Stolberg - Umweltfachliche Argumente sprechen gegen Windräder

Umweltfachliche Argumente sprechen gegen Windräder

Von: Dirk Müller
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Stolberg. Auf erneuerbare Energien setzen und damit einen sinnvollen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz leisten, solle die Kupferstadt auf jeden Fall, betonen die Sprecher der Bürgerinitiative Gegenwind in Schevenhütte.

„Aber Windkraftanlagen im Wald zu errichten ist definitiv nicht sinnvoll, und im Gegensatz zu den Äußerungen des Revierförsters der Laufenburg GmbH überwiegen die positiven Effekt eben nicht“, erklärt Ulrich Prinz.

„Die Nachbargemeinden Hürtgenwald und Langerwehe haben sich nach eingehender Prüfung gegen diesen Wald als Standort ausgesprochen, weil es eben nicht nur um ein paar gefällte Bäume geht, sondern weil die negativen Effekte überwiegen“, bekräftigt Lars Krüger. Es gebe eine ganze Reihe von umweltfachlichen Argumenten gegen den Standort Laufenburger Wald, die von unabhängigen Fachleuten stammen würden, die nicht persönlich oder wirtschaftlich in das Projekt involviert seien, und belegen, dass Windräder im Wald Natur zerstören würden.

Abstand nicht eingehalten

„Die staatliche Arbeitsgemeinschaft der Landesvogelschutzwarten, deren Empfehlungen Grundlage bei Genehmigungsverfahren sind, halten aufgrund ihrer Erfahrungen mit Windkraftanlagen inzwischen einen Abstand zu Rast- und Brutgewässern wie der Wehebachtalsperre von mindestens 10-facher Anlagenhöhe für notwendig“, nennt Prinz als Beispiel. In Schevenhütte entspreche dies circa 2500 Metern, und dieser Abstand werde bei den geplanten Anlagen im Laufenburger Wald nicht eingehalten.

„Selbst die Fachleute, die im Auftrag des Investors das Artenschutzgutachten erstellt haben, kommen zu dem Schluss: ,Die Tötung einzelner Individuen des Fischadlers zu den Zugzeiten im Frühjahr und im Spätsommer/Frühherbst durch Kollision mit den Windenergieanlagen ist hingegen nicht auszuschließen. … Es konnten im Frühjahr wiederholt bis zu sechs Fischadler gleichzeitig im Umfeld der Talsperre festgestellt werden.‘ Und der streng geschützte Fischadler ist nicht die einzige Tierart, die durch Windräder im Wald gefährdet würde“, sagt Krüger.

Dementsprechend hätten anerkannte Fachleute der Naturschutzverbände NABU und BUND sich „in ausführlichen und wohlbegründeten Stellungnahmen“ ebenfalls gegen diesen Standort ausgesprochen.

Auch der Abstand der geplanten Windräder zur Bebauung sei im Gegensatz zu der Einschätzung des Revierleiters nicht „großzügig“, meint Prinz und führt die Mindestabstände an, die in anderen Ländern und auch in Deutschland gelten: „Die Fachleute in Bayerns Ministerien zum Beispiel halten einen Abstand zur Bebauung von mindestens zehnfacher Anlagenhöhe zum Schutz der Bevölkerung für notwendig. Die geplanten Standorte im Laufenburger Wald erreichen gerade einmal die Hälfte hiervon.“

Windräder seien Industrieanlagen und in der Natur eines Waldes grundsätzlich nie mit Bedacht geplant, heben Krüger und Prinz hervor. „Das zeigt auch die schwierige Standortsuche im Laufenburger Wald, bei der die Planungen bereits mehrfach geändert werden mussten“, sagt Krüger.

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