Stolberg-Mausbach - Ungewöhnlicher Kubus auf dem Bunker

Ungewöhnlicher Kubus auf dem Bunker

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
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Beeindruckende Architektur: Edith Ortmanns (2.v.r.) und Jörg Modeß (l.) erläuterten den Besuchern die Bauweise des auf einem Bunker ruhenden Holzhauses an der Derichsberger Straße. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Mausbach. Ein Bunker als Fundament: Diesen ungewöhnlichen Standort haben sich Andrea und Jörg Modeß für ihr an der Derichsberger Straße stehendes Haus ausgesucht, das im März vergangenen Jahres bezugsfertig war. Dieses auf einem gesprengten, aber teilweise sichtbaren Bunker stehendes Haus war am Wochenende anlässlich des von der Architektenkammer NRW veranstalteten „Tag der Architektur“ Ziel von rund 200 Besuchern.

Die Besucher vertraut mit den Besonderheiten des Hauses, das nicht nur von einem 1938/39 errichteten Kommandobunker getragen wird, sondern eine Holzbauweise aufweist, machte die in Aachen ansässige Architektin Edith Ortmanns, die die Erstellung des freistehenden Kubus fachlich begleitet hat.

Grünes Profilstahlblech

Der Rundgang begann in der Garage, wo die Architektin den Interessenten einen Überblick über ihre anderen in der Region verteilten 25 Objekte verschaffte und den Werdegang des aus Nadelholz bestehenden Gebäudes erläuterte, dessen Außenhaut ein grün lackiertes Profilstahlblech aufweist. Dort erfuhren die Besucher dann, dass das schräg angeordnete Bunkerdach nicht das eigentliche Fundament ist, sondern eine auf elf, tief im Boden verankerten Pfeiler ruhende Betonplatte in Wirklichkeit den Unterbau bildet. Darauf hat man dann in Ständerbauweise ein zweigeschossiges Holzfachwerkhaus errichtet, dessen Innen- und Außenwände mit Spanplatten verkleidet sind.

Zuvor wurden die Hohlräume in den Wandflächen ,um Wärmedämmung und Schallschutz zu gewährleisten, mit einem Gemisch aus Zellulose und Mineralfasern gefüllt. Beeindruckt waren die Gäste nicht nur von der ökologischen Bauweise und der Beheizung durch eine Luft-Wärme-Pumpe, sondern auch von dem aus fünf unterschiedlichen Tönen bestehenden Farbkonzept. So sind die Innenwände - als „Tapete“ dient die frei liegende Struktur der Spanplatten - mit Farbtönen gestrichen, die unter anderem aus Rot, Grün, Lila, Schlamm und Anthrazit bestehen. Innen ist das Haus von einem offenem Raumkonzept gekennzeichnet. Für die Vorgeschichte des Hauses war Jörg Modeß zuständig. Er machte die interessierten Besucher mit dem Vorgängerhaus vertraut, das 1964 errichtet, bis 2008 ebenfalls das Bunkerdach als Fundament genutzt hatte. Allerdings hatte dieses Haus nicht wie das jetzige auf einer erdbebensicheren, mächtigen Betonplatte geruht, sondern eine Erdaufschüttung und eine dünne Betonplattform als Basis genutzt. Die Besucher waren begeistert. Mit dazu bei trugen auch die anschaulichen und aufschlussreichen Erklärungen und Kommentare von Architektin und Bauherren.

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