Stolberg - Ulla Schmidt besucht das Seniorenzentrum am Amselweg

Ulla Schmidt besucht das Seniorenzentrum am Amselweg

Von: Jan Schlegelmilch
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Stellte sich am Amselweg den Fragen der Bewohner des Seniorenzentrums: Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt informierte in Stolberg über die Pflegeversicherung und die Behandlung von Demenzkranken. Foto: J. Schlegelmilch

Stolberg. „Als ich noch als Lehrerin tätig war, wurde das Seniorenzentrum gerade gebaut”, erinnert sich Ulla Schmidt und lächelt. Seitdem hat sich im Seniorenzentrum auf der Liester einiges verändert - davon konnte sich die Bundesgesundheitsministerin bei ihrem Besuch am Samstag persönlich überzeugen.

Alte Bekannte

Geschäftsführer Harold van Donzel und alle Angestellten, die gesamte kommunalpolitische Prominenz sowie nicht zuletzt die erwartungsvollen Bewohner des Hauses am Amselweg bereiteten der gebürtigen Aachenerin einen warmen und herzlichen Empfang im Foyer des Seniorenzentrums. Dabei fand Ulla Schmidt unter den Bewohnern sogar einige gute Bekannte aus vergangenen Tagen wieder.

Dementsprechend erfreut zeigte sich Schmidt, sich direkt vor Ort ein Bild des Seniorenzentrums und seinen Pflegestationen machen zu können - insbesondere, da die Einrichtung die im Juli letzten Jahres erlassene Änderung im Pflegeversicherungsgesetz als Erste in der Umgebung in die Praxis umgesetzt hat. Seit Oktober 2008 beschäftigt das Seniorenzentrum nämlich zwei zusätzliche Pflegekräfte, die sich ganz speziell um demenzkranke Bedürftige kümmern.

„Die Frage nach Demenzbetreuung geht über die körperliche Betreuung hinaus”, machte Harold van Donzel die Unumgänglichkeit der Einstellung spezieller Pflegekräfte deutlich. „Wir haben das Defizit schon lange bei uns gesehen. Deswegen haben wir seit dem 1. Oktober das theoretische Gebilde in die Praxis umgesetzt. Frau Schmidt ist zu uns zu kommen, um das in der Praxis wahrzunehmen.”

Mindestlohn in der Pflege

Mit einem kurzen Rundgang durch das Haus tat sie das dann auch. Anschließend richtete Schmidt - Europas dienstälteste Gesundheitsministerin - das Wort an die Bewohner des Seniorenzentrums und informierte diese über die Pflegeversicherung und der damit verbundenen Pflegereform. „Es ist unser Ziel, dass Menschen, die mehr Hilfe brauchen als andere, so lange wie möglich selbstständig leben können. Wir müssen auch wissen, dass der Bedarf an zusätzlicher Hilfe weiter wächst. Und neben der Körperpflege ist die Betreuung genau so wichtig”, betonte Schmidt mit Hinblick auf den demographischen Wandel und der steigenden Anzahl demenzkranker Pflegebedürftiger.

Ein direkt daran anknüpfendes Problem sprach Schmidt auch an: „Ich möchte, dass wir auf Dauer Menschen haben, die den Beruf des Pflegers und der Pflegerin ergreifen. Ich schäme mich dafür, dass wir Menschen, die mit Menschen arbeiten, so schlecht bezahlen”, sagte sie und betonte, sich für die Schaffung eines Mindestlohns in den Pflegeberufen einsetzen zu wollen.

Des Weiteren verwies Schmidt auf die jährliche Prüfung der Pflegeeinrichtungen, die ab 2011 durchgeführt wird. Die Einrichtungen sollen dann vor Ort geprüft und bewertet werden und sind verpflichtet, ihre Note auszuhängen - eine Prüfung, vor der sich das hervorragend aufgestellte Seniorenzentrum nicht fürchten muss.

Zumal in Zukunft ein weiterer Ausbau geplant ist, wie Bürgermeister Ferdi Gatzweiler Ulla Schmidt bei einem abschließenden Fachgespräch verriet: „Wir sind auf Investorensuche um auf dem Gelände eine komplett neue Pflegestation zu bauen.”

Und wer weiß, wie sich das Seniorenzentrum auf der Liester noch weiter verändert haben wird, wenn Ulla Schmidt das nächste mal zum Amselweg zu Besuch kommt.
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