Ursula Weisgerber will Menschen zusammenbringen

Von: kol
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Herzlich, ehrlich und direkt: Ursula Weisgerber lädt als neue Pastoralreferentin alle Gemeindemitglieder zum Dialog ein. Foto: K. Linden

Stolberg. Ursula Weisgerber ist eine offene, ehrliche Frau. Ein Blatt vor den Mund zu nehmen, ist ihre Sache nicht, auch dann nicht, wenn es um heikle Kirchenthemen geht. Die 52-jährige Mutter von zwei Söhnen ist die neue Pastoralreferentin der kommenden Großpfarrei St. Lucia, die ab dem 1. Januar 2010 die bisherigen sieben Pfarren im Stolberger Norden zu einer Gemeinde vereint.

Es ist eine Herkulesaufgabe, die die Jülicherin da gemeinsam mit Pfarrer Hans-Rolf Funken und den anderen Mitarbeitern der Pfarrei da zu bewältigen hat. Die Frau, die eigentlich Seelsorgerin ist, beschäftigt sich im Moment intensiv mit der Pastoralplanung der neuen Pfarre. „Wir müssen jetzt die Zusammenlegung hinkriegen, aber die Menschen dabei mitnehmen. Da darf sich keiner auf die Füße getreten fühlen”, sagt Weisgerber.

Genau das könnte aber passieren, denn viele Dinge, die bislang in den einzelnen Gemeinden üblich waren, sind in der neuen Großpfarrei nicht mehr machbar. So müssen zum Beispiel Messen gekürzt werden, in vielen Bereichen müssen sich die Gottesdienstbesucher an neue Zeiten gewöhnen.

Ursula Weisgerber will die Menschen verbinden, nicht auseinanderbringen. Einfach ist das nicht. „Die Traditionen der Gemeinden sind unterschiedlich und sollen Wertschätzung erfahren”, erklärt sie, dass Unterschiede auch solche bleiben sollen, soweit das geht.

Offen und kommunikativ will Weisgerber auf die Menschen zugehen, und offen sagt sie auch, was sie denkt. Dass zum Beispiel die Zulassung von Frauen oder verheirateten Männern zum Priesteramt in der katholischen Kirche offener diskutiert werden müsse. Oder dass das die Öffnung des Diakonats für Frauen überfällig sei.

Von den rund 17000 Katholiken der neuen Großpfarrei hat sie natürlich erst wenige kennengelernt, aber sie freut sich auf jeden einzelnen. „Das was ich mache, habe ich mir immer gewünscht”, sagt die Diplom-Theologin voller Überzeugung. Und sie wäre auch gerne noch einen Schritt weiter gegangen, „doch da war ja eine natürliche Grenze gesetzt”, sagt sie. „Priester konnte ich als Frau ja nicht werden. Leider.”
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