Verein „Menschenskind“ richtet Spielplatzfest für Flüchtlingskinder aus

Von: ds
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Die Veranstalter des Straßenfestes im Eburonenweg sind zuversichtlich, Anwohner und Flüchtlinge zu einem gemütlichen Plausch bei Kaffee und Kuchen zusammen zu bringen. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg. „Woher du kommst, wohin du gehst, wo du geboren bist und lebst. Wie lang du bleiben darfst auf dieser Welt, welche Sprache dir vertraut und auch die Farbe deiner Haut ist kein Verdienst, liegt nicht in unsrer Hand. Wer auch je den Himmel hält, es gibt eines nur, das zählt: Wir sind alle Kinder dieser Welt.“

Diese Zeilen stammen aus der Feder von Wolfgang Goldstein, und es ist ein Mädchen, eine junge Sängerin namens Sissi, das dieses Lied zum Weltkindertag gesungen hat. Sicherlich wird es auch diesen Freitag im Eburonenweg erklingen.

Dort findet ein Spielplatzfest statt, bei dem auch „Max der Clown“ (Herbert Baldrian) und Agathe Kohnen mit ihren Bewegungsspielen für Kinder mitwirken. Und das Motto lautet eben „Wir sind alle Kinder dieser Welt“. Ausrichter ist der Verein „Menschenskind“. Die Einladung richtet sich an Eltern und Kinder in Notunterkünften am Kelmesberg, in der Wiesenstraße und dezentralen Unterkünften ebenso wie an Familien in der Nachbarschaft des Spielplatzes am Eburonenweg. Der Förderverein möchte mit dem Spielplatzfest den Kindern aus Notunterkünften mit ihren Eltern an diesem Nachmittag Freude bereiten und sie für kurze Zeit in ein „zauberhaftes Land“ entführen.

Traumatisches ausblenden

„Der erste Kontakt kommt am ehesten mit den Kindern zustande, darüber kommen dann in der Regel auch die Erwachsenen zusammen, und das wollen wir fördern“, sagt der Vorsitzende von „Menschenskind“, Dr. Volker Siller. Vielleicht sei das ja ein Weg, traumatisch Erlebtes für kurze Zeit auszublenden.

„Uns ist klar, dass wir mit einer einmaligen Aktion nichts ‚reißen‘ können, wollen mit dem Spielplatzfest aber ein Initialzündung starten, einen Anstoß geben“, ergänzt Vorstandsmitglied Ilse Zörkler. Weitere kontinuierliche Begegnungen müssten folgen, damit die positiven Ansätze aus den Arbeitsgruppen des Stolberger Flüchtlingsdialogs greifen.

Schranken abbauen

Die Idee des Fördervereins: Flüchtlinge auf der einen Seite, Stolberger Familien auf der anderen Seite: In der Mitte, auf dem Spielplatz, sollen sie zusammenkommen, sich kennenlernen. Mit solch kleinen Schritten können Schranken abgebaut werden und wird Integration greifbarer.

Pfarrerin Elke Gericke (evangelische Kirchengemeinde Stolberg) wohnt selbst im Eburonenweg und hat dort fleißig die Werbetrommel gerührt, indem sie Flyer fürs Fest verteilt hat. „Ich habe schon beim Eburonenfest am 22. August für das bevorstehende Fest geworben und viele gute Rückmeldungen erhalten“, freut sich Gericke. Und während die Pfarrerin bei den Stolberger Bürgern unterwegs war, hat Gabriele Wirtz vom Caritasverband, die im Rahmen der Flüchtlingsarbeit für die Stadt tätig ist, bei den Flüchtlingen „angeklopft“. Neben Flyern hatte sie auch einen Dolmetscher dabei, denn es nütze ja nichts, den Menschen einfach nur einen Zettel in die Hand zu drücken.

Auch Martina Harperscheidt vom städtischen Sozialamt ist zuversichtlich, dass einige Kinder mit ihren Eltern auf ein paar Getränke und Kuchen vorbeikommen werden. „Genaue Zahlen sind natürlich schwer zu nennen“, sagt sie. Zur entspannten und gemütlichen Atmosphäre tragen also ein kleines Programm, Kaffee, Kuchen und Getränke bei, die laut Veranstalter ausnahmslos gespendet wurden. „Dolmetscher und ehrenamtliche Helfer stehen uns bei den organisatorischen und logistischen Herausforderungen zur Seite“, betont Siller. Animiert zu dieser Aktion wurde der Verein „Menschenskind“ durch die Mitarbeit im Stolberger Flüchtlingsdialog. Volker Siller, Ilse Zörkler, Elke Gericke und Gabriele Wirtz arbeiten in den Gruppen „Psychosoziale Betreuung“ und „Hilfen im Alltag“ mit und wollen vor allem den Kindern und Jugendlichen ihre besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen.

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