„Unser Dorf hat Zukunft“: Kommission besucht Donnerberg

Von: Sonja Essers
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Die „Gehlens Kull“ ist vielen Stolbergern nicht bekannt. Sie war ein ehemaliger Steinbruch im Herzen der Innenstadt. Eine Zeit lang wurde sie auch als Müllkippe genutzt. Damit hat man heute keine Probleme mehr. Foto: Sonja Essers
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Ein Ausblick der besonderen Art: Die Kommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ zeigte sich bei ihrem Besuch davon begeistert.

Donnerberg. Es war ein ganz anderer Blick, den die Kommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ am Montagnachmittag vom Donnerberg bekam. Bereits vor drei Jahren waren Andrea Drossard und ihre Jury-Kollegen dort zu Gast. Damals hatten die Ehrenamtler eine kleine Rundreise durch den gesamten Ortsteil unternommen. In diesem Jahr war es anders.

Einige besondere Highlights hatten sich Kunibert Matheis und seine Mitstreiter herausgesucht. Darunter auch das Neubaugebiet Stadtrandsiedlung, das zu Beginn der rund zweistündigen Bereisung auf dem Programm stand. Rund 200 Wohneinheiten sollen dort in mehreren Bauabschnitten in Zukunft entstehen.

Im nächsten Sommer wolle man den ersten Bauabschnitt erschließen, erklärte Andreas Pickhardt, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Umwelt, der der Kommission die Planungen präsentierte. Wichtig sei, dass man das Gebiet in die Umgebung einbinde. So sollen die Grünstrukturen beispielsweise erhalten bleiben. In verschiedenen Planungswerkstätten wurden auch die Ideen der Bürger aufgenommen.

Ein weiteres Highlight, dass die Donnerberger der Kommission an diesem Nachmittag präsentierten: „Gehlens Kull“. Einst war dieser Ort ein Steinbruch, der mitten im Herzen der Stadt lag. Zwischenzeitlich wurde er sogar als Müllkippe genutzt, bevor man das einzigartige Zusammenspiel von Tieren und Pflanzen erkannte. Nicht nur Förster Theo Preckel kennt sich dort bestens aus, sondern auch Walter Meuthen. Der 80-Jährige ist täglich mindestens zwei Mal in dem Landschaftsschutzgebiet unterwegs und schaut nach, ob alles in Ordnung ist.

Mit Erfolg: Von Vandalismus bleibe man mittlerweile verschont, teilt Meuthen mit. Und auch mit Müll habe man kaum noch ein Problem. Dafür sorgen blaue Müllsäcke am Wegesrand, die in Zukunft durch Mülleimer ersetzt werden sollen. Rund 10.000 Besucher genossen im vergangenen Jahr den Ausblick auf die Stolberger Burg – nur einer von vielen tollen Ausblicken – und auch Schulklassen und Kindergärten sind regelmäßig zu Gast. Trotzdem gebe es immer wieder Stolberger, die nicht wüssten, dass es die „Gehlens Kull“ überhaupt gebe. Doch auch das soll sich ändern. Dafür sollen Flyer und eine Infotafel, die den Rundwanderweg darstellen soll, sorgen.

Zum Abschluss ging es dann noch in die ehemalige Gaststätte „Friederichs Ecke“. Die soll nämlich in Zukunft auf dem Donnerberg eine ganz besondere Rolle spielen. In den Räumen des einstigen Restaurants soll ein Dorfgemeinschaftshaus entstehen. Das gibt es im Ortsteil nämlich nicht. Die Stadt Stolberg will das Gebäude erwerben und mit den Vereinen, die die Räume beispielsweise für Proben oder Versammlungen nutzen wollen, einen Vertrag abschließen. Man sei guter Dinge, dass man bald mit den Planungen so richtig beginnen könne, meinte Madheis.

In der anschließenden Feeback-Runde zeigten sich die Mitglieder der Kommission äußerst angetan von der Bereisung. Man versicherte den Donnerbergern, dass sich seit dem letzten Besuch vor drei Jahren viel getan habe. Vor allem die Planungswerkstätte, die immer wieder angeboten würden, seien vorbildlich. Dennoch gab es auch einige Anregungen, die die Jury den Ehrenamtlern mit auf den Weg gaben. So müsse man sich einen Weg suchen, um die vielen Neubürger, die in den kommenden Jahren in das Neubaugebiet ziehen werden, in das Dorfleben einzubeziehen – ohne sie direkt an einen Verein binden zu wollen.

Auch die Vereine untereinander sollten sich noch näher kommen. Diesbezüglich regte die Jury noch mehr Kooperationen zwischen den einzelnen Vereinen an. Ein weiterer Aspekt, an dem auf dem Donnerberg gearbeitet werden müsse: die Einbeziehung der älteren Mitmenschen. Das Thema Alter dürfe man keinesfalls aus den Augen verlieren, schließlich betrage der Anteil der älteren Menschen, die auf dem Donnerberg leben 22 Prozent. Ein Wert, auf den die Kommission bei ihren bisherigen Bereisungen noch nicht getroffen sei.

Die Mitglieder der Kommission zeigten sich jedoch optimistisch, dass diese Punkte in der Zukunft umgesetzt werden könnten. „Das ist ein spannender Ortsteil, der sich in den nächsten drei Jahren bestimmt noch weiter entwickeln wird“, meinte Andrea Drossard.

Bis zur Bekanntgabe der Ergebnisse müssen sich die Donnerberger allerdings noch ein wenig gedulden. Am Samstag, 7. Oktober, stehen die diesjährigen Sieger des Wettbewerbs fest. Dann findet auch die Siegerehrung im Mediensaal der Städteregion statt.

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