„Unser Dorf hat Zukunft“: Werth wird für die Gemeinschaft belohnt

Von: Rolf Hohl
Letzte Aktualisierung:
15490879.jpg
Große Freude herrschte bei den Siegern, als sie von Sparkassen-Vorstand Hubert Herpers und Städteregionsrat Helmut Etschenberg im Haus der Städteregion die Urkunden überreicht bekamen. Im Süden setzte sich Kalterherberg durch. Foto: R. Holf
15490884.jpg
Große Freude herrschte bei den Siegern, als sie von Sparkassen-Vorstand Hubert Herpers und Städteregionsrat Helmut Etschenberg im Haus der Städteregion die Urkunden überreicht bekamen. Im Norden hatte Beggendorf gleich bei seiner ersten Teilnahme die Nase vorn. Foto: R. Holf

Städteregion. Schon der Empfang an diesem Nachmittag machte deutlich, worum es hier ging: Als die rund 300 Vertreter der Dörfer und Ortschaften das Haus der Städteregion betraten, spielte schon lautstark die Eschweiler Brassband „Renew“ – zu Deutsch: erneuern.

Genau das haben die Arbeitsgruppen aus den 22 teilnehmenden Gemeinden beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in den vergangenen Monaten getan, um an diesem Tag zu erfahren, wer aus ihren Reihen die beiden Sieger sein würden.

Mit ihrem Wirken haben sie sich zu allererst aber die Bewunderung der Bewertungskommission gesichert, die in den vergangenen Wochen in einem straffen Programm sämtliche Dörfer besichtigt hatte. Dieser Wettbewerb, sagte Kommissionsleiterin Andrea Drossard, sei seit langer Zeit einer der stärksten gewesen.

„Wir haben in den Dörfern so viele schöne Momente erlebt. Wie etwa in Werth, wo wir bei strömendem Regen durch die Straßen geführt wurden und trotz des Wetters die Begeisterung der Bewohner für ihren Ort deutlich wurde.“ Nicht ohne Grund also gab es für den Stolberger Stadtteil zusammen mit Simmerath-Eicherscheid den Sonderpreis für eine starke Dorfgemeinschaft.

Den Gesamtsieg im Süden holte sich am Ende aber das Eifeldorf Kalterherberg, welches in der Bewertung der Kommission fast die Maximalpunktzahl erreichte. „Wir liegen ja ganz am Südzipfel der Städteregion und damit auch nicht gerade im Zentrum der Aufmerksamkeit, das dürfte sich mit dem Preis jetzt ein wenig ändern“, sagte der Koordinator der Arbeitsgruppe in Kalterherberg, Rainer Mertens.

Nicht nur vom ersten Platz, den er mit seinem Wettbewerbsteam erreicht hatte, sei er begeistert, sondern auch von der Lebensqualität, die sein Heimatdorf damit gewonnen habe. Dabei wollte man in Kalterherberg anfangs noch nicht einmal an dem diesjährigen Wettbewerb teilnehmen und meldete sich erst im April dieses Jahres noch kurzfristig nach. Heute kann man ohne Übertreibung feststellen: Es hat sich gelohnt.

Wenn sich ein ganzes Dorf zusammenrauft, dann ist vieles möglich. Das zeigte auch der Baesweiler Stadtteil Beggendorf eindrücklich, der im Norden den ersten Platz erreichte. Weil eben Sehenswürdigkeiten alleine noch keinen lebendigen Ort ausmachen, wurden von der Kommission neben äußeren Kriterien auch das soziale Zusammenleben, die Wirtschaft, die Umwelt und die Wohnsituation bewertet.

„Wir sind eigentlich ein Rübenfeld, das muss man einfach so sehen. Darum haben wir uns daran gemacht, etwa die vorhandenen Grünflächen im Dorf attraktiver zu gestalten, um damit punkten zu können“, berichtete der Ortsvorsteher Ferdinand Reinartz.

Sein Dorf habe zum ersten Mal bei dem Wettbewerb mitgemacht, und da sei dieser erste Platz natürlich ein ganz großer Motivationsschub für alle im Team. „Wir sind von Null auf Hundert durchgestartet und wollen jetzt daran anknüpfen, das Zusammenleben in unserem Dorf noch mehr zu fördern“, erklärte er. Dazu gehören beispielsweise weitere Angebote für Senioren oder ein Fahrdienst für Leute, die zum Arzt müssen. Denn einen solchen – auch das gehört oft zur Realität auf dem Land – gebe es in Beggendorf nicht.

Dass die Gemeinschaft aber auf einem guten Weg ist, zeigt das Beispiel der örtlichen Grundschule: „Wir mussten diese vor einiger Zeit wegen der sinkenden Schülerzahlen beinahe schließen, aber jetzt kommen wieder mehr Leute zu uns“, sagte Reinartz. Das sei ein Verdienst von Lehrern, Eltern und Kindern, die alle zusammengearbeitet hätten.

Auch für jene Dorfgemeinschaften, die in diesem Jahr nicht gewonnen haben, dürfte alleine die Arbeit an der Weiterentwicklung ihrer Gemeinden einen längerfristigen Effekt haben. Oder wie es Städteregionsrat Helmut Etschenberg sagte, der selbst in Monschau-Konzen lebt: „Im ländlichen Raum lässt es sich wundervoll leben, wenn man bereit ist, sich in die Gemeinschaft einzubringen.“

Zusammen mit dem Aachener Sparkassen-Vorstand Hubert Herpers verlieh Etschenberg im Haus der Städteregion in Aachen die Preise und sicherte den beiden siegreichen Teams aus Beggendorf und Kalterherberg weitere Unterstützung bei der Endrunde im Bundeswettbewerb zu. Bis dahin ist allerdings noch reichlich Zeit: Die Auswahl hierfür beginnt erst im Sommer 2019.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert