Stolberg/Alsdorf - Unsolidarische Stolberger gefährden Verein

Unsolidarische Stolberger gefährden Verein

Von: Holger Bubel
Letzte Aktualisierung:

Stolberg/Alsdorf. Einigkeit im Alsdorfer Stadtrat: Die finanzielle Last für den Bestand des VabW (Verein für allgemeine und berufliche Weiterbildung) darf nicht weiterhin nur auf den Schultern der drei Mitglieder verteilt werden, so der allgemeine Konsens. Wenn alle Kommunen der Städteregion von dem VabW-Angebot profitierten, so müsse in der Konsequenz auch eine finanzielle Beteiligung an den Kosten in gebotener Höhe erwartet werden dürfen, war die Meinung der Ratsmitglieder.

Dies zielt konkret auf die Stadt Stolberg: Alleine aus Stolberg, das jüngst aus dem Kreise der Träger aus Kostengründen ausgeschieden war, komme rund jeder sechste Teilnehmer mit insgesamt 270 Personen. Dies entlaste die Kupferstadt jährlich um mehrere hunderttausend Euro, lautet der Kritikpunkt. Das Argument, dass Nicht-Mitglieder schließlich ihren Beitrag über die finanziellen Leistungen der Städteregion über die Umlage an den VabW leisten, erstickt VabW-Vorsitzender Hans Vorpeil im Ansatz: „Dies gilt ja auch für die drei Mitglieder. Allerdings zahlen diese Kommunen zusätzlich zu den Beiträgen und Zuschüssen.“

Derzeit zahlen lediglich die Städte Alsdorf (Beiträge und Zuschüsse sind abhängig von der Einwohnerzahl: insgesamt circa 68.000 Euro jährlich), Würselen (circa 60.000 Euro plus Sonderzuschuss für das Euregio-Kolleg von 170.000 Euro) und Eschweiler (circa 85.000 Euro) den Löwenanteil der Zeche, Herzogenrath beteiligt sich immerhin mit einem freiwilligen Zuschuss von 30.000 Euro am Euregio-Kolleg. Baesweiler hat sich noch nie beteiligt. Die Städteregion beteiligt sich mit ihren Beiträgen von 158.600 Euro am VabW, ein Zuschuss von 130.000 Euro fließt alleine für das Euregio-Kolleg Würselen.

Das findet nicht nur Vorpeil, sondern auch der Alsdorfer Stadtrat ungerecht. Denn: Zum Jahresabschluss 2012 stammten bei 19 Maßnahmen des VAbW und den Studenten am Euregio-Kolleg von insgesamt 1795 Teilnehmern aus der Städteregion alleine 989 Teilnehmer aus Kommunen, die keine Unterstützung an den VabW leisten, heißt es in dem Schreiben an die Politiker des Städteregionsrates. Dies entspreche einer Prozentzahl von 55.

Dass der Punkt VabW auf die Tagesordnung der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause gehoben wurde, ist der Ankündigung des Eschweiler Bürgermeisters Rudi Bertram geschuldet, die besagt, dass bei einer Verweigerung der Kostenbeteiligung aller Städteregionskommunen auch die Inde­stadt ihren Austritt aus der Trägerschaft zum Jahresende erklären werde.

Lasten über Umlage verteilen

Diese Ankündigung hatte Hans Vorpeil, Vorsitzender und Mitbegründer des VabW vor fast 29 Jahren, auf den Plan gerufen: Er richtete einen Solidaritätsappell an die Vorsitzenden der in der Städteregion vertretenen Parteien. Darin heißt es unter anderem: „Sollte dem VabW bei seinen Erwartungen für eine größere solidarische Unterstützung nicht geholfen werden, so wird die für diesen Fall wahrscheinliche Kündigung des Mitglieds Eschweiler die Mitgliederversammlung VabW veranlassen, sich leider mit der Auflösung des Vereins befassen zu müssen und damit auch die finanzielle Verantwortung für das Euregio-Kolleg nicht mehr garantieren zu können.“

Im Auftrag des Mitgliederverbundes wird Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders als Antragsteller nun bei der Städteregion vorstellig und die Solidargemeinschaft einfordern: Ein Teil der Leistungen der Mitgliedsstädte soll über eine Finanzierung durch die Städteregion verlagert werden. Die Gesamtsumme der drei Städte Alsdorf, Würselen und Eschweiler von aktuell etwa 142.000 Euro würde durch Verteilung über die Umlage dann von allen Städten getragen. Alfred Sonders hob zum Abschluss hervor, dass der Wunsch bestehe, die wichtige gesellschaftliche und soziale Arbeit des Vereins für allgemeine und berufliche Weiterbildung weiterhin fortführen zu wollen. „Es geht nicht um finanzielle Mehrleistungen für den VabW, sondern die Summe soll gerecht verteilt werden. Wie solidarisch wir mit dem VabW und auch untereinander sind, das wird sich jetzt zeigen.“

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