cockerillstraße (L220).

Regelmäßig zu Wahlkampfzeiten wird das Thema immer wieder hoch gekocht. Eine wirklich wirksames Mittel fehlte bislang jedoch.

Um eine nachhaltige Lösung hatte sich die Verwaltung im Herbst 2009 bemüht. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion ohne Beteiligung des zuständigen Verkehrsausschusses hatte die Verwaltung mit schweren Gesteinsbrocken auf der Fahrbahn der Einbahnstraße hinter der Zufahrt zur „Hueck Rheinische GmbH“, der früheren Filztuchfabrik in der Nepomucenusmühle, die weitere Durchfahrt unterbunden.

Eilantrag eingereicht

Die Aktion führte zuerst zu einem Donnerwetter seitens der ungefragten Politiker und sodann zu einer Klage vor dem Aachener Verwaltungsgericht. Ein Landwirt, der die städtischen Wiesen zwischen Kohlbusch und Cockerillstraße gepachtet hatte, reichte bei den Richtern in den blauen Roben einen Eilantrag ein. Der Landwirt hatte sich bereits vor Jahren gegen eine diskutierte Sperrung der Strecke gewandt und mit mangelnden Wendemöglichkeiten angesichts der Vollsperrung argumentiert.

Das Verwaltungsgericht brauchte sich aber nicht mit der Sache intensiv zu befassen, da der Landwirt seine Klage zurückzog. Zuvor hatte der Verkehrsausschuss beschlossen, dass die „Hinkelsteine“ wieder entfernt werden und die Verwaltung eine andere Lösung zur Unterbindung des Schleichverkehrs durch das Naturschutzgebiet suchen solle.

Zufahrt zu Häusern

Was allerdings vor Ort nicht ganz einfach ist, da hinter der bebauten Ortslage eine Zufahrt zur Kleingartenanlage, die zur Filztuchfabrik sowie zu zwei dahinter liegenden Häusern ist. In diesem Juli sorgte ein neuerlicher Vorstoß eines Anliegers der Buschstraße für neue Dynamik in Sachen Verkehrsberuhigung.

Siegfried Blaszczyk regte ein erneutes Nachdenken über ein Abpollern der Buschstraße zur Cockerillstraße an. Denn trotz eindeutiger Beschilderung sei die Strecke tatsächlich stark durch Fahrzeugverkehr frequentiert – insbesondere zur Morgenstunde und am Nachmittag, also zu Zeiten des klassischen Berufsverkehrs.

Zwar genieße eine Überwachung des Durchfahrtsverbotes an dieser Stelle sicherlich keine hohe Priorität bei der Polizei, aber sporadische Kontrollen könnten bereits abschreckende Wirkung erzielen. Blaszczyk wandte sich an die zuständigen Behörden. Die Polizei reagierte und wandte sich nicht nur an die Kupferstadt. Im September erfolgten mehrere Kontrollen auf dem Abschnitt und ahndeten zahlreiche Verstöße.

Zudem wurde das Ordnungsamt gebeten, aktiv zu werden. Dort entschied man sich zu einer noch deutlicheren Ausschilderung des Durchfahrtsverbotes. Zusätzlich zur bestehenden Beschilderung in Höhe der Einmündung der Heinrichstraße wurden am Ende der durchgängigen Bebauung sowie an der Zufahrt zur Kleingartenanlage Durchfahrtsverbote mit dem Hinweis Anlieger frei installiert.

Nur Landwirtschaft

Eine drittes Verbotsschild steht zudem hinter der Nepomucenusmühle mit dem Hinweis, dass nur noch landwirtschaftlicher Verkehr passieren dürfe. Damit ist auch für Anlieger von Busch- und Heinrichstraße die Abkürzung zu einem Tabu geworden. Wer sie dennoch nutzt und erwischt wird, darf mit empfindlichen Bußgeldern rechnen.

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