Unbefristete Stellen: Stadt will Planungssicherheit für Kitas

Von: Michael Grobusch
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Das Anmeldeverhalten für die
Das Anmeldeverhalten für die Stolberger Kindertagesstätten lässt einen stabilen Trend erkennen. Für 25 Wochenstunden gibt es nur noch einen ganz geringen Bedarf. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Die Stadt Stolberg will für ihre 19 Kindertagesstätten Planungssicherheit schaffen. Um den anhaltend hohen Betreuungsbedarf decken und sich zugleich dem zunehmenden Fachkräftemangel entziehen zu können, sollen zwölf bislang nur mit Zeitverträgen ausgestattete Mitarbeiterinnen in eine unbefristete Anstellung überführt werden.

Diesen Vorschlag, der bereits zum 1. August 2011 greifen soll, unterbreitet die Verwaltung dem am 30. Juni tagenden Jugendhilfeausschuss.

„Wie von uns erwartet, haben sich die Gruppenbetreuungsformen und Angebotszeiten in den kommunalen Kitas etabliert”, stellte Fachbereichsleiter Willi Seyffarth gegenüber unserer Zeitung hinsichtlich der abgeschlossenen Betreuungsverträge fest. 1095 Plätze stellt die Stadt im Kindergartenjahr 2011/12 zur Verfügung, 125 sind für unter Dreijährige vorgesehen, 52 für Kinder mit Behinderung. Damit ist die Kommune der mit Abstand größte Anbieter im Stadtgebiet, in dem zum Sommer insgesamt 1731 Kita-Plätze (davon 235 U 3 und 63 integrative) gezählt werden.

Größte Auffälligkeit beim Anmeldeverhalten der Eltern ist eine weiter rückläufige Nachfrage für die 25-Wochenstunden-Betreuung. Nur noch 14 Mal wurde dieses Modell gebucht, alle anderen Kinder sind für eine 35- oder sogar 45-stündige Betreuung angemeldet worden - ein Trend, der sich mittlerweile auch bei den unter Dreijährigen durchgesetzt hat.

Das hat auch Auswirkungen auf das städtische Personal: Dieses muss zum einen den Anforderungen eines höheren Betreuungsschlüssels in den U 3- Gruppen gerecht werden und zum anderen mehr Kinder über 45 Stunden betreuen. „Wir sind in der Lage, das ohne die Neueinrichtung von Stellen zu leisten”, betont Willi Seyffarth. Möglich machen soll das eine Umverteilung von Stundenkontingenten, die sich vor allem durch die Reduzierung der Kita Tomborn auf eine Gruppe ergibt, sowie durch die Erhöhung der Wochenarbeitszeit einiger Teilzeitkräfte. Unterm Strich steht nach Berechnungen des Fachbereichsleiters eine Erhöhung der Aufwendungen für das betroffene Personal um jährlich rund 37 000 Euro. Gemessen an dem gesamten Kita-Finanzvolumen der Stadt von rund 7,12 Millionen Euro für das Kita-Jahr 2011/12, von dem Elternbeiträge in Höhe von etwa 1,48 Millionen Euro abzuziehen sind, ist die Summe als beinahe unerheblich zu bezeichnen.

„Kostenneutral”

Weitgehend „kostenneutral” soll auch die Revision des umstrittenen Kinderbildungsgesetzes (Kibiz), die kurz vor der Sommerpause in Düsseldorf verabschiedet und zum neuen Kindergartenjahr in Kraft treten soll, in Stolberg umgesetzt werden. „Es geht um Korrekturen, die zur Verbesserung der Rahmenbedingungen dringend erforderlich sind”, betont Willi Seyffarth. In einem ersten Schritt wird nach derzeitigen Plänen eine neue Pauschale für unter Dreijährige eingerichtet. „Sie führt zu einem besseren Personalschlüssel im U 3-Bereich, weil dort zusätzliche Ergänzungskräfte eingesetzt werden. können”, so Seyffarth, der zugleich klarstellt: „Die voraussichtlichen Aufstockungen der Stundenkontingente werden nach Inkrafttreten der Revision von der Verwaltung vorgenommen - unter der Maßgabe, dass durch den Einsatz von zusätzlichem Personal für die Stadt Stolberg keine zusätzlichen finanziellen Belastungen entstehen.”

Diesen Fall sieht Willi Seyffarth auch hinsichtlich der zwölf befristeten Stellen gegeben, die nunmehr in unbefristete umgewandelt werden sollen. „Die Mitarbeiter sind ja bereits im Dienst der Stadt tätig. Wir wollen sie jetzt aber mit unbefristeten Arbeitsverträgen perspektivisch an uns binden und und angesichts des zu verzeichnenden Fachkräftemangels frühzeitig möglichem Abwandern in feste Arbeitsverhältnisse bei anderen Trägern entgegenwirken”, argumentiert der Fachbereichsleiter.

Dass die Politik dieser Argumentation folgen wird, scheint wahrscheinlich. Mit SPD und CDU hatten sich in der Jugendhilfeausschuss-Sitzung am 17. Februar immerhin die beiden größten Fraktionen positiv zu den Umwandlungsplänen der Verwaltung geäußert.
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