Stolberg - Über Rosen, Duftendes und Süßes: Valentinstag in Stolberg

Über Rosen, Duftendes und Süßes: Valentinstag in Stolberg

Von: Leona Otte
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Der Valentinstag ist ein besonderes Datum im Leben von Sandra Majewski und José Manuel Cabello Hernandez: Am Dienstag gibt sich das Paar im Stolberger Standesamt das Ja-Wort. Foto: L. Otte/S.Reuters
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Bestens gewappnet sind die Mitglieder der Schülervertretung des Ritzefeld-Gymnasiums. Bei ihnen konnten die Mitschüler Rosen vorbestellen. Foto: L. Otte/S.Reuters

Stolberg. Herzchen, Törtchen und Rosen: Unsere Zeitung hat sich in Stolberg umgeschaut und sich auf die Suche gemacht, nach vielen kleinen Geschichten rund um den Valentinstag.

Es ist noch recht früh am Morgen. Blumenhändler Heinz Hartmann steht nun mit seinem Team im kleinen Laden an der Ritzefeldstraße bereit, um mit frischen Schnittblumen die ersten Kunden zu empfangen. Bereits am Montag haben sie sich an die Arbeit gemacht und die ersten Vorbereitungen getroffen: „Besonders ist heute, dass es ein sehr umsatzstarker Tag ist, da sehr viele Leute kommen werden, um bei uns ihre Blumen zu kaufen“, sagt der Ladeninhaber. Doch was bedeutet das eigentlich im Detail?

Hartmann wird bis Ladenschluss das Vier- bis Fünffache seines normalen Tageseinkommens eingenommen haben. Das Angebot in dem Laden ist groß. In diesem Jahr geht der Trend ein bisschen weg vom Rot, in Richtung Rot-Rosa-Pink Töne, aber auch Pastelltöne und Frühlingsfarben sind gefragt: „Die Leute tun gut daran, wenn sie sich nicht auf Rot versteifen, weil das Rot, aufgrund von Angebot und Nachfrage um ein Vielfaches teurer angeboten werden muss, als Blumen anderer Farben“, betont Hartmann offen. Und fügt dem mit einem Augenzwinkern hinzu: „Eine rosa Rose kann genauso von Herzen kommen wie eine rote.“

Nur ein paar hundert Meter weiter die Straße hoch, am Ritzefeld-Gymnasium, klopfen die Schüler der Schülervertretung derweil an die Türen von etwa 27 Klassenzimmern. Hier wurden die Blumen schon längst gekauft. Der 17-jährige Schülersprecher, Leon Grot, erzählt, dass es schon lange Tradition an der Schule sei, an Valentinstag rote Rosen zu verteilen: „Wir empfinden es als schöne Sache, wenn man sich an dem Tag eine Freude machen kann. Das zeichnet den Valentinstag ja auch aus.“ Alle Schüler hatten im Vorfeld die Möglichkeit, eine Rose zu erwerben, sich anonym oder mit Namen registrieren zu lassen und den Hinweis zu geben, an welche Herzensdame oder welchen -herren das Blümchen gehen soll.

Amor-Boten in der Schule

Jetzt schreiten die Amor-Boten durch die Klassen und sorgen mit ihrem romantischen Auftrag für Gekicher und neugierige Blicke. Die Reaktionen sind dabei immer ganz unterschiedlich: „Wenn das unter Freundinnen passiert, dann freuen die sich natürlich sehr. Wenn es aber tatsächlich eine heimliche Verehrung ist, dann steigt der einen oder dem anderen schon mal die Röte ins Gesicht“, beschreibt Leon Grot mit Blick auf vergangene Jahre. Doch nicht nur Blumen werden in der Kupferstadt verschenkt. Die Parfümerie Becker legt den Kunden am Valentinstag sogar ganze Herzen zu Füßen, indem sie den Fußboden mit den Symbolen des Tages beklebt. Auch hier gibt es spezielle Angebote für sie oder ihn, die gewiss vielen Paaren den Tag versüßen werden.

Wer es süß mag, ist im Café „Sahneschnitte“ bei Laura Offergeld genau richtig. Die sympathische Inhaberin legt Wert darauf, ihre Kunden am Valentinstag zu verwöhnen. Sie dekoriert selbst. Es gibt Frühstück für Zwei oder speziell gebackene Erdbeerküchlein in Herzform mit Mandelsplittern umrandet, die von der Bäckerei Zillmann geliefert werden.

Vor allem ein Pärchen zelebriert den Valentinstag in besonderer Form. Sandra Majewski und José Manuel Cabello Hernandez geben sich zu Mittag im Standesamt Stolberg das Jawort. Vor neun Jahren sind sie am besagten Tag ein Paar geworden. Vergangenes Jahr machte José seiner Sandra dann bei einem Abendessen den Antrag – ebenfalls am Valentinstag: „Im Restaurant haben wir noch darüber gesprochen und er fragte mich, was denn wäre, wenn ich dir jetzt einen Antrag machen würde? Dann ging er mit einem Ring auf die Knie und fragte mich, ob ich seine Frau werden wolle“, erinnert sich die junge Frau. Nun sind alle guten Dinge drei. „Wir haben uns schon ein komplettes Leben aufgebaut. Wir sind ein Team, eine Einheit. Ich liebe mein Goldstück sehr und freue mich auf unser gemeinsames Leben“, betont Sandra Majewski mit funkelnden Augen.

Gegen Abend wird es auch für andere Paare aus der Kupferstadt hoch romantisch. Das Helene-Weber-Haus bietet ein Candle-Light-Dinner an, bei dem sechs Paare unter dem Motto „Liebe geht durch den Magen“ gemeinsam kochen. Das Viergangmenü bleibt an dieser Stelle noch geheim. Fest steht aber, dass es bei Kerzenschein und Rosenblüten traumhaft werden dürfte. „Es gibt so viele kommerzielle Angebote. Wir versuchen dem etwas entgegenzusteuern, in dem wir ein Event anbieten, wo die Leute gemeinsam mit Genuss etwas erleben und gestalten können“, äußert Lilia Shkolnikova, zuständig im Fachbereich Gesundheit und Ernährung des Helene-Weber-Hauses, zum Schluss unserer Suche.

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