Stolberg - U3-Ausbau: Stolberg wird auf Zielgeraden ausgebremst

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U3-Ausbau: Stolberg wird auf Zielgeraden ausgebremst

Von: Michael Grobusch
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Nicht nur an der Josefstraße, wo die Arbeiterwohlfahrt eine neue Kindertagesstätte mit drei Gruppen baut, kann der Zeitplan nicht eingehalten werden. Vier weitere Einrichtungen werden, anders als geplant, zusätzliche U3-Plätze nicht mehr in diesem Jahr anbieten können. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Das „Traumland“ wird die Arbeiterwohlfahrt Aachen-Land in diesem Jahr in Stolberg nicht mehr erreichen. Zwar ist die Suche nach einem Namen bereits beendet, auf die Arbeiten zum Bau der neuen Kita auf dem Donnerberg trifft das allerdings nicht zu. Im Gegenteil.

Voraussichtlich erst Anfang Januar und damit mittlerweile ein halbes Jahr später als ursprünglich vorgesehen kann die dreigruppige Einrichtung an der Josefstraße ihre Türen öffnen. Das bestätigt Michael Mommer im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Viele Kleinigkeiten“, so berichtet der Geschäftsführer, seien verantwortlich für die Verschiebungen im Zeitplan. Der verspätete Baubeginn durch die kalte Witterung Anfang des Jahres gehöre dazu, ebenso wie der im Herbst wiederholt zu beklagende Kabelklau auf der Baustelle. „Dadurch haben wir mindestens eine Woche verloren, weil die Wärmepumpe ausgefallen ist“, sagt der Kreisverbandsvorsitzende Hans-Peter Göbbels. Es sind aber nicht nur äußere Einflüsse, die eine Rolle spielen. „Unsere Planungen waren wohl zu ambitioniert“, räumt Michael Mommer ein.

„Alle Kinder untergebracht“

Das sei zwar unbefriedigend, aber keinesfalls dramatisch. „Denn alle Kinder, für die ein akuter Betreuungsbedarf besteht, sind vorübergehend an anderer Stelle untergebracht worden.“ Bereits seit 1. August – dem anfänglich angestrebten Eröffnungstermin und Beginn des neuen Kindergarten-Jahres – gibt es in der städtischen Kita Höhenstraße eine „Notgruppe“ mit zehn Mädchen und Jungen. Anfang November wurde – „dank der unkomplizierten Hilfe der Kirchengemeinde“ (Mommer) – eine weitere Gruppe in den Räumen der Pfarre St. Lucia in der Altstadt eingerichtet, mit zunächst sechs und ab dem 1. Dezember acht Kindern. Deshalb sind derzeit schon sechs der elf pädagogischen Kräfte der neuen Kita im Einsatz.

„Wir fragen regelmäßig den Bedarf bei den Eltern ab, die ihre Kinder schon bei uns angemeldet haben“, betont Leiterin Vanessa Neumann. 49 der insgesamt 50 Plätze in den drei Gruppen sind vergeben, darunter alle 22 U3-Plätze. „In diesem Bereich war die Nachfrage größer als das Angebot“, beantwortete Neumann nicht alle Anfragen positiv. Ein Mangel für das gesamte Stadtgebiet lässt sich daraus jedoch nicht ableiten, erklärt Willi Seyffarth. „Alle unter Dreijährigen, für die in Stolberg ein Bedarf bestand, haben auch einen Platz gefunden“, so der Fachbereichsleiter. Durch ein zwischenzeitliches Aufstocken bei der Tagespflege von 98 auf 129 Plätze konnten drohende Engpässe vermieden werden. Denn die letzte Ausbaustufe im U3-Bereich wird die Stadt nicht wie erhofft bis zum Jahresende abschließen können. Die Gründe dafür liegen nicht in Stolberg, sondern in erster Linie beim Bund.

Nach wie vor wartet das Jugendamt vergeblich auf die Bezuschussung mehrerer Baumaßnahmen. 180.000 Euro als zweite Tranche sind das alleine für die städtische Tagesstätte am Rektor-Soldierer-Weg in Mausbach, wo 22 zusätzliche Plätze für unter Dreijährige entstehen sollen. „Die Mittel sind aber reserviert und werden bald ausgezahlt“, ist Willi Seyffarth optimistisch, bis Ende des Jahres alle Aufträge vergeben zu können.

Pfarrgemeinde will investieren

Weniger rosig sieht es auf der Liester aus, wo die Kindertagesstätte der Stadt zehn weitere U3-Plätze erhalten soll. 180.000 Euro müsste der Bund hierzu beisteuern. Gar um 396.000 Euro Fördermittel geht es im katholischen Kindergarten St. Sebastianus. Auch in Atsch sollen zukünftig 22 Kleinkinder mehr untergebracht werden, wofür die Pfarrgemeinde St. Lucia ihrerseits rund 300.000 Euro investieren würde. Sechs Plätze schließlich stehen in der städtischen Kita Mozartstraße auf dem Plan – und 108.000 Euro Zuschüsse.

„Da noch nicht alle Bundesmittel abgerufen worden sind, ist das Förderprogramm bis 2014 verlängert worden“, berichtet Seyffarth weiter. Der Fachbereichsleiter ist guter Dinge, dass die Kupferstadt von den „Restbeständen“ profitieren wird. Nicht zuletzt, weil Stolberg vielen anderen Kommunen voraus sei: „Unsere Anträge sind alle fertig und somit zuteilungsreif.“

Dennoch können die letzten Ausbaumaßnahmen selbst im besten Fall wohl erst im Laufe des Jahres 2015 abgeschlossen werden. Bis dahin sollen die fehlenden Plätze weiterhin durch das Angebot der Tagespflege abgedeckt werden. Und sollte dies nicht reichen, sieht der Fachbereichsleiter eine weitere Alternative: „Zur Not haben wir auch noch die Möglichkeit, in einzelnen Einrichtungen und Gruppen mit Überbelegungen zu arbeiten.“

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