Verein will die Stolberger Altstadt retten

Von: Michael Grobusch
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Initiator der sechs Altstadt-Tore und designierter Vorsitzender des Vereins „Historische Altstadt“: Hartmut Kleis

Stolberg. Dieser Tag soll mehr haben als nur Symbolwert: Wenn am 11. März im Rittersaal der Burg der Verein „Historische Altstadt“ gegründet wird, soll für die Stolberger City ein neues, besseres Zeitalter beginnen. Darauf zumindest setzt Hartmut Kleis, der als Initiator und potenzieller Vorsitzender für Aufbruchstimmung in der Kupferstadt sorgen will.

Es ist ein mutiges Unterfangen, schließlich hat sich die Situation in den vergangenen Jahren stetig verschlechtert. Der zunehmende Leerstand von Ladenlokalen und die mangelhafte Unterhaltung von Immobilien haben dazu geführt, dass vor allem der Steinweg als Standort für Wohnen und für Gewerbe immer mehr an Attraktivität verloren hat. „Diese Entwicklung müssen wir stoppen“, fordert Kleis, der sich bei der Gründung und Ausgestaltung des neuen Vereins an der erfolgreichen Öffnung des Dorfladens in Vicht orientieren will. „Wir haben dort erlebt, welche Dynamik sich entwickeln kann, wenn es eine gute Idee gibt, mit der man andere begeistern kann.“ So hätten beispielsweise immer mehr Handwerksbetriebe ihre Hilfe angeboten, „die wir ursprünglich gar nicht auf der Rechnung gehabt hatten.“ Einen solchen Zuspruch brauche nun auch der Verein „Historische Altstadt“.

Hartmut Kleis ist zuversichtlich, dass es diesen geben wird. In den bisherigen Gesprächen – zuletzt beim offenen Stammtisch der Gesellschaft für Stadtmarketing am Mittwochabend – habe er viel Zustimmung erhalten. „Jetzt geht es darum, mit der Vereinsgründung und der Verteilung der Aufgaben die Phase der Umsetzung einzuleiten“, sagt der Geschäftsmann.

Dafür bedarf es möglichst vieler Fachleute auf unterschiedlichen Ebenen. Wie etwa die erwähnten Handwerker, die auch mal anpacken können, wenn es darum geht, die Altstadt zu verschönern. Oder Banker und Juristen, die sich um die finanziellen und rechtlichen Angelegenheiten des Vereins kümmern. Für Kleis steht fest: „Die Stadt hat kein Geld. Deshalb wird es nur mit Hilfe vieler engagierter Bürger möglich sein, ein Konzept für die Innenstadt zu entwickeln und dafür zu sorgen, das in unserer historischen Altstadt nicht dauerhaft ein historischer Leerstand herrscht.“

Was das konkret bedeutet, will Kleis zunächst mit den Mitgliedern besprechen. Er hat allerdings schon eine konkrete Vorstellung, wohin die sprichwörtliche Reise gehen soll. „Wir werden eine ganze Reihe von Arbeitsgruppen bilden, die sich jeweils um einen Themenbereich kümmern.“ Sich selbst sieht er in der Funktion des Vorsitzenden als Bindeglied und Koordinator. Und wo werden die ersten inhaltlichen Schwerpunkte liegen? „Bauinstandsetzung, Erscheinungsbild, touristische Vermarktung“, kommt schnell die Antwort.

Doch das geht natürlich nur mit Beteiligung der Hausbesitzer. Diese hat die Stadt mehrmals kontaktiert und dennoch wenig erreicht, weiß Hartmut Kleis. Er lässt sich aber nicht entmutigen: „Bei einer Verwaltung gibt es immer eine Hemmschwelle. Wenn wir aber hingegen als Verein an die Eigentümer herantreten, macht das die Sache sicherlich einfacher.“

Womit es mit der Einfachheit aber auch schon ein Ende haben dürfte. Kleis stellt klar: „Die Aufwertung der Altstadt wird ein Prozess über viele Jahre sein, in dem wir uns immer wieder neue, kleine Ziele setzen müssen.“ Das erste ist mit der Gründung des Vereins „Historische Altstadt“ jetzt in Sichtweite.

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