Umbau 2016: Feinschliff für Kaiserplatz und Frankental

Von: Jürgen Lange
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Deutlich kleiner soll der Brunnen ausfallen. Vorgesehen ist eine Ellipse doppelt so groß wie der derzeit vordere Bereich bis zu den Basaltblöcken. Der Aufbau und die hintere Brunnenanlage entfallen komplett. Auch die zukünftige Höhe des Brunnens soll sich am vorderen Bereich orientieren. Damit wird er bei Bedarf – etwa mit einer Bühne – überbaubar. Foto: J. Lange
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Die Probephase läuft seit Monaten. Im Herbst folgt eine Planungswerkstatt mit den Bürgern zum Umbau von Rathaus- und Salmstraße. Foto: J. Lange
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Dicke Pläne und Konzepte für Material und Ausstattung: der Technische Beigeordnete Tobias Röhm. Foto: J. Lange
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Das Kölner Büro „Club L 94“, das als Sieger aus dem Gestaltungswettbewerb hervorgegangen und mit der Planung beauftragt worden war, hat seine ersten Skizzen als Entwurfsplanung konkretisiert. Foto: J. Lange

Stolberg. Lautstarke Kritik zum geplanten Umbau des Kaiserplatzes kommt von den Jungs. Sie toben am derzeit noch nicht mit Wasser gefüllten Brunnen und spielen vor dem Rathaus Fußball. Die historisierenden Straßenlaternen-Paare dienen dabei als Tore.

Doch die werden verschwinden, wenn zu Beginn des nächsten Jahres die Bagger anrücken. Der Trost folgt auf dem Fuß: Der Nachwuchs wird dann nicht nur über ein größeres Spielfeld, sondern auch noch über eine wesentlich breitere Auswahl an Spielgeräten verfügen.

Nach der Planungswerkstatt und ersten Entwürfen wird Tobias Röhm in der kommenden Woche dem Bau- und dem Ausschuss für Stadtentwicklung die Detailplanung des Büros Winterscheid & Weidenhaupt für den zentralen Platz in der Kupferstadt präsentieren – inklusive eines Material- und Ausstattungskonzeptes. Die groben Eckpunkte sind ja bereits klar, verdeutlicht der Technische Beigeordnete nochmals.

Noch Gespräche zum Kiosk

Die historische Linienführung und die Würde des Platzes bleiben erhalten, aber er erhält durch das Entfernen der inneren Beete mehr Aufenthaltsqualität sowie Freiraum für Veranstaltungen und Gastronomie. Letztere ist zwar derzeit noch ein weißer Fleck auf der Karte, aber „wir stehen in konkreten Abstimmungsgesprächen mit einem Interessenten“, sagt Röhm: „Das wird ein echter Knaller“.

Und der soll dann im – vom Rathaus aus gesehen – hinteren linken Viertel „aufschlagen“. Im Umfeld wird es unter kleinen Kastanien mit begehbarer Baumscheibe jede Menge Spielmöglichkeiten für alle Altersklassen geben: Boden-Trampolin, „Slack Line“ (eine Art schwingender Schwebebalken), eine Boulebahn und Spieltische, etwa für Schach, Dame, Mühle und Murmeln. Hinzu kommen Sitzwürfel und lange Bänke aus hochwertigem Holz, hier ohne Rückenlehne, damit sie beidseitig benutzbar sind. Die genaue Lage bleibt aber mit Blick auf den noch nicht fixierten Kiosk flexibel.

Raum gewonnen wird durch einen niedrigeren und kleineren Brunnen. Der Aufbau und das hintere Becken werden entfernt zugunsten einer Ellipse mit Fontaine; wieder verwendet werden sollen dabei die Blausteine.

Apropos Steine: Muster und Steine des vorhandenen Pflasters sollen weitgehend erhalten bleiben. Für den neu zu gestaltenden nördlichen Teil des Platzes und die beiden neuen vorderen Terrassen ist ein farblich abgestimmtes Betonsteinpflaster mit Natursteinvorsatz vorgesehen: für den Bereich erweiterter Außengastronomie an der Eisdiele sowie gegenüber der Apotheke.

Dort ist eine Info-Stelle mit einem öffentlichen Bücherschrank angedacht sowie ein großzügiges Sitzpodium. Runde hölzerne Bänke mit Rückenlehnen sollen sich wie heute den kleinen Rondells anpassen, und auch an den Seitenbereichen sind Bänke eingeplant. „Sicherlich auch ein Angebot, um das kostenfreie WLAN-Angebot des Kupferstädter Hotspots nutzen zu können“, sagt Röhm.

Während die vorhandene Straßenbeleuchtung erhalten bleibt, erhält der Kaiserplatz ein neues Beleuchtungskonzept mit Nadelleuchten (wie auf dem Vorplatz der Stadthalle) als seitliche Basis. Rund um den Kaiserplatz sind Parkplätze vorgesehen bis etwa hinter die Einfahrt des früheren Notariats Drummen. Dort sollen versenkbare Poller die Durchfahrt des Individualverkehrs verhindern, Schulbus und Rettungskräften aber eine Anfahrt ermöglichen.

