Verein Alte Schule Venwegen: Voll und ganz der Jugendarbeit verschrieben

Von: Dirk Müller
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Die Vereinsvorsitzende Nicole Schweitzer (rechts) vor der Alten Schule in Venwegen. Links ist der marode Pavillon zu sehen, der 2018 durch einen Neubau ersetzt werden soll. Er diente den Pfadfindern lange Zeit als Anlaufstelle. Foto: D. Müller

Stolberg-Venwegen. Am Sonntag lädt der Verein Alte Schule Venwegen ab 11 Uhr zu einem Frühlingsfrühstück am Bücherbüdchen an der Ecke Vennstraße/Am Bachpütz ein. Mit Nicole Schweitzer, Gründungsmitglied und Vorsitzende des Vereins, sprach Dirk Müller über die Alte Schule in Venwegen und die Aktivitäten und Pläne des gemeinnützigen Vereins.

Wann wurde der Verein Alte Schule Venwegen gegründet?

Schweitzer: Im Jahr 2006, gleich nachdem der Schulbetrieb eingestellt wurde. Vereinsziel war es, das Schulgebäude zu übernehmen, also zu erhalten. Seit diesem Jahr sind auch die Venwegener Pfadfinder in der Alten Schule beheimatet. Sie helfen immer gerne bei allem mit, was zeigt, dass die Alte Schule auch für die Pdfafinder ein ganz besonderes Gebäude ist. Wie für den ganzen Stolberger Stadtteil Venwegen.

Was waren die ersten Maßnahmen des Vereins?

Schweitzer: Wir haben im Erdgeschoss den Offenen Jugendtreff renoviert, saniert und eingerichtet, im ersten Obergeschoss eine Küche eingebaut und die Bücherei eingerichtet, die seitdem regelmäßig geöffnet ist. Auch unser beliebtes Kartoffelfest haben wir schon im ersten Jahr des Vereins veranstaltet.

Der Offene Treff ist derzeit aber nicht mehr regelmäßig geöffnet.

Schweitzer: Das stimmt. Er war zehn Jahre lang ein frequentierter Treffpunkt, und dann hat bei den Jugendlichen quasi ein Generationswechsel stattgefunden. Es ist bereits wieder eine neue Gruppe daran interessiert, den Offenen Treff regelmäßig zu beleben, aber die jungen Leute haben noch keinen gemeinsamen Termin dafür gefunden. Dennoch wird der Offene Treff auch momentan genutzt.

Mit Theke, Musikanlage, gemütlicher Sitzecke, Billard, Dart und Kicker sowie dem Außengelände ist er gut geeignet für Feiern wie Geburtstage. Der angrenzende Wald wird zum Beispiel bei Kindergeburtstagen gerne für Schnitzeljagden oder Natur-Rallyes genutzt. Auch ganze Schulklassen nehmen das Angebot unseres Offenen Treffs immer wieder wahr.

Wie kam es, dass der Verein Alte Schule Venwegen Ende 2009 von der Kupferstadt als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt wurde?

Schweitzer: Unser Verein war inzwischen zu einer Institution in Venwegen geworden. Wir sind einerseits Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche geblieben und haben andererseits unser Angebot erweitert. Außerdem ist es ja so, dass die Alte Schule kein zweites Bürgerhaus in Venwegen ist, sondern eine Einrichtung, die sich voll und ganz der Jugendarbeit verschrieben hat.

Bei Festen unseres Vereins ist selbstverständlich immer die ganze Familie eingeladen, aber die Alte Schule steht nur Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Die Anerkennung seitens der Stadt Stolberg hat dem Verein gutgetan und uns motiviert.

Wie wurde das Angebot des Vereins erweitert?

Schweitzer: Wir haben zum Beispiel Ferienspiele und Projekte veranstaltet. Zu dem Offenen Treff und der Bücherei, die jeden vierten Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr geöffnet ist, kamen Leseabende und regelmäßige Kursangebote hinzu. Heute sind Zumba, Ballett und Hiphop im Angebot. Das Gebäude der Alten Schule wird wie gesagt von den Pfadfindern genutzt, die im Winter auf dem Schulhof Weihnachtsbäume verkaufen.

Und auch die Kinder- und Jugendabteilung der Karnevalsvereinigung De Vennkatze trainiert hier. Unser Verein veranstaltet zudem im Sommer ein Spielplatzfest und im Herbst das Kartoffelfest und zweimal im Jahr den Venwegener Kindersachenflohmarkt mit Cafeteria.

