Venwegener Pfadfinder renovieren „Alte Schule”

Von: Mischa Wyboris
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Die Pfadfinder haben in kürzester Zeit die alte Schule auf Vordermann gebracht. Foto: zva

Stolberg-Venwegen. Wer mit ihnen spricht und sie dabei ein wenig beobachtet, der bekommt schnell das Gefühl, dass er es mit ganz normalen Mädels im Alter von elf, zwölf Jahren zu tun hat - manchmal etwas schüchtern, dann wieder ausgelassen und sympathisch albern.

Wenn es drauf ankommt, können Lilo, Pia und Kira bei allem Spaß aber auch den nötigen Ernst an den Tag legen. Das merkt man, wenn man ihnen weiter zuhört; das merkt man, wenn man die „Alte Schule” sieht.

Eine Menge Arbeit

„Wir alle haben von Anfang an gewusst, dass es eine Menge Arbeit wird”, sagt die elfjährige Lilo. Zusammen mit ihren beiden Gefährtinnen von der Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) Stamm Venwegen sinniert sie darüber, was die drei im Kreise von rund 30 Kindern und Jugendlichen am vergangenen Wochenende auf die Beine gestellt haben.

„Jetzt sieht es hier ganz anders aus”, stellt die zwölf Jahre alte Kira fest, als ihr Blick im einstigen Klassenraum der ehemaligen Schule umherschweift, in der sie vor vier Jahren unterrichtet wurde - und das trifft auch getrost auf den Rest des Gebäudes zu, wo die PSG Venwegen seit nunmehr drei Jahren ihre Jugendtreffen abhält.

Im Rahmen der 72-Stunden-Aktion haben die 30 Pfadfinderinnen Sachspenden gesammelt und sich anschließend mit dem „Alten Schule e.V.” - fernab des früheren Klassenraums - mächtig ins Zeug gelegt: Steine schleppen, Unkraut jäten, Löcher stopfen, Blumen pflanzen, Müll entsorgen, Wände streichen.

Neuer Glanz für das alte Gebäude

Alles, um der „Alten Schule” neuen Glanz zu verpassen, sie durch einen Um- und Ausbau endlich in vollem Umfang für die offene und verbandliche Jugendarbeit nutzbar zu machen, der das Gebäude nach der Verlegung der Klassen nach Breinig zur Verfügung gestellt wurde.

„Es gab eine Anfangsmüdigkeit bei der Spendensuche”, erinnert sich Projektleiter Benjamin Richter an die Materialakquise, „aber als das Thema der 72-Stunden-Aktion durch die Medien immer präsenter wurde, ist es immer besser geworden.”

50 Meter Kabel, fünf Steckdosen, acht Meter Splitterschutzfolie und unzählige Kabelklemmen, Schrauben und Nägel später sind Lagerräume renoviert, Brandschutzauflagen erfüllt und der benachbarte Wald von Unrat befreit.

„Selbst im Weiher haben Leute Müllsäcke entsorgt”, ist Richter über ihre „Ausbeute” nicht gerade positiv erstaunt. Letzteres ist er allerdings über seine Schützlinge: „Dass sie so lange durchhalten würden und so motiviert waren, hat mich absolut überrascht.”

Zurück im früheren Klassenraum, kommt es einem fast ein wenig vor wie nach einer Zeitreise: Das graue Lehrerpult ist einem schwarzen Billardtisch gewichen, die grüne Tafel einer beigen Theke, die monotone Beleuchtung einer glitzernden Discokugel.

Wo vorher Schulbänke das Bild bestimmten, stehen jetzt Sofas, wo vorher monotone Wandfarbe dominierte, hängt jetzt eine Dartscheibe am gelben Gemäuer. Genau das richtige Ambiente, um stolz und zufrieden auf ein arbeitsames Wochenende zurückzublicken.

Die elfjährige Pia weiß, dass von ihrer Aktion auch andere profitieren - „aber wir haben ja auch selbst was von dem Ergebnis”. Der Meinung ist auch Kira: „Jetzt ist es hier viel schöner, und wir haben mehr Platz”, erzählt sie - von Albernheit keine Spur mehr.

Dann ist das Gespräch beendet, und die drei Mädels verlassen ihren „Klassenraum” wieder, um irgendwo in der neu gestalteten „Alten Schule” zu verschwinden - mit entsprechender Geräuschkulisse: ausgelassen und sympathisch albern.
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