Verdi-Umfrage: Beschäftigte wollen flexible Arbeitszeiten

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IG Metall-Bevollmächtigter Martin Peters stellte jetzt die Ergebnis der Befragung vor. Foto: M.L. Gombert

Stolberg. Die Menschen wollen Arbeitszeiten, die zu ihrem Leben passen. Tarifverträge und Mitbestimmung haben hier Wichtiges geleistet: 71 Prozent der Beschäftigten in der Region sind mit ihrer momentanen Arbeitszeit zufrieden oder zumindest eher zufrieden.

Aber auch diese Beschäftigten fordern mehr Selbstbestimmung in der Arbeitswelt von morgen. Das ist ein Ergebnis der Beschäftigtenbefragung der IG Metall, an der sich in der Geschäftsstelle Stolberg etwa 1400 Beschäftigte beteiligt haben.

„Wir brauchen arbeitszeitpolitisch neue Antworten für die Arbeitsgesellschaft von morgen. Dabei ist die 35-Stunden-Woche für die große Mehrzahl der Beschäftigten die Wunscharbeitszeit. Wir müssen das Mantra der Arbeitgeber, Vollzeit plus Überstunden plus Flexibilität plus Leistungsdruck, durchbrechen. Das sind keine Arbeitszeiten die zum Leben passen. Die Beschäftigten wollen mehr Selbstbestimmung anstatt Fremdbestimmung in der Arbeitszeit“, sagte IG Metall-Bevollmächtigter Martin Peters am 20. Mai in Stolberg.

In der Geschäftsstelle Stolberg wünschen sich über 76 Prozent der Beschäftigten die 35-Stunden-Woche oder kürzere Arbeitszeiten. So wollen knapp 18 Prozent der Beschäftigten die Vollzeitarbeit auf weniger als 35 Stunden reduzieren. 84 Prozent sind der Auffassung, dass es gut wäre, die Arbeitszeit zeitweise absenken zu können, etwa für die Erziehung von Kindern, die Pflege von Angehörigen oder die berufliche Weiterbildung.

Dafür erwarten die Beschäftigten auch einen finanziellen Ausgleich. „Das Votum der Beschäftigten ist eindeutig: Sie setzen auf eine Umverteilung der Arbeitszeit entlang des Lebenslaufes. Dieser arbeitszeitpolitische Aufbruch kann weder durch den Einzelnen noch durch einzelne Betriebsräte durchgesetzt werden. Dazu sind verlässliche tarifliche und gesetzliche Regelungen nötig“, betonte Martin Peters.

Auch wenn die Arbeitszeitrealitäten unterschiedlich sind in den Betrieben und Abteilungen, es sind die gleichen Faktoren, die über die Zufriedenheit oder Unzufriedenheit bestimmen. Von den Befragten, die mit ihrer Arbeitszeit zufrieden sind, haben 88 Prozent planbare Arbeitszeiten. Von denen, die unzufrieden sind nur 49 Prozent. Von denen, die mit ihrer Arbeitszeit unzufrieden sind, haben 56 Prozent überlange Arbeitszeiten (über 40 Stunden) und 68 Prozent geben an, dass sie sich ständig gehetzt und unter Zeitdruck fühlen.

Gefordert ist eine Arbeitszeitpolitik, die insgesamt jene Faktoren stärkt, die die Arbeitszeitzufriedenheit erhöhen und jene eingrenzt, die zur Unzufriedenheit mit der Arbeitszeit führen. Diese sind über alle Beschäftigtengruppen und Branchen im Organisationsbereich der IG Metall gleich. Wie dies konkret umgesetzt werden kann, wird in den nächsten Monaten in den Betrieben und den Tarifkommissionen intensiv debattiert werden.

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