Verhandlungen bei Prym geplatzt

Von: Michael Grobusch
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Einen Matrix-Tarifvertrag, wie ihn die Geschäftsführung einführen wollte, wird es vorerst nicht geben bei Prym. Nach mehr als sechs Monaten sind die Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der IG Metall jetzt abgebrochen worden. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Die Gespräche über den Abschluss eines Matrix-Tarifvertrages bei der Firma Prym sind gescheitert. Das haben Gewerkschaft und Geschäftsführung auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt. Allerdings wollte Hedwig Ehlen am Donnerstag nicht explizit von einem Scheitern sprechen.

„Wir haben die Verhandlungen abgebrochen, weil die Situation so schwierig war, dass keine Lösung möglich schien“, erklärte die Geschäftsführerin und Personalleiterin von Prym und ergänzte: „Das ist aber kein Drama. Denn wir haben mit dem Betriebsrat eine Vereinbarung geschlossen, der den mobilen Einsatz von Mitarbeitern innerhalb des Konzerns ermöglicht.“

Besagte Vereinbarung hat auch Ralf Radmacher unterzeichnet. Doch der Konzern- und Europa-Betriebsratsvorsitzende legt Wert auf die Feststellung „dass das mit einem Matrix-Tarifvertrag rein gar nichts zu tun hat. Wir haben einer Regelung zugestimmt, die es erlaubt, bei Beschäftigungsspitzen einige wenige Kollegen für maximal drei Monate in einer anderen Division einzusetzen“, so Radmacher. Bei den Verhandlungen zu einem Matrix-Tarifvertrag sei es hingegen um schwer wiegende Eingriffe in die Strukturen des Konzerns gegangen. „Beispielsweise um die Zusammenlegung von ganzen Abteilungen verschiedener Sparten und damit auch um Synergieeffekte.“

Ihr Einverständnis hatten Gewerkschaft und Betriebsrat an mehrere Bedingungen geknüpft, die die Geschäftsführung „nach über sechsmonatigen Verhandlungen nicht bereit war zu erfüllen“, wie IG-Metall-Geschäftsführer Helmut Wirtz feststellt. Kernpunkte waren eine Beschäftigungssicherung für alle Mitarbeiter und damit der Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2017, die Beibehaltung der hohen Ausbildungsquote und die Übernahme aller Azubis. Das alles ist nun zumindest vorerst vom Tisch.

Neuerlichen Gesprächsbedarf dürfte es gleichwohl bereits Anfang kommenden Jahres geben, wenn es um die Umsetzung des noch auszuhandelnden Entgelttarifvertrages in der Metall- und Elektroindustrie gehen wird. Die derzeit bestehende Vereinbarung verliert zum 31. Dezember ihre Gültigkeit, und die IG Metall geht mit klaren Forderungen in die Tarifrunde, über die am 14. Januar erstmals – zunächst für Baden-Württemberg und Bayern – gesprochen werden soll. 5,5 Prozent mehr Geld, eine geförderte Bildungsteilzeit und bessere Konditionen für die Altersteilzeit hat sich die Gewerkschaft auf die Fahnen geschrieben. Das dürfte die Verantwortlichen bei Prym hellhörig gemacht haben.

Denn ein hoher Abschluss könnte vor allem dem langjährigen Sorgenkind Fashion Probleme bereiten. Die Division wird das Geschäftsjahr dem Vernehmen nach wegen starker Auftragseinbrüche einmal mehr mit einem negativen Ergebnis abschließen. Erst im Oktober 2013 waren die Gehälter der Fashion-Mitarbeiter nach jahrelangen Einschränkungen wieder auf das Flächentarifniveau gebracht worden. Seitdem gibt es gegenüber Consumer und Inovan nur noch geringfügige Unterschiede beim Weihnachts- und Urlaubsgeld.

Ob 2015 eine erneute Abweichung beim Entgelt erforderlich werden wird, ist laut Hedwig Ehlen noch offen. „Das wird sich in den nächste Monaten zeigen.“ Und dürfte wohl auch von der Höhe des Abschlusses abhängen.

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