Unbefristeter Kita-Streik ab Ende nächster Woche?

Von: gro
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Hat bei den Eltern viel Zustimmung für den Streik ausgemacht: Vertrauensleute-Sprecher Joachim Paul.

Stolberg. In den 19 städtischen Kindertagesstätten in Stolberg droht ab Ende nächster Woche ein massiver und unbefristeter Streik. Nachdem die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Tarifverhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) für den öffentlichen Sozial- und Erziehungsdienst für gescheitert erklärt hat, laufen auch in der Kupferstadt die Vorbereitungen für einen längerfristigen Ausstand.

„Dass dies so kommen würde, hat sich leider schon länger abgezeichnet“, stellte Joachim Paul am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung fest. „Es gibt bis heute kein ernsthaftes und damit verhandelbares Angebot der Arbeitgeberseite“, beklagt der Verdi-Vertrauensleute-Sprecher für die Stadtverwaltung Stolberg. Die am Dienstag veröffentlichte Stellungnahme der VKA, wonach für Erzieher eine Gehaltserhöhung von bis zu 443 Euro angeboten worden sei, weist Paul entschieden zurück. „Das entbehrt jeglicher Grundlage. Ich weiß nicht, wie man solch falsche Behauptungen in die Welt setzen kann.“

Die VKA habe lediglich vorgeschlagen, in der Entgelttabelle neue „Tätigkeitsmerkmale“ aufzunehmen. „Abgesehen davon, dass die Einstufung alleine Arbeitgebersache sein sollte, würde sie für viele Kollegen nicht mehr Geld, sondern sogar leichte Einkommensverluste bedeuten“, empört sich der Vertrauensleute-Sprecher. Und nach seiner Aussage nicht nur er. „Die Bereitschaft, für bessere Bedingungen zu kämpfen, ist bei uns sehr groß.“ Und wohl auch bei der zweiten beteiligten Gewerkschaft, der Komba. „Auch sie wird ihre Mitglieder zum Erzwingungsstreik aufrufen.“

Allerdings hat der Gesetzgeber vor einen solchen noch die Urabstimmung gesetzt. Bei dieser müssen 75 Prozent der Mitglieder für einen Arbeitskampf stimmen. Bereits am morgigen Donnerstag wird Verdi mit der Urabstimmung beginnen, fortgesetzt wird sie am kommenden Montag. Spätestens zwei Tage später wird das Ergebnis vorliegen. Kurzfristig will die Dienstleistungsgewerkschaft dieses dann beraten und über weitere Schritte entscheiden.

Für Joachim Paul steht fest: „Wir werden, wenn die Urabstimmung positiv ausfällt, nicht mit einigen Einrichtungen anfangen, sondern sofort alle städtischen Kitas bestreiken.“ Im Zuge der Warnstreiks waren Mitte April schon einmal 15 der 19 Kitas geschlossen geblieben – für einen Tag.

Was nun folgen wird, will die Stadt im Vorfeld von den Gewerkschaften erfahren. Anfang nächster Woche soll hierzu ein Gespräch stattfinden. „Wir sind allerdings kein aktiver Teilnehmer bei dieser Tarifauseinandersetzung“, verweist Robert Voigtsberger auf die eingeschränkten Einflussmöglichkeiten der Verwaltung. „Ich kann im Sinne der Kinder und Eltern nur appellieren, dass beide Seiten möglichst bald an den Verhandlungstisch zurückkehren.“

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