Umstrukturierung: Quartiersplatz soll Steinweg wiederbeleben

Von: Katharina Menne
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Unsere Stadt soll schöner werden – dieses Motto hat sich die Kupferstadt seit einiger Zeit auf die Fahne geschrieben. Es ist die größte Stadterneuerung seit der Altstadtsanierung in den 1980er Jahren.

Deshalb gibt es in regelmäßigen Abständen Machbarkeitsstudien, Planungswerkstätten und Bürgerumfragen, um möglichst viele interessierte Stolberger an der Planung der Bauvorhaben in der Innenstadt zu beteiligen.

Nach der Ideenfindungsphase im Bereich des oberen Steinwegs, sollen den Anwohnern nun am 6. Oktober zwei konkretere Vorschläge für die Gestaltung eines Quartiersplatzes vorgestellt werden.

Wie die beiden Entwürfe aussehen, ist auch für mich eine Überraschung“, sagt Renate Geis. Sie betreut vonseiten des Amts für Stadtentwicklung und Umwelt das gesamte „Entwicklungskonzept Talachse Innenstadt“. Beauftragt wurden das Büro „B.S.L. Landschaftsarchitekten und Ingenieure“ und die „Reicher Haase Associierte GmbH“. Erst kurz vorher würden ihr die Planungen vorgelegt, so dass sie eine anonymisierte Präsentation erstellen kann – zur Wettbewerbsgleichheit.

Nach derzeitigem Stand soll der Quartiersplatz an der Stelle der beiden Wohnhäuser Nummer 38 und 40 entstehen. Diese hat die Stadt bereits gekauft und plant deren Abriss, um den Blick auf die Vicht und die Burg freizugeben und den Baubestand aufzulockern. In der zurückliegenden Planungswerkstatt am 28. Juni wurde dieses Vorhaben durchaus kontrovers diskutiert. Ein Bürger gab dort eindringlich zu bedenken, dass die Gebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert stammten und kunsthistorisch wertvoll seien. Die Mehrheit der Anwesenden stimm­te jedoch für den Abriss.

Auch die Stadt bleibt vorerst bei ihrer Idee – die Machbarkeitsstudie wurde am 30. August einstimmig durch den Stadtrat beschlossen – und geht nun in die konkretere Planung. „Die Gebäude stehen nicht offiziell unter Denkmalschutz“, sagt Tobias Röhm, Technischer Beigeordneter der Stadt. Ein entsprechender Antrag an das Landesamt für Denkmalpflege, diesen Sachverhalt zu prüfen, laufe jedoch noch. „Wir sind guter Dinge, dass wir bis zur Ausschusssitzung am 26. Oktober eine Rückmeldung vorliegen haben“, sagt Röhm.

Dann nämlich soll sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt auf Grundlage der Vorentwürfe und der Bürgerdiskussion für ein Stadtplanungsbüro entscheiden, das dann mit der Konzeptausarbeitung beauftragt wird. Dafür hat das ausgewählte Büro bis zur nächsten Ausschusssitzung am 18. Januar 2017 Zeit. Eine Maßnahmenumsetzung soll ab 2018 erfolgen.

Die Errichtung und Gestaltung des Quartiersplatzes ist nur ein Baustein von vielen, den die Stadt zur Förderung im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Stadtumbau West“ angemeldet hat. Ziel des Stadtumbaus in Nordrhein-Westfalen ist, die Innenstädte als Einzelhandelszentren und Wohnstandorte zu stabilisieren und aufzuwerten. Schaut man sich den aktuellen Zustand des Steinwegs an, ist dies auch dringend nötig: Die einst so schöne, historische Geschäftsstraße in der Stolberger Altstadt ist über die Jahre zu einer Steinwüste geworden und bedarf einer Wiederbelebung.

Von einer Nutzung als Einkaufsstraße hat man sich aber verabschiedet. Der Leerstand zeigt, dass der Steinweg für Einzelhändler keine attraktive Adresse zu sein scheint. Die Stadt setzt deshalb auf eine Umnutzung als Ort für Kultur, Gastronomie und Tourismus.

Doch nicht für alle Maßnahmen, die in der Machbarkeitsstudie vorgestellt wurden, liegt die Umsetzungsbefugnis bei der Stadt. „Wir können nur über öffentlichen Grund und Boden entscheiden“, gibt Geis zu bedenken. „Sobald es um Privateigentum geht, sind die Anwohner gefragt.“ Da könne die Stadt nur beratend tätig werden. Es habe jedoch jeder Eigentümer die Möglichkeit, einen Antrag auf finanzielle Unterstützung bei der Aufwertung der Fassaden und Innenhöfe zu stellen.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert