Stolberg - Uralte Botschaft lebt in Stolberg wieder auf

Uralte Botschaft lebt in Stolberg wieder auf

Von: Sarah Sillius
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Sie sorgen für den musikalischen Part beim interdisziplinären Kunstprojekt „Die Klage der Kunst”: Peter Sonntag und seine Band - bestehend aus Posaunist Markus Plum (links), Gitarristin Reno Schnell und Schlagzeuger Max Sonntag. Foto: Copyright manniG

Stolberg. Die Notenblätter stapeln sich auf dem Tisch, daneben liegen Zettel mit Notizen. Peter Sonntag hat einiges zu tun. Der Stolberger Musiker bereitet sich auf ein besonderes Projekt vor, das am Freitag, 27. Mai, um 18 Uhr im Zinkhütter Hof uraufgeführt wird.

„Klage der Kunst” heißt die interdisziplinäre Performance, bei der Musik, Tanz, Theater und bildende Kunst aufeinander treffen und zu einem großen Ganzen verschmelzen werden.

Mittelalterlicher Text

Vorlage ist ein mittelalterlicher Text von Konrad von Würzburg, den der Künstler Clemens Weiss „ausgegraben” und ins Hochdeutsche übersetzt hat. Sonntag hat dazu den musikalischen Kompositionsauftrag von Organisatorin Dr. Nina Mika-Helfmeier, Leiterin der Stabsstelle für Kultur, empirische Forschung und Gleichstellung bei der Städteregion Aachen, erhalten.

Mit seiner Band - bestehend aus Reno Schnell (Gitarre), Markus Plum (Posaune) und Max Sonntag (Schlagzeug) - wird der „Bass-Papst” Sonntag den Text aus dem 13. Jahrhundert sozusagen musikalisch in die heutige Zeit übertragen. Seinen Part in der Performance, die Musik, beschreibt Sonntag als „Bindeglied”. Außer ihm und seiner Band sind Clemens Weiss, die Compagnie Irene K. (Tanz) und Annette Schmidt (Theater K, Schauspiel) an dem Projekt beteiligt. „Besonders freut es mich, dass die Performance in Stolberg, meiner Heimatstadt, uraufgeführt wird”, sagt Sonntag.

In dem Text Konrad von Würzburgs erhebt die „Wahre Kunst” Klage gegen die „Falsche Freigebigkeit”. Im Mittelalter war es ähnlich wie heute: Der Geldgeber der Kunst galt als ihr Urheber. Die Kunstlosen bereicherten sich an der Kunst, die echten Künstler wurden missachtet.

Kampf um Anerkennung

Schlicht gesagt, geht es um den Kampf des Künstlers um Anerkennung. „Es ist ein Thema, an dem sich über Jahrhunderte nichts verändert hat, das nichts an Aktualität verloren hat”, erklärt Sonntag, welche Botschaft das Werk für ihn ausstrahlt: „Leute, die Kunst fördern wollen, und Künstler sollten sich auf Augenhöhe begegnen, dieses Miteinander ist ganz wichtig.”

Neben der inhaltlichen Aussage des Textes, die sich laut Sonntag sehr gut auf die musikalische Gegenwart - geprägt von Casting-Shows und Medienhype - übertragen lässt, reizt ihn die interdisziplinäre Arbeit. „Schon in den 80er Jahren habe ich an interdisziplinären Kunstprojekten mitgewirkt, auch zusammen mit Stolberger Künstlern wie Win Braun”, erzählt er.

Seine Aufgabe bei der „Klage der Kunst” bestand nun darin, moderne Kompositionstechniken gleichzeitig mit klassischen Klängen zu verbinden, um so die „Aktualität doppelt zu unterstreichen”. Rund 100 Mal hat er den Text durchgelesen, bevor er damit begann, „die Farbigkeit und Blumigkeit” der Zeilen in die Gegenwart zu übertragen. „Seit ungefähr einem halben Jahr arbeite ich an der Komposition, um das Libretto - eine echte Rarität - mit der Musik zu vernetzen”, erzählt Sonntag. „Die einzelnen Parts verdichten sich immer mehr.” Jetzt geht es an den Feinschliff der Noten. Nur noch zwei Wochen - dann steht das Zusammentreffen der Künste bevor.
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