„Unser Dorf hat Zukunft“: Jury besucht Breinig

Von: oha
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Am Schlangenberg präsentierte Förster Theo Preckel (links) den Jury-Mitgliedern die einzigartige Flora und Fauna, die es sonst vielleicht nirgendwo mehr auf der Welt gibt. Foto: Ottmar Hansen
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André Hennecken (rechts) führte die Jury zu einem Wegekreuz, an dem es einen Stempel für Jakobs-Pilger gibt. Foto: Ottmar Hansen

Stolberg-Breinig. In Breinig wird Gemeinschaftssinn gelebt, und Breinig hat Visionen. Davon konnte sich jetzt auch die Jury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ überzeugen, die den Stolberger Stadtteil am Donnerstagnachmittag zum Abschluss der diesjährigen Aktion besuchte. Am Samstag werden in Aachen die Gewinner des Wettstreits auf Städteregionsebene vorgestellt.

André Hennecken und seine Mitstreiter aus Breinig führten die Jury durch den Ort. „Von jung nach alt, von neu nach historisch“, hatten die Organisatoren ihren Rundgang überschrieben. Entsprechend wurde die Jury zunächst zum katholischen Kindergarten geführt. 1954 wurde er eröffnet und seither stetig erweitert - auf die dreifache Fläche. Die Kita steht als Beispiel für das ehrenamtliche Engagement der Breiniger Bürger. Es gibt Theateraufführungen der Senioren für die Kinder, Großelternachmittage. man geht gemeinsam in den Wald. Leiterin Maritta Brügge entwarf vor der Jury eine Vision, die schon bald Wirklichkeit werden soll: eine gemeinsame Mensa für Kinder und Senioren aus dem Ort, in dem es für alle ein preiswertes Mittagessen geben soll und bei dem man zugleich Kontakte knüpfen kann.

Dass Sportbegeisterte in Breinig auf ihre Kosten kommen, versicherten Sandra Klos und Katharina Meier vom Turnerbund Breinig. Die Zukunftsaussicht hier: Die Zahl von 1500 Mitgliedern ist fast erreicht. Dass es den Bewohnern von Breinig an nichts mangelt, weil von Einkaufszentren über Ärzten, Gastronomie und Handwerksbetrieben einfach alles vorhanden ist, erläuterte André Hennecken den Gästen auf der kurzen Busfahrt zum Sportzentrum. Hier konnte besonders eindrucksvoll die Entwicklung des Ortes dargestellt werden. Da sind die beiden alten Aschenplätze des SV Breinig, die zu einem Wohngebiet umgewandelt werden.

Wie Ehrenvorsitzender Dieter Jollet anhand von Plänen erläuterte, werden auf dem bisher genutzten Areal 42 Einfamilienhäuser und sechs Mehrfamilienhäuser entstehen. Keinen Steinwurf entfernt hat der Verein ein neues, umweltfreundliches Sportzentrum errichtet. Mit Rasenplatz und Tribüne, die für die Spiele des Fußball-Landesligisten genutzt werden. Ein Kunstrasenplatz ist bereits im Bau. Dafür sammelt der Verein Spenden. Laut Info-Tafel im Stadion sind bereits 104.210 Euro zusammen gekommen. „Ein Beweis für unseren Zusammenhalt“, betonte Jollet. Am Schlangenberg stellte Förster Theo Preckel der Jury ein womöglich weltweit einzigartiges Naturschutzgebiet vor. Mit Galmeiflora und bis zu 20 Orchideensorten. Heidelerche und Neuntöter haben sich hier angesiedelt. Und die Flora und Fauna, die zum Teil auf der Roten Liste steht, werde von den Breinigern regelmäßig gepflegt, so Preckel.

Ewald Haller begab sich mit der Jury auf „Spurensuche“. Er stellte sein gleichnamiges Buch vor, in dem das Schicksal der Juden aus Breinig im Dritten Reich dokumentiert ist. Was die Internetversorgung angehe, sei Breinig „gut aufgestellt“, erläuterte Thorsten Lederer der Jury die Internetseite des Ortes, die sich derzeit im Aufbau befindet. Unter www.breinig.de soll künftig alles, was im Ort wichtig ist, abgerufen werden können. Beeindruckt zeigten sich die Jury-Mitglieder auch von der Handwerksroute, die nicht nur Teil des Jakobsweges ist, sondern bei der die Erklärung einzelner Objekte inzwischen auch per QR-Code ins Handy geladen und dort gelesen werden kann.

Peter Nobis zeigte den Gästen sein Hobby: das Veredeln von Obstbäumen. Ziel ist, wieder mehr Streuobstwiesen rund um Breinig zu schaffen. Mit dem Glockenbeiern und einem Orgelkonzert wurde die Jury in der Kirche empfangen. Hier ging es um ein weiteres Zeichen des Zusammenhalts in Breinig: Der Blasebalg der Kirchenorgel muss erneuert werden. Die Kosten von 30.000 Euro müssen durch Spenden aufgebracht werden. Und das Projekt läuft.

Bei der abschließenden Besprechung mit der Jury gab es reichlich Lob für Breinig, aber zugleich auch schon die eine oder andere Anregung für die Zukunft. Etwa die, am Schlangenberg eine Querungshilfe über die L12 für Fußgänger zu schaffen. Oder den Obstbaumgürtel um Breinig herum zu komplettieren. Bei Neubaugebieten auf einer einheitlichen Bauweise zu bestehen, sei bei einem bunten Ort wie Breinig nicht erforderlich, so die Kommission. „Eine Vereinheitlichung ist hier nicht erforderlich. Bleiben Sie lieber eine feste Gemeinschaft. Das ist viel wichtiger“, so der Tenor. Jury-Leiterin Andrea Drossard: „Man erkennt viel Gemeinschaftssinn. Die Bürger arbeiten in Breinig viel zusammen. Weiter so!“

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