Trigema-Chef stellt Unternehmensphilosophie vor

Von: oha
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Bürgermeister Rudi Bertram, Andreas Ihrig (EWV), Betriebsrat Karl-Josef Emonds, Axel Kahl (EWV), Wolfgang Grupp, Manfred Schröder (EWV) und Chefredakteur Bernd Mathieu (von links) sorgten für einen kurzweiligen Abend. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Einen Mann mit Ecken und Kanten präsentierte die Energie- und Wasserversorgung GmbH (EWV) am Donnerstagabend bei ihrem 9. Unternehmerforum in Stolberg: Wolfgang Grupp hat es geschafft, sein Textil-Unternehmen Trigema in 45 Jahren ohne Kurzarbeit und mit einer Arbeitsplatzgarantie zu führen.

Dass das nur mit originellen Ideen und manchmal auch unpopulären Entscheidungen möglich ist, machte Grupp mit seinem ambitionierten Vortrag im EWV-Zentrum am Willy-Brandt-Platz deutlich.

Wolfgang Grupp ist noch ein Unternehmer der alten Schule. „Wenn der Laden gut läuft, ist das mein Verdienst. Wenn er nicht läuft, bin ich aber ebenfalls allein dafür verantwortlich.“ Viele Unternehmerkollegen und Politiker seien von der Gier nach immer mehr Profit getrieben. Wenn es dann schief laufe, wiesen sie jedoch die Verantwortung dafür weit von sich. „Wir müssen zurück zu den Prinzipien des ehrbaren Kaufmanns“, betonte der Trigema-Chef unter dem Beifall seiner Zuhörer.

Ein Sonderfall

Trigema ist allerdings auch ein Sonderfall in der Unternehmenslandschaft. Alle leitenden Angestellten sind ehemalige Lehrlinge. Die Kinder der Beschäftigten haben automatisch einen Anspruch auf einen Ausbildungsplatz im Unternehmen. Kräfte von außerhalb kommen nur in Notfällen am Firmen-Standort in Burladingen zum Einsatz. Grupp: „Wir machen möglichst alles selbst.“ Und beim Chef laufen alle Fäden zusammen. Wolfgang Grupp hat kein eigenes Büro, sondern arbeitet mit seinen Verwaltungsangestellten auf einer Ebene zusammen. Nur so ließen sich Entscheidungen möglichst rasch treffen.

Grupp verriet den Zuhörern einen wichtigen Leitsatz seiner Firmenphilosophie: „Wer ein großes Problem hat, ist ein Versager. Er hätte das Problem nämlich lösen müssen, als es noch klein war.“ Grupp räumte ein, dass sich auch sein Unternehmen der internationalen Konkurrenz stellen müsse. Aber: „Die Globalisierung ist eine Riesenchance. Ich kann heute nach Moskau, Leipzig oder China liefern.“ Natürlich komme es darauf an, Qualität zu liefern, die in Billiglohnländern nicht zu fertigen sei.

Unter der Moderation von ZVA-Chefredakteur Professor Bernd Mathieu diskutierten anschließend auf dem Podium Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram und Karl-Josef Emonds (Betriebsratsvorsitzender Dalli-Werke/Mäurer und Wirtz) mit Grupp die Trigema-Unternehmensgrundsätze. Die Zuhörer erlebten auf alle Fälle einen informativen wie unterhaltsamen Abend.

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