2014 gab es für den Vereine eine gute und eine schlechte Nachricht...

Schweitzer: Ja, die schlechte Nachricht war, dass der Pavillon der Alten Schule dermaßen marode geworden ist, dass er nicht mehr zu retten war. Die Stadt wollte einen neuen bauen, wenn die Maßnahme zu 60 bis sogar 80 Prozent von dem „Leader“-Programm gefördert worden wäre. Leider kam es aber nicht zu der Förderung, und der neue Pavillon wurde auf Eis gelegt. Doch jetzt will die Stadtverwaltung einen neuen Anlauf machen: Noch in diesem Jahr soll der neue Pavillon geplant und in 2018 gebaut werden.

Warum ist der Pavillon für die Alte Schule so wichtig?

Schweitzer: Im Pavillon ist ein Raum, der genau die richtige Größe für Tanztrainings hat, und bestens für Präsentationen und Aufführungen im kleineren Rahmen geeignet ist. Die Räume im Hauptgebäude sind dazu nicht groß genug und außerdem mit Mobiliar und Ausstattung gefüllt.

Und was war die gute Nachricht in 2014?

Schweitzer: Die betraf das ganze Dorf, denn Venwegen hat das Prädikat „Familienfreundlich“ von der Städteregion Aachen verliehen bekommen. Daran hatte unser Verein Alte Schule sicherlich einen Anteil, aber auch die anderen Ortsvereine sowie die Spielplatzinitiative haben es möglich gemacht, dass wir als gesamtes Dorf mit diesem Prädikat ausgezeichnet worden sind.

Der Verein Alte Schule wurde im vergangenen Jahr aber auch auf kommunaler Ebene prämiert...

Schweitzer: Ja, im Rahmen des Stolberger Familienfreundlichkeitswettbewerbs „12 Monate, 12 Ideen“ wurde im März 2016 unsere Idee ausgezeichnet, den ersten öffentlichen Bücherschrank in Stolberg zu installieren. Unser Verein hat eine ausgediente Telefonzelle gekauft, und das Technische Betriebsamt der Kupferstadt hat das Fundament gegossen und das Bücherbüdchen aufgestellt.

Wie kam es zu der Idee, am Sonntag ein Frühlingsfrühstück am Bücherbüdchen zu veranstalten?

Schweitzer: In erster Linie ist das Bücherbüdchen eine Leih- und Tauschbörse für Literatur, das von Patinnen aus unserem Verein gepflegt wird. Es ist eine sehr gute Ergänzung zu der Bücherei in der Alten Schule, da Kinder, Jugendliche und Erwachsene unabhängig von Öffnungszeiten quasi 24 Stunden am Tag das Bücherbüdchen nutzen können. Aber das Bücherbüdchen ist auch mehr: Es ist sehr gut frequentiert, dient sowohl den Venwegenern, als auch Wanderern und Menschen, die regelmäßig daran vorbeifahren als literarische Anlaufstelle. In kurzer Zeit hat das Bücherbüdchen sich zu einem weiteren Treff- und Kommunikationspunkt im Dorf entwickelt.

Diesen Aspekt möchten wir bei dem Frühlingsfrühstück hervorheben. Ab 11 Uhr besteht aber am Sonntag nicht nur die Möglichkeit, Leserinnen und Leser zu treffen und etwas zum Frühstück mitzubringen und mit anderen zu tauschen. Das Bücherbüdchen soll auch mit mehr Farbe gestaltet werden. Dabei können die Akteure ihre Kreativität ausleben und ihre Spuren in Venwegen hinterlassen.

Welche Pläne hat der Verein für die Zukunft der Alten Schule in Venwegen?

Schweitzer: Wir möchten in dem Offenen Treff noch in diesem Jahr regelmäßige Disko-Abende für Teenager anbieten. Ein weiteres Projekt ist das Internet. Für unsere Zielgruppe Kinder und Jugendliche ist es wichtig, dass die Alte Schule einen Internetzugang erhält, und die Kids WLAN nutzen können. Die Homepage unseres Vereins im Internet möchten wir auch mit mehr Leben füllen. Und wir haben vor, die Alte Schule als außerschulischen Lernort voranzubringen.

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