Verkehrserziehung: Realschüler im „rollenden Klassenzimmer“

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Stolberg-Mausbach. Auch im Bus ist Sicherheit gefragt: Beim „Busfahrtraining“ lernen Kinder, wie man als Passagier sicher ans Ziel kommt. Verkehrssicherheitsberater Jürgen Steffens begleitete zu diesem Zweck die Jahrgänge 5 und 6 der Realschule Mausbach bei ihrer außerschulischen Lerneinheit zum Thema Verkehrserziehung.

Die bereits für den November geplanten Bustouren fanden im Februar dann tatsächlich statt. Alle fünften Klassen der Realschule Mausbach sowie jeweils acht Schüler aller sechsten Klassen nahmen daran teil. Viermal startete der mit 28 Sitzplätzen ausgestattete Bus auf seine je 90-minütige Tour.

Wie auf dem normalen Schulweg, waren die Schüler dabei mit Schultasche bepackt, allerdings ausnahmsweise in Begleitung eines betreuenden Lehrers, zweier Paten aus älterem Jahrgang sowie des für die Verkehrsunfallprävention zuständigen Polizisten Jürgen Steffens.

„Nach dem Wechsel zur weiterführenden Schule sind viele der oft erst Zehnjährigen erstmals mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs“, erläutert Jürgen Meeßen, Konrektor der Realschule, der die 24-köpfige Gruppe der Sechstklässler begleitete. „Gefahren rund um die Haltestellen, aber auch im Bus selbst werden unterschätzt. Außerdem sind die Kinder meist in größeren Gruppen unterwegs, lachen und toben und hören Ermahnungen, aber auch Hupen von Autofahrern nicht.“

Der Fokus der Veranstaltung liegt auf den täglichen Schulwegfahrten mit dem Bus. Aber auch bei Klassenfahrten mit dem Reisebus oder den wöchentlichen Fahrten zur Sport- oder Schwimmhalle ist das richtige Verhalten an Bushaltestellen und im Bus zu beachten. Eindrucksvoll wurde vermittelt, welche Gefahren drohen, wenn Schüler die vorgeschriebenen Sicherheitshinweise nicht beachten: So wurde zum Beispiel der Schwenkbereich des Busses demonstriert. Eine „Puppe“ und ein Kanister wurden dazu am Bordsteinrand platziert und anschließend von dem an die Haltestelle anfahrenden Bus umgefahren. Schwere Verletzungen sind die Folge.

Diese Fahrdemonstration des Busfahrers Soner Sen veranschaulichte, dass die Schüler sich nicht so nah an den Bordstein stellen dürfen und Platz für den herannahenden Bus machen müssen. Jürgen Steffens erklärte die „Sache mit der Schrecksekunde“ – und dass nicht allein der Bremsweg eines Fahrzeugs entscheidend sei: „Das Überqueren der Straße an den Haltestellen, das Verhalten beim Ein-, Aus- und Umsteigen muss immer wieder geübt und thematisiert werden“, sagt Steffens, der mit Kindern aller Altersstufen Übungen durchführt und später auch die Jugendlichen zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr schult: im Junge-Fahrer-Programm des sogenannten Crash-Kurses Nordrhein-Westfalen.

Anderen zu helfen und soziales Verhalten zu üben im Umgang mit älteren Menschen und Menschen mit Handicap, war ein weiterer Lernbaustein vor und während der Bustour. Während der Fahrt wurde es dann besonders aufregend: Die Mädchen und Jungen erlebten eine angekündigte Gefahrenbremsung. Obwohl nur von 30 Stundenkilometern abgebremst wurde und nicht überraschend wie im echten Gefahrenfall, waren die Kinder von den auf sie einwirkenden Kräften mehr als beeindruckt.

Abschließend wurde thematisiert, wie wichtig es ist, sicheren Halt zu suchen, wenn man keinen Sitzplatz bekommen hat – denn ein heftiges Bremsmanöver ist jederzeit möglich. „Auf viele Dinge werde ich ab jetzt mehr achten“, verspricht Tobias Schmitz, der bei der Sechser-Bustour dabei war, und das ist ein wichtiger Schritt in Richtung „sicheres Busfahren“.

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