Unter einem Dach: Ökumenisches Gemeindezentrum eröffnet

Von: Marie-Luise Otten
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Die „church4youth“-Gruppe lud zur Mitmachaktion ein und gab die Bewegungen zum Lied „Ein jeder kann kommen“ vor. Foto: M.-L. Otten

Stolberg. Nun ist es offiziell: Evangelische und katholische Christen sind in Stolberg in eine gemeinsame ökumenische Zukunft unterwegs. Der zur guten Tradition gewordene ökumenische Gottesdienst am Pfingstmontag war gleichzeitig die Eröffnungsfeier des von beiden Konfessionen genutzten Gebäudes.

Nach umfassenden Umbauarbeiten waren alle „Großen“, „Kleinen“, „Starken“, „Schwachen“, „Dummen“, „Schlauen“, „Doofen“, „Netten“, „Dünnen“ und „Fetten“ – der Refrain des Liedes „Ein jeder kann kommen“ von Winfried Radeke – eingeladen, um gemeinsam ein Friedensnetz zu knüpfen. Der Einstand war überaus gelungen. Der Saal fasste kaum die Menschen, immer wieder mussten weitere Stühle geholt werden, damit alle Platz fanden.

Neben den Geistlichkeiten Pfarrer Hans Rolf Funken, Diakon Achim Jaskulski, Pfarrer Jens Wegmann, Pfarrerin Elke Gericke und Pfarrer Dieter Gode wirkten in diesem Gottesdienst, der vom Arbeitskreis Ökumene gestaltet wurde, die Kirchenchorgemeinschaft St. Cäcilia, der Kirchenchor St. Franziskus und die Evangelische Kantorei mit.

Sie traten als Gemeinschaftschor auf und sangen abwechselnd unter der Leitung von Hermann-Josef Schulte und Gunther Anten-steiner zeitgenössische Chorsätze, während die modernen Gemeindelieder von einem Gitarrenensemble begleitet wurden.

Zum Thema „Wir knüpfen zusammen ein Friedensnetz“ hatte jeder Besucher zu Beginn einen farbigen Faden erhalten. Alle Fäden wurden dann während des Gottesdienstes zu einem symbolischen Netz zusammengeknotet. Anschließend wurden die Fische eingehängt, auf die die verschiedenen Gruppen ihre Wünsche für das Haus geschrieben hatten. Da war von Tönen der Freundschaft die Rede, von Fairness und Gerechtigkeit für alle Welt, von Singen und Beten zu Gottes Lob, von guten Gesprächen, Offenheit und Toleranz.

„Egal welcher Konfession die Menschen angehören, ein Leben in Gemeinschaft und von Gottes Geist erfüllt, trägt und lässt auch das Schwere überstehen“, betonte Pfarrer Jens Wegmann in seiner Auslegung zum Evangelium. „Der Geist Gottes nimmt uns alle in Auftrag, und gemeinschaftlich können wir viel bewegen, ohne dass das Netz zerreißt“, ergänzte Diakon Achim Jaskulski.

Gemeinschaft war an diesem Vormittag überall das Stichwort – beim Stand der Katholischen Frauengemeinschaft Atsch-Mühle, die den Frauen eine unüberhörbare Stimme in Kirche und Gesellschaft gibt, beim ökumenischen Weltladen, der sich für die Kindernothilfe und den Zisternenbau im Nordosten Brasiliens einsetzt, bei dem „church4youth-Team“, das Jugendgottesdienste vorbereitet, und beim Team um Hausmeister Mathias Sens, das schon Stunden vorher Stühle und Tische bereitgestellt hatte.

Die Evangelische Frauenhilfe bot Vorträge mit unterschiedlichen Themen des täglichen Lebens, der Exerzitienkreis um Agi Ruskowski hatte Waffeln gebacken und erzählte von seinen Erfahrungen mit den geistlichen Übungen nach Ignatius von Loyola. Und beim „Wort des Lebens“-Kreis fiel der „Neue Mensch“ ins Auge, der nur Halt und Stand hat, solange er das Wort der Schrift vor Augen hat, es in seinen Händen hält und daraus lebt.

Insgesamt boten die evangelischen und katholischen Gastgeber an diesem Tag viele Möglichkeiten für Jung und Alt, das Haus kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

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