Stolberg - Unsinniges Verkehrsschild umgelegt und mitgenommen

Unsinniges Verkehrsschild umgelegt und mitgenommen

Von: oha
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Das Verkehrsschild zeigte den völligen Unsinn an. Da wurde dem Autofahrer auf der Kreuzung mitten in Mausbach mitgeteilt, er dürfe weder die Kurt-Schumacher-Straße noch die Vichter Straße Richtung Nachtigällchen befahren. Einbahnstraße, Durchfahrt verboten!

Wer sich an die Vorgabe hielt, stieg auf die Bremse und wendete auf der Kreuzung. Doch eigentlich waren die Straßen an dieser Stelle noch gar nicht gesperrt, man hätte durchaus weiter fahren können. Offenbar hatte ein Spaßvogel (womöglich Maijungen) das Schild nachts an dieser Stelle aufgestellt, Was macht man, wenn man Verkehrsschilder sieht, die völlig unsinnig sind? Klaus F. Kratz handelte auf seine Art und Weise. Er legte das Schild einfach um und auf den Bürgersteig. Fertig!

Kratz informierte zudem das Ordnungsamt der Stadt. Doch am nächsten Tag lag das Schild immer noch auf dem Bürgersteig, niemand von der Stadt hatte es weg geräumt. Daraufhin packte sich Kratz das Schild samt Vierkantrohr in den Kofferraum seines Pkw und nahm es mit nach Hause. Es sollte ja schließlich kein Fußgänger darüber fallen. Damit wäre nichts gewonnen gewesen. Außerdem beschwerte sich Kratz bei der Bezirksregierung.

Die wies die Stolberger Stadtverwaltung an, ein Gespräch mit dem Bürger zu führen. Das Gespräch zwischen zuständigem Fachamt und dem Beschwerdeführer fand denn auch statt. Es sei allerdings anders verlaufen, als sich der Bürgermeisterkandidat der UWG das vorgestellt habe, teilte Pressesprecherin Petra Jansen auf Anfrage mit.

„Ein einfacher Bürger darf nicht in die Verkehrsordnung eingreifen“, so Jansen. Und insofern auch nicht eigenmächtig Verkehrsschilder abmontieren, die er für falsch halte. „Es kann vorkommen, dass ein Schild an einer bestimmten Stelle nicht richtig ist und womöglich zur Verwirrung der Autofahrer beiträgt. Dann sollte der Bürger aber Polizei oder Ordnungsamt informieren und nicht selbst tätig werden.“

Klaus F. Kratz verweist auf die Gefahr an dieser Stelle, wenn ständig Autos in einer Kreuzung drehen müssten. Sein Anwalt sieht auch kein Falschverhalten seines Mandaten: Als Kratz das Ordnungsamt informiert und sicherheitshalber auch noch ein Foto der Gefahrenstelle beigefügt habe, habe ihm bei der Behörde niemand gesagt, dass er das Schild nicht anfassen dürfe. Insofern könne man das als „stillschweigende Genehmigung“ deuten, das Schild weg zu nehmen, so der Jurist. Der UWG-Politiker wies darauf hin, dass man das Schild bei ihm daheim abholen könne.

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