Turnhalle Obersteinfeld: Wann Flüchtlinge kommen, ist ungewiss

Von: Jürgen Lange
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Becken raus, Waschmaschinen rein: Handwerker bereiten die Sporteinrichtungen am Berufskolleg auf die Aufnahme von 150 Flüchtlingen vor. Foto: J. Lange / O. Hansen
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Der Boden der Sporteinrichtungen am Berufskolleg ist bereits abgedeckt. Foto: J. Lange / O. Hansen

Stolberg. Das größte Problem ist, dass vor Ort niemand so recht weiß, wie viele Flüchtlinge wann eintreffen. Die Bezirksregierung teilt kurzfristig mit, ab wann welche Zahl von Flüchtlingen unterzubringen ist. Das stellt die kommunal Verantwortlichen dann vor die Herausforderung, dieser Verfügung pünktlich Folge zu leisten.

„Wann wie viele Flüchtlinge wirklich eintreffen, erfahren wir in der Regel nur, wenn das Busunternehmen unterwegs ist“, berichtet Robert Walz von den bisherigen Erfahrungen der Kupferstadt.

Ähnlich vorhersehbar ist auch die aktuelle Lage. Von den 150 Flüchtlingen, die die Städteregion am Freitag in Monschau unterbringen können sollte, war bis Freitagnachmittag noch keiner angekommen. Da prognostizierte man die Abendstunden für das Eintreffen der ersten Menschen. Ist die Aufnahmekapazität in Monschau ausgeschöpft, wird die Städteregion die nächsten 150 Flüchtlinge in Alsdorf und Würselen unterbringen. Dann ist Stolberg an der Reihe.

Hier liefen am Freitag die Vorbereitungen für die Aufnahme auf Hochtouren. Nachdem bereits am Vortag die Böden in der Dreifachhalle und im Ballettsaal abgeklebt worden waren, sind nun Handwerker mit Umbauarbeiten beschäftigt. So werden Waschbecken verwandelt in Stellplätze für Waschmaschinen und Wäschetrockner, Toilettenwagen werden angekarrt, die Halle mit Betten voll gestellt und eine Aufnahmestelle für die ärztliche Erstuntersuchung eingerichtet.

Zur Sicherstellung der Stromversorgung lässt das Amt für Immobilienmanagement der Städteregion zudem Generatoren aufstellen, und eine zusätzliche Außenbeleuchtung sorgt für Sicherheit, ebenso wie Reinigungsleistungen und ein Wachdienst organisiert werden. Vom heutigen Samstag an hat die Notaufnahmestelle im Berufskolleg aufnahmebereit zu sein. Wann die ersten Flüchtlinge tatsächlich eintreffen werden, das kann Freitag noch niemand wirklich prognostizieren.

Informiert worden sind die Vereine, die die Sporthalle des Berufskollegs für Trainings- und Spielbetrieb bis dato genutzt haben. Sie werden sich auf eine längere Dispens einstellen müssen. In erster Linie sind das die Stolberger TG mit ihren Angeboten an Volleyball, Pilates, Tanzen, Herzsport, der Stolberger TV mit Aerobic und Badminton sowie Angebote des Bethlehem-Gesundheitszentrums. „Noch sind wir auf der Suche nach Alternativen in unseren Hallen“, zeigt sich der städtische Pressesprecher Robert Walz zuversichtlich, fündig zu werden.

„Die Flüchtlingshilfe geht vor dem Sport“, sagt Karl-Heinz Stolz als Sprecher der Stolberger TG, setzt aber auch darauf, dass passende Alternativen gefunden werden müssen. „Wir müssen halt zusammenrücken“, sagt auch Ekkehard Meurers vom SSV Handball, „dessen“ Halle am Glashütter Weiher noch nicht betroffen ist.

Aber beide Vereinssprecher merken an, dass für den Spielbetrieb Lösungen gefunden werden sollten, um das Angebot aufrecht erhalten zu können. „Dabei sind unsere Verbände gefordert“. Denn nicht nur in der Kupferstadt, sondern auch anderenorts werden Sporthallen zunehmend für die Unterbringung von Flüchtlingen belegt.

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