Ufermauer der Vicht ist einsturzgefährdet

Von: Jürgen Lange
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Auf die Sanierung der verbleibenden 40 Meter wurde 2013 aus Geldmangel verzichtet. Heute zeigt sich die ganze Dimension der Schäden in der Ufermauer des Vichtbaches entlang der Eisenbahnstraße. Sie soll nun zuerst einmal mit Spritzbeton provisorisch gesichert werden. Foto: J. Lange
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Nur diese deutliche Absperrung im Bereich der Bushaltestelle macht auf die Probleme im angrenzenden Bachbett aufmerksam. Foto: J. Lange

Stolberg. Was man auf der Eisenbahnstraße (L23) sehen kann, ist nur das kleinere Übel. Seit einigen Tagen bereits ist der Bereich der Bushaltestelle am Bahnübergang Kohlbuschweg für Fußgänger weiträumig abgesperrt. Arbeiten sind keineswegs zu erkennen.

Und selbst wenn hier gearbeitet würde, so würde der Schwerpunkt der Tätigkeiten im Bachbett liegen. Denn die Bachufermauer der Vicht ist in diesem Bereich so erheblich mit Löchern durchsät, dass sie einsturzgefährdet ist. Fünf mannshohe Ausbrüche des Bruchsteins sind auf den gut 40 Metern auf den ersten Blick zu erkennen. In weiteren Bereich ist das Gestein locker, weitere sind durch Bewuchs verdeckt.

Als erste Maßnahme beabsichtigt das Amt für Infrastruktur eine Sicherung des Ist-Zustandes mittels Spritzbeton, bevor eine Sanierung geplant, die Kosten kalkuliert und die Arbeiten ausgeschrieben werden können. Als Anlieger mit Gehweg und Landesstraße sind in diesem Abschnitt die Stadt und der Landesbetrieb Straßenbau kostenpflichtig für eine Sanierung oder eher den Neubau der Bachufermauer. Im weiteren Verlauf der Vicht in Richtung Nikolausstraße sitzt die Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS) als Betreiber der Euregiobahn-Strecke mit im Finanzierungsboot.

Pikanterweise hätte dieser städtische Abschnitt bis zum Bahnübergang allerdings längst erneuert werden sollen. Im August 2013 wurden die Arbeiten in Sichtweite des Etappenziels gestoppt: Die Finanzmittel waren zu Ende.

Die Geschichte der Sanierung der Vichtbachmauer gleicht einer unendlichen Geschichte, die eigentlich bereits 2007 mit der Ertüchtigung des Zinkhütter Hofs im Rahmen der Euregionale begann. In Partnerschaft mit der damaligen Landesentwicklungsgesellschaft Arbeitsmarkt- und Strukturförderungs GmbH (LEGAS) wurde der Neubau einer Präsentationshalle als Qualifizierungsmaßnahme für schwer vermittelbare Arbeitslose genutzt.

Ein Jahr später folgte nach anfänglichen politischen Querelen die Sanierung der Mauer des Friedhofs Bergstraße entlang des Halsbrechs als Anschlussprojekt. Und im Sommer 2009 begannen die Arbeiten am ersten Abschnitt der Ufermauer des Vichtbaches – zunächst entlang der Eisenbahnstraße zwischen der Heinrich-Heimes-Brücke und der Europastraße.

Dabei hat sich diese Partnerschaft als Win-Win-Situation für beide Seiten erwiesen. Aufgrund der früheren Förderung durch das Land bzw. die Agentur für Arbeit entstanden der Stadt geringere Kosten als bei einer Vergabe an die freie Wirtschaft. Auf der anderen Seite wurden Menschen auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt und fielen aus dem Leistungsbezug.

Die LEG As firmierte im Rahmen der Privatisierung zur „NRW.Projektarbeit“ um und durfte als landeseigenes Unternehmen auf diesem Feld nicht mehr als Träger auftreten. Als im Sommer 2011 die Sanierung der Ufermauer an der Hermannstraße beginnt und dann weiter entlang der Eisenbahnstraße in Richtung Norden vorangetrieben wird, ist die Lowtec als Betreuer der Teilnehmer mit im Boot. Doch als der letzte Abschnitt vor der Bushaltestelle in Sicht kommt, ist das Budget aufgebraucht.

Die Sanierungsarbeiten gestalteten sich wesentlich aufwendiger als zuerst angenommen. Weder Stadt noch Landesbetrieb schoben aufgrund ihrer klammen Finanzlage weitere Mittel nach; und auch eine derartige Qualifizierungsmaßnahme ließ sich nicht mehr im Förderkatalog der Agentur für Arbeit unterbringen. 40 Meter vor dem Ziel war Feierabend.

Allerdings nur für die Arbeiter. Das Erfordernis einer Sanierung der Ufermauer blieb nicht nur bestehen, sondern wurde dringlicher. Vor allem, wenn bei Hochwasser die Vicht von einem Rinnsal zu einem reißenden Bach anschwillt, wächst die Gefahr eines Einsturzes gravierend an. Zumindest werden die Schäden im Mauerwerk vergrößert.

Zudem ist ebenso noch eine Sanierung der Bachufermauer entlang des Mohlenbends durch die Stadt erforderlich. Im weiteren Verlauf sind vor allem private Grundeigentümer – neben der EVS vor allem Saint-Gobain – verantwortlich für die Sicherheit und Standfestigkeit der Ufermauer.

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