Und die Zeche zahlt wie immer der Ex-Prinz

Von: dö
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Guten Appetit: Mit Bratwurst gefüttert wurde Tollität Edilio I. (Mitte) von seinen prinzlichen Ex-Kollegen. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Vermutlich hatte Vorjahrstollität Daniel Heinrichs eine gut gefüllte Geldbörse dabei, als er jetzt mit 20 weiteren Ex-Prinzen am traditionellen Bratwurstessen der KG Fidele Zunfthäre teilnahm. Schließlich ist es Brauch, dass der Vorjahrsprinz die Zeche zahlen muss, wenn er und seine prinzlichen Kollegen, die von Horst Reidt und Eberhard Koslowski angeführt werden, zu Messer und Gabel greifen, um mit dem Elferrat der Zunft einige Meter Bratwurst zu vertilgen.

Doch Heinrichs kam mit einem blauen Auge davon. Schließlich hatten die gastgebende KG und die Ex-Prinzen durch eigene Mittel dafür gesorgt, dass der Beitrag des Vorjahrsprinzen nicht allzu hoch ausfiel. Völlig ungeschoren kam die amtierende Tollität Edilio I. (Gonzalez) davon. Der amtierende Narrenherrscher wurde von den Ex-Prinzen reichlich mit Bratwurst versorgt, ohne dass er dafür seine Geldbörse öffnen musste. Schließlich ist er mit dem Bezahlen der Rechnung erst im nächsten Jahr an der Reihe.

Eingebunden war die Traditionsveranstaltung, bei der neben Bratwurst auch Schwarzbrot, Senf und Getränke zum Einsatz kamen, in ein Rahmenprogramm, das von einer abwechslungsreichen, aus Musik und Tanz bestehenden Mixtur gekennzeichnet war. Den Anfang machte Zunfthäre-Marie Vanessa Strauch, die die ganz in Schwarz gekleideten Männer – nur die Ex-Prinzen trugen zusätzliche eine Mütze – mit einer schwungvollen Choreografie versorgte.

Dem nichts nachstehend, präsentierten sich auch die sechs Frauen der Showtanzgruppe, die das Bratwurstessen für einen zusätzlichen Bühnenauftritt nutzten. Gut aufgelegt und prächtig in Stimmung war auch der prinzliche Hofstaat, dessen weibliche Mitglieder – Hortensia und Antonia Gonzalez – die Teilnehmer des gemeinsamen Essens mit einer Kostprobe ihres gesanglichen Könnens überraschten. Schlager waren auch die Sache von Doris Klein – einst Mitglied der Zunfthäre-Tanzgarde – die die „erlauchte“ Männerrunde, Frauen waren erst zur später Stunde zugelassen, mit dem in den 1960er und 1970er Jahren aktuellem Charts versorgte. Stimmlich in Bestform waren auch die Ex-Prinzen. Sie intonierten gemeinsam karnevalistisch geprägtes Alt-Stolberger Liedgut.

Die Wurzeln der Traditionsveranstaltung, die jetzt ihre 44. Auflage erlebte, reichen in das Jahr 1971. Zu den Protagonisten gehören der damalige Zufthäre-Präsident Franz Schumacher und der seinerzeit amtierende Stadtprinz Ludwig Philippi. Sie hatten eine Wette zum Anlass genommen – über Ausführung, Motiv und Ursache der Anekdote gibt es unterschiedliche Versionen –, um sich mit dem Elferrat der Zunft zu einem Bratwurstessen zu treffen. Damals wurde auch festgelegt, dass der jeweilige Ex-Prinz sich an den Kosten der leckeren Mahlzeit zu beteiligen hat.

Für zusätzliche Regularien ist die Bratwurstsatzung zuständig, deren Inhalt jetzt Zunfthäre-Präsident Friedel Recker langsam Kapitel für Kapitel vorlas. Dass die Bratwurstsatzung längst die Grenzen Stolbergs verlassen hat, beweist die Tatsache, das ein Exemplar des Regelwerkes seit einigen Jahren zum Bestand des in Kitzingen angesiedelten Deutschen Fastnachtsmuseums gehört. Zu Ende ging die Traditionsveranstaltung mit Musik von Frank Hoffmann. Er hatte zuvor für eine Überraschung gesorgt, als er auf der Trompete unter anderem die „Fööss“-Melodie „En unserem Veedel“ spielte.

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