Ungelöste Rätsel um ein geheimnisvolles Foto

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
Monika-Lück-Fund in den Dachs
Monika-Lück-Fund in den Foto: soll in der Zeit zwischen 1914 und 1918 entstanden sein.

Stolberg. Sebastian Lück hat einen Entdeckung gemacht. Der 21-Jährige, der im Februar dieses Jahres das leerstehende Gebäude Steinweg 65 ersteigerte und seitdem dort umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchführt, hat im Dachgebälk eine alte Postkarte gefunden.

Auf dem Schwarz-Weiß-Foto ist eine 14-köpfige Gruppe zu sehen, die mit einer Bekleidung ausgestattet ist, die während des Ersten Weltkrieges vom Personal eines Lazarettes oder eines Krankenhauses getragen wurde.

Als Indiz, dass das Foto in der Zeit zwischen 1914 und 1918 entstanden ist, gilt die Kopfbedeckung der Männer. Einige tragen Militärmützen wie sie im Ersten Weltkrieg üblich waren. Was das Foto so geheimnisvoll macht, ist nicht die eigenartige Bekleidung - so tragen die Ärzte lange weiße Kittel und das Pflegepersonal ist mit gestreiften Hosen und Mänteln bekleidet - sondern die bewegte Geschichte des Fundortes.

Denn das 1899 errichtete Gebäude war einst ein jüdisches Textilkaufhaus und als solches eine Nebenstelle der in Wesel beheimateten Firma „Leyens & Levenbach”. Besitzer des Hauses war der ebenfalls dem jüdischen Glauben angehörende Kaufmann Albert Emanuel. 1936 änderten sich die Besitzverhältnisse. Elsa Jansen, die das Haus bis 1958 führte, dann war „Fister” dort ansässig, übernahm die Immobilie.

Offensichtlich hatten die Nazis Emanuel enteignet. Über den weiteren Lebensweg von Albert Emanuel ist nichts bekannt. Wurde er deportiert oder musste er vor den Nazis fliehen? Vielleicht erzählt das alte Foto eine tragische Geschichte? Nachdenklich macht die Körperhaltung der Männer. Denn die Gruppe präsentiert sich offensichtlich als geschlossene Formation, für die Gemeinsamkeit oberste Priorität hatte. Ist auf dem Foto eine Sanitätskolonne des Ersten Weltkrieges abgebildet?

Während des Ersten Weltkrieges waren das Bethlehem-Krankenhaus, das alte Gymnasium am Kaiserplatz und das Gelände der Firma Prym Standorte für Militärlazarette. Fragen über Fragen, die auch Sebastian Lück, der von seiner Mutter Monika Lück, Eigentümerin des Kupferhofes Rosenthal und eines Hotels mit angeschlossenem Restaurant, unterstützt wird, nicht lösen kann. Darum bittet Lück um Mithilfe. Wer etwas über die abgebildeten Personen oder die Umstände, die zur Ablichtung führten, weiß, kann sich unter lokales-stolberg@zeitungsverlag-aachen.de in der Redaktion melden.
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