Über diese Details beraten die Fachausschüsse am Mittwoch und Donnerstag. Sie sollen die Ausführungsplanung beauftragen. Zum Jahresende sollen de Aufträge vergeben werden, so dass der Kupferstädter Weihnachtstreff wie gewohnt ablaufen können. Erst im Anschluss folgen die Arbeiten, die ab November 2016 wieder der Weihnachtstreff auf dem Kaiserplatz stattfinden kann.

Wieder ein echter Weiher

Analog dazu ist auch der Zeitplan für die Umgestaltung des Quartiers Frankental vorgesehen. Jetzt sollen für den Bereich der Wiese und des Weihers sowie für die Rathausstraße bereits die vorbereitenden Bodengutachten beauftragt werden, während das beauftragte Planungsbüro „Club L 94“ an der Entwurfsplanung feilt.

So soll die Wiese quasi als Verbeugung vor der früheren Textilmanufaktur der Familie Bastin mit weißen Pflasterbändern in grünen Rasen die Sayette-Spinnerei widerspiegeln, die sich zur Rathausstraße hin zu einer kleinen Platzfläche verdichten, wo Sitzgelegenheiten zum Verweilen einladen. Entlang der zukünftig schmaleren Fahrbahn der Rathausstraße soll eine Baumpromenade die Raumkante zum Bastinsweiher formen – ein Schattendach für Besucher mit attraktivem Sitzbereich mit Bänken und ergänzt durch Spielmöglichkeiten.

Das heutige Betonbecken soll wieder ein echter Weiher werden, in dem die Ufer abgeflacht, bepflanzt und geöffnet werden. Die Nordseite wird stufenweise als Sonnenwiese so ausgebildet, dass mehr Platz für Außengastronomie entsteht. Ein Steg über den Weiher soll neue Wegebeziehungen zur und durch die Flora nebst einen thematischen „Mühlen-Spielplatz“ ermöglichen.

Diese Vorstellungen der Planer sollen noch einmal ausführlich mit den Stolbergern diskutiert werden. „Die Einbindung der Öffentlichkeit in die Umgestaltung der Kupferstadt ist ein zentraler Bestandteil des Innenstadtkonzeptes“, unterstreicht Röhm den kommunikativen Ansatz bei der Förderung durch das Land.

Dazu wird für Bastinsweiher und Wiese Frankental sowie den betroffenen Bereich der Rathausstraße am Donnerstag, 25. Juni, um 18 Uhr eine Informationsveranstaltung im Rathaus angeboten. „Die Erkenntnisse und Anregungen von diesem Abend sollen dann noch einmal in der Ausführungsplanung berücksichtigt werden können“, betont der Technische Beigeordnete.

Es folgt die Verkehrsachse

Der Umbau selbst soll dann ebenfalls Anfang nächsten Jahres beginnen. Nach dem Abschluss der Arbeiten an Frankental und Kaiserplatz soll im Jahr 2017 der Umbau der Rathaus- und südlichen Salmstraße angegangen werden. Deshalb sollen noch in diesem Jahr die ersten Planungsschritte anlaufen. Bereits seit Spätsommer 2013 wird die neue Verkehrsführung auf der innerstädtischen Verkehrsachse probeweise getestet. Bürgerversammlungen und eine Befragung sind erfolgt.

Als nächsten Schritt plant die Verwaltung für diesen Herbst eine Planungswerkstatt mit den Bürgern. Dann sollen die Stolberger noch einmal an den Details feilen und Anregungen einbringen können. Nächsten Mittwoch soll ein Ingenieurbüro mit den ersten Planungsleistungen beauftragt werden. Ende diesen Jahres muss nach derzeitigem Stand der Förderantrag für die Umgestaltung bei der Bezirksregierung eingereicht werden.

Private Investitionen

Nicht aus dem Blick verloren ist die Zukunft des viel diskutierten Quartiers Steinweg. Mit konkreten Maßnahmen zur Aufwertung darf im Jahr 2018 gerechnet werden. Aber bereits weit im Vorfeld laufen die Vorbereitungen dazu an. Während konkrete Planungsschritte Ende 2016 / Anfang 2017 anlaufen sollen, nahm am Donnerstag das neue Quartiersmanagement für die Innenstadt seine Arbeit auf.

Quartiersmanager Andreas Elsbroek hat sein Büro im Steinweg 73 bezogen. Dort steht er nicht nur donnerstags von 16 bis 19 Uhr und montags von 13 bis 15 Uhr sowie nach Vereinbarung (quartiersmanagement@stolberg.de, Telefon 13-660) als Ansprechpartner zur Verfügung, sondern mit einem Legitimationsschreiben des Bürgermeisters versehen geht Elsbroek auch aktiv auf Immobilienbesitzer und Geschäftsleute zu, um privates Engagement und Investitionen in den Stadtkern zu generieren.

Über 15 Millionen Euro sollen so durch die rund 11 Millionen Euro öffentlicher Fördergelder in Gang gesetzt werden, ähnlich wie es in den 1980er Jahren bei der Altstadtsanierung bereits funktioniert hat. Das ist nun eine Aufgabe von Andreas Elsbroek, doch das ist noch eine weitere Geschichte zur neuen Stolberger Mitte.

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