„Verdammt lang Hair“ hat echten Kultcharakter

Von: Dirk Müller
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An Niveau und Humor kaum zu überbieten: Die „Night of the Prolls“ ist einer Höhepunkte bei der Sitzung der Ersten Kleinen. Foto: D. Müller
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Benno (links) und Oli Vinck begeistern mit ihrem „Kampf“ mit den Handtüchern.

Stolberg. Dass sie nicht mehr ganz jung aber noch lange nicht in die Jahre gekommen ist, hat die Erste Kleine äußerst eindrucksvoll bei ihrer Jubiläumssitzung unter Beweis gestellt. Unter dem Motto „Verdammt lang ,Hair‘ – dreimal elf Jahre sind vorbei, Erste Kleine immer noch dabei!“ präsentierte der n. e. V. (nicht eingetragene Verein) seinen Gästen ein vielfältiges Programm voller Höhepunkte, das hauptsächlich aus den eigenen Reihen gestaltet wurde.

Erste-Kleine-Präsident Christian „Cher“ Erberich sagte zahlreiche Auftritte mit absolutem Kultcharakter an. Etwa die „Night of the Prolls“, die auf sehr hohem Niveau humoristisch das Publikum im proppenvollen Saal von „Angie’s Bistro“ restlos begeisterte.

Von Silas Nobel am Piano begleitet, glänzten Klaudia Bergs-Bedra und Peter Effenberg, als sie in feinster Abendgarderobe klassische Versionen bekannter Lieder sangen. Der „Proll-Faktor“ war die ungewöhnliche Literatur, die sie sich für ihr Klassikkonzert ausgesucht hatten. So brillierte Effenberg mit „Zehn nackte Friseusen“ und Bergs-Bedra zweifelte gewisse „20 Zentimeter“ an. Im Duett intonierten sie „Hey Baby“ – und die glamouröse „Night oft he Prolls“ war perfekt. Ebenfalls tosenden Applaus erhielten weitere Erste-Kleine-Programmpunkte wie „Das Handtuch“: Oli und Benno Vinck begeisterten mit starker Mimik und witziger Choreographie, während sie mit den Handtüchern, die ihre einzige Bekleidung darstellten, „kämpften“.

Von den ausgelassen feiernden Gästen bejubelt wurde freilich auch die legendäre dreibeinige Marie Hanno Topoll oder die Nummer „Wie alles anfing“, bei der Robert Hülsen, Reiner und Rolf Schmitz, Andy Orgeig und Angelika Wenn an die Pfadfinderwurzeln der Ersten Kleinen erinnerten und für großartige Stimmung im Saal sorgten. Als telefonierende und bügelnde Hausfrau gab Uschi Topoll weitere Einblicke in die „Erste Kleine History“.

Hauseigene Show-Größen

Ulrike Erberich gab bezaubernd die Moderatorin von „Ricky’s Pop Sofa“ und hatte Andreas Gabalier (Angelika Wenn) zu Gast, der natürlich auch ein „Liad“ schmetterte und für beste Stimmung im Saal sorgte. Bei dem „Happy Birthday“ zum 33-jährigen Bestehen der Ersten Kleinen dirigierte Robert Hülsen den „Pianisten“, Reiner Schmitz, der auf fröhlich-frivole Weise sein „Instrument“ bediente, ohne dabei die Hände zu benutzen. Weitere Akteure dieses heiteren Auftritts waren Rolf Schmitz, Andy Orgeig und Angelika Wenn, denn die Erste Kleine brachte zur Freude des Publikums auch hauseigene Show-Größen wie Tina Turner und Paul Potts auf die Bühne.

„Gebt den Kindern das Kommando“, appellierten der Erste-Kleine-Ehrenpräsident Herbert „Keule“ Wenn und Hanno Topoll zunächst in der witzigen Reimform einer klassischen Büttenrede, bevor „Keule“ ein „Liedchen“ zur Melodie von „Ich war noch niemals in New York“ anstimmte. Wie die Erste Kleine die Ära zwischen dem Pfadfinderdasein und dem karnevalistischen Treiben, das vor 33 Jahren begann, überbrückt hat, demonstrierten fünf wahre Ballartisten auf der Bühne. Sie erinnerten an den „Club Sonntagmorgen“, der einst leidenschaftlich dem Fußballspiel frönte. Zur Musik von „We no speak Americano“ sangen sie „Spielen wie ein Brasilianer“ und erhielten für ihre originelle Fußballchoreographie inklusive Wadenkrampf und Narrenkappe reichlich Beifall.

Zu dem Motto der Jubiläumssitzung erklärte Präsident „Cher“ Erberich: „Die Haare der Mitglieder der Ersten Kleinen sind nicht weniger geworden – sie sind nur an anderen Stellen wiedergekommen“, und ein weiteres Glanzlicht der rundum gelungenen Veranstaltung war der Programmpunkt „Verdammt lang ,Hair‘“. Liesel und Norbert „Paschik“ Steffens, Marcel Kinkel , Klaudia Bergs-Bedra und Peter Effenberg präsentierten ein schwungvolles Potpourri aus schönen kölschen Liedern, und im überkochenden Saal von „Angie’s Bistro“ hieß es einmal mehr „Alles op die Stöhl“. In das Medley eingebettet haben die Sänger auch „Jetz es d’r Prinz in d’r Saal“. Das Lied des Stolberger Karnevalsprinzen 2005 Wiechi I. war eine Reminiszenz an das verstorbene Erste-Kleine-Mitglied Jürgen Wiechmann und die Darbietung ein bewegender Moment.

Bei aller Liebe zu dem alternativen Karneval der Ersten Kleinen ließ das Publikum sich aber auch vom traditionellen Rheinischen Brauchtum mitreißen. Dem Stolberger Karnevalsprinzen Kurt II. (Schiffer), der mit Hofstaat und Prinzengarde der Ersten Großen KG den Saal eroberte, bereiteten die Gäste einen berauschenden Empfang.

Präsident Heinz Hartmann und Stadtkommandant und amtierender Burggraf Rüdiger Fröschen ließen zunächst mit „datt Föttche“ wackeln, und Mariechen Sabrina Kreitz präsentierte sich in ihrer Abschiedssession in Bestform. Die Herren der Prinzengarde überzeugten mit ihrem Tanz beinahe ebenso wie die jungen Damen der Tanzgarde der ersten Großen. Kurt II. und sein bunter Hofstaat verwandelten dann den Saal erneut in ein jeckes Tollhaus.

In 33 Jahren hat die Erste Kleine viele Freunde gewonnen, und mehrere von ihnen versetzten das Publikum mit Livemusik in großartige Stimmung. Etwa Manni Kern, Börnie und Hardy Pauls und Dirk Lüdtke, die als „De Karamba Männcher“ in der Kupferstadt bestens bekannt sind. Auch in ihrem 30. Bühnenjahr versprühten die „Karambas“ ihre „alte Frische“ mit Titeln wie „Op d‘r Buurehoff“ oder „Keene Karneval im Zillertal“ und „Kölsche Jung“.

Unter der Leitung von Rolf Brück trugen auch die Trompetenbläser Donnerberg zur Partystimmung bei. Das versierte Donnerberger Ensemble überzeugte mit seiner enormen Bandbreite und spielte von „Hey Kölle“, „Drink doch ene met“ und „Ich ben ne Räuber“ über „Atemlos“ bis hin zur „Heidi“ alles, was gute Laune macht.

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