Und täglich lockt der Ruf des Waldes die jungen Indianer

Von: Lara Glantschnig
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Hütten bauen oder Werkzeuge herstellen: Der Wald bietet den Ferienspiele-Teilnehmern in Venwegen viele Möglichkeiten. Foto: L. Glantschnig

Stolberg. In der gesamten zweiten Osterferienwoche ging es täglich um 9.30 Uhr von dem Wanderparkplatz beim Sportplatz in Venwegen ab in den Wald, um jeweils neue Abenteuer zu erleben. Dort starteten nämlich am Ostermontag die Ferienspiele des Vereins „alte Schule Venwegen“ für maximal 15 Kinder unter dem Motto „Indianer“.

Wenn alle angemeldeten Kinder vormittags am vereinbarten Treffpunkt angekommen waren, ging man gemeinsam unter der Leitung des Waldpädagogen Arthur Kühn in Richtung Lager. Das Lager lag mitten im Wald und war ein zwar begrenztes, jedoch auch sehr großes Gebiet, in dem die Kinder ihren eigenen kleinen Indianerhort aufgebaut hatten. Der selbstständige Lagerbau war ebenfalls das anfängliche Thema des ersten Tages. Obwohl jeder neue Tag auch ein neues Thema umfasste, wurden in der täglichen freien Zeit oftmals die eigenen Hütten und Höhlen weiter ausgebaut.

Weisheit des Tages

Bevor man jedoch selber aktiv werden konnte, setzte man sich zuerst als Begrüßung in den Kreis des Indianerrates und startete anschließend mit der „Indianer-Weisheit des Tages“ in die sogenannte Lagerbauzeit. Dies ist die Zeit, die für die Kinder im Wald die freie und selbstständige Zeit darstellt, in der entweder das Lager erweitert oder passend zum Tagesthema etwas – rein aus der Natur – vorbereitet wurde. Zum Beispiel wurden am zweiten Tag eigene kleine Waffen und Werkzeuge aus den Materialien, die die Natur zur Verfügung stellt, selbst produziert.

Nach dieser freien Zeit kam spontan die sogenannte Specialtime, in der im Indianerrat über das tagesbezügliche Thema noch einige weitere wissenswerte Informationen hinzuflossen. Ebenso wurden dort die eigenen Produkte vorgestellt und Erlebnisse des Tages ausgetauscht. Solch eine Reflexion am Ende, kurz bevor es zurück zum Parkplatz ging, empfinde Arthur Kühn, genau so wie die anfängliche Begrüßung, als sehr wichtig.

Tauschhandel am letzten Tag

Am 1. April endeten die Ferienspiele – dies jedoch mit einer ganz besonderen Aktion: Der Tauschhandel. Genau wie bei den Indianervölkern tauschten die Kinder ihre selbst gefundenen oder produzierten Gegenstände aus 100 Prozent Naturmaterialien und lernten gleichzeitig auch so, ein Gespür für Gleichwertigkeit und die Faszination der anderen Produkte zu empfinden.

Das sei auch das eigentliche Ziel der Indianer Ferienspiele. Nicht die reine Belustigung der Kinder stehe im Vordergrund, sondern vielmehr das Thema. Die Tradition der verschiedenen Indianer sollte vermittelt und auch am eigenen Leib erlebt werden. Diese Mischung aus Spaß, Wissen, Inspiration und Abenteuer kommt auch bei den Kindern sehr gut an, so dass einige bereits mehrmals an den Ferienspielen teilgenommen haben und auch künftig teilnehmen werden.

Neben der Indianer-Thematik bietet Arthur Kühn freiberuflich auch andere Ferienspiele an, welche die Steinzeit oder Robin Hood behandeln. Generell sind seine Angebote stetig gewachsen, mitunter gibt es auch Angebote für Erwachsene und Jugendliche. „Mein Kapital ist meine Begeisterung und der ständige Bezug zum Walderlebnis“, so der ausgebildete Förster.

Zwei weitere beliebte Angebote von ihm sind zum einen der Club der Walddetektive für Kinder von vier bis zwölf Jahren und zum anderen der Club der Waldritter. Hier können zehn bis 16-Jährige beim „Larp“ (Life Action Role Play) die kämpferische Welt aus dem Computerspiel wöchentlich mit echt aussehenden, jedoch sicheren, (Ritter-)Waffen in der Realität ausleben. Ebenso findet am Samstag, 9. April, ein Schnitzkurs für Jugendliche und Erwachsene statt. Bei Interesse oder Fragen steht Arthur Kühn unter Telefon 0176/56440435 zur Verfügung.

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