Trocha will ein Netzwerk schaffen für den Klimaschutz

Von: Doris Kinkel-Schlachter
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Bisher hat er Kommunen zum Klimaschutz beraten, nun ist er der erste Klimaschutzmanager der Kupferstadt: Georg Trocha ist Diplom-Geograph mit Schwerpunkt Stadt- und Regionalentwicklung. Foto: Kinkel-Schlachter

Stolberg. Einen Stolberger Energiedialog im Herbst, eine Internetseite, die regelmäßig über Aktivitäten der Stadt sowie der Städteregion informiert und Beratungsangebote für Bürger und Wirtschaft vorhält, und städtische Mitarbeiter, die demnächst mit dem Pedelec zur Arbeit radeln, zumindest probeweise: Das sind die nächsten konkreten Schritte, die Stolberg für den Klimaschutz machen wird.

Damit das und noch vieles mehr klappt, ist jetzt ein Klimaschutzmanager eingestellt worden. Georg Trocha heißt der Mann, der aus Düren kommt und 40 Jahre alt ist. Der Diplom-Geograph mit Schwerpunkt Stadt- und Regionalentwicklung war neun Jahre lang bundesweit als Projektleiter einer Ingenieurfirma tätig und hat in dieser Zeit Kommunen zum Klimaschutz und zur Stadtentwicklung beraten. Seit dem 1. Juli ist Georg Trocha Ansprechpartner in allen Belangen rund um den Klimaschutz. Seine zunächst auf drei Jahre befristete Stelle wird durch das Bundesumweltministerium gefördert. Mit rund 150 000 Euro beteiligt sich der Bund zu 85 Prozent an den Personalkosten, erklärt der Technische Dezernent der Stadt, Tobias Röhm. Der städtische Eigenanteil von 15 Prozent ist im Haushalt verankert.

Erste Arbeitsgrundlagen für den neuen Klimaschutzbeauftragten sind das bestehende Klimaschutzkonzept der Stadt und das Klimaschutzteilkonzept Erneuerbare Energien für die Städteregion. Um den Klimaschutzplan der Kupferstadt fortzuschreiben, bedarf es laut Trocha noch einiger energierelevanter Dinge, die bislang nicht erfasst worden seien. Darüber hinaus will er eine Datengrundlage schaffen, die fortschreibbar ist. Neben der Verwaltungsarbeit „möchte ich ein Netzwerk schaffen, um Klimaschutzprojekte gemeinsam mit Verwaltung, Politik, Bürgern und Wirtschaft zu diskutieren, auszuarbeiten und umzusetzen“, sagt Georg Trocha.

Reduzierung des Energieverbrauchs, Steigerung der Energieeffizienz, zum Beispiel mit der energetischen Sanierung städtischer Gebäude – bereits geschehen beim Umbau des Ritzefeld-Gymnasiums – und der Ausbau erneuerbarer Energien stehen ebenso im Hausaufgabenheft des Klimaschutzmanagers wie die Mitarbeit bei laufenden klima- und energierelevanten städtischen Projekten, zum Beispiel das Entwicklungskonzept Tal­achse, bei dem er mit Quartiersmanager Andreas Elsbroek zusammenkommt. Natürlich schaue die Stadt auch über den Tellerrand und kooperiere mit der Verbraucherzentrale NRW sowie dem Infoservice energiesparendes Sanieren „altbau plus“ und arbeite in Projekten der Städteregion mit, „zum Beispiel bei ‚Render‘, dem regionalen Dialog Energiewende“, erläutert Tobias Röhm.

Mit der Schaffung der neuen Stelle können nun auch in die Stadtplanung Aspekte des Klimaschutzes und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel integriert werden. „Ich verweise auf das geplante Neubaugebiet auf dem Donnerberg, da haben wir auch die Beratung durch Herrn Trocha“, gibt Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt ein weiteres Beispiel für den Einsatzbereich des Klimaschutzmanagers.

Es soll ein Mobilitätskonzept zur Stärkung des Fuß- und Radverkehrs sowie des ÖPNV und Ausbau der Elektromobilität auf die Beine gestellt werden. Testweise werden für eine Woche fünf Pedelecs für die städtischen Mitarbeiter eingesetzt. „Es sind viele kleine Schritte notwendig, damit Stolberg im Klimaschutz eine Vorbildfunktion übernehmen kann“, weiß Trocha und die vielen kleinen Baustellen. Der neue Klimaschutzmanager weiß aber auch, dass es „Klimaschutz nicht zum Nulltarif gibt“. Gut, dass der 40-Jährige ein Experte in Sachen Fördermittelberatung und -akquise ist, so kann er dann auch Fördermittel für die Kupferstadt auswählen und beantragen.

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