Unfall-Bilanz 2012: Vier Tote, neun Schwerverletzte

Von: Robert Flader
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Aachen. Die Zahl der schweren Unfälle auf Stolberger Stadtgebiet reißt nicht ab: Nach einem weiteren heftigen Unfall am Dienstagabend auf der Königin-Astrid-Straße ist die Zahl der allein 2012 bei Verkehrsunfällen schwer verletzten Personen auf neun gestiegen, vier weitere ließen gar ihr Leben auf Stolberger Straßen.

Einer davon, ein 62-Jähriger Stolberger, offiziell auf Dürener Gebiet (Schevenhütte/Wenau), als er am 11. Juni mit einem Kleinbus zusammenstieß.

Die Nachricht über das jüngste Todesopfer von einem Unfall auf der Aachener Straße war nur wenige Stunden alt, da kam es zu einer weiteren folgenschweren Kollision zweier Rollerfahrer auf der Königin-Astrid-Straße - dabei wurden allein am Dienstag drei junge Menschen schwer verletzt. Sie mussten mit Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden.

Gegen 21 Uhr fuhren ein 21-jähriger und ein 15-jähriger Rollerfahrer mit ihren Fahrzeugen dicht hintereinander. Durch einen Fahrfehler geriet der 21-Jährige zunächst auf den Gehweg, korrigierte und fuhr wieder auf die Straße. Hier stieß er jedoch mit dem 15-Jährigen zusammen, beide Roller stürzten. Der 21-Jährige, der 15-Jährige und dessen Beifahrerin, ein 15-jähriges Mädchen, erlitten massive Verletzungen.

Aufgrund der Schwere des Unfalls mussten zwei Rettungsteams eingesetzt werden, bestätigte Paul Kemen auf Anfrage. Der Polizeisprecher betonte: „In allen vorliegenden Fällen waren es immer Fehler, die folgenschwere Kollisionen oder Stürze verursacht haben”, schließt er technisches Versagen aus. Stattdessen sagt der erfahrene Beamte: „Es gilt als sicher, dass Unachtsamkeit und vor allem unangepasste Geschwindigkeit zu schweren Unfällen führen.”

Allein zwischen Mitte Mai und dem vergangenen Wochenende verloren drei Personen bei Unfällen in Stolberg ihr Leben, ein Radfahrer, ein Motorradpilot und ein Autofahrer. Dazu kommt der 62-Jährige, der aus Richtung Schevenhütte auf der L 12 frontal mit einem Kleinbus, der Schüler beförderte, kollidierte.

Die städteregionsweit durchgeführten „Blitzer”-Aktionen sollen unterdessen helfen, die Zahl der Unfälle zu reduzieren. Und das hat laut Kemen schon erste Wirkung gezeigt: „Bislang haben wir in diesem Jahr 856 Unfälle gezählt, 2011 waren es im Vergleichszeitraum 913”, so der Sprecher der Aachener Polizei. Auch die Zahl der Schwerverletzten sei von 143 auf nun 116 gesunken. Was aber nicht nur für Stolberg gilt: Die Zahl der Verkehrstoten ist dramatisch angestiegen (von fünf auf mittlerweile zwölf). Ein einheitliches Muster gebe es nicht: „Die Unfälle in Stolberg hatten unterschiedliche Gründe, da gibt es keine allgemeingültige Lösung.”

Unangekündigte Kontrollen

Ob nicht angekündigte Radarkontrollen eher helfen würden, vor allem in den Abendstunden? Kemen: „Das haben wir ausprobiert, es hält sich die Waage.” Selbst wenn an „bestimmten Stellen” wie der Aachener Straße (Ortsausgang Büsbach) eine mobile Blitze stehen würde, „ist es immer wieder erstaunlich, wie viele Autofahrer da mit erheblicher Geschwindigkeitsüberschreitung dran vorbei fliegen.” Erlaubt ist Tempo 50. „Wir können aber nicht immer und überall kontrollieren”, so Kemen.

Ins Blickfeld der städteregionalen Unfallkommission könnte jetzt aber die Aachener Straße im Bereich Gedautal rücken. „Wir sind derzeit in der Prüfphase, ob es sich um eine Unfallhäufigkeitsstelle handelt”, sagt Ralf Oswald, bei der Städteregion zuständig für Straßensicherheit. „Falls das der Fall ist, müssen wir schauen, welche geschwindigkeitsbegrenzenden Maßnahmen wirklich Sinn machen könnten.”
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