Trauung in der Kupferstadt eine gute Werbung

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
gillessen_bu
„Der Ehekontrakt” des Schweizer Malers Albert Anker als Ansporn: Roland Gillessen hat zusätzlich zum Steueramt nun die Leitung des Standes- und Bürgeramtes übernommen. Foto: J. Lange

Stolberg. Stolberg sehen und heiraten: Es gibt sie, die Hochzeits-Touristen, die die Kupferstadt auswählen, um den Bund des Lebens zu schließen. Und es werden immer mehr, die Ja-Sagen wollen auf der Burg, im Kupferhof Rosental oder dem Zinkhütter Hof auch zu ungewöhnlichen Tageszeiten.

„Richtiger Mann am richtigen Ort”

„Wir bekommen immer mehr Anfragen aus der ganzen Region, von Rhein und Ruhr”, freut sich Roland Gilessen. „Die Kunden schätzen unser flexibles Angebot und den historischen Rahmen, den die Kupferstadt bieten kann”, unterstreicht der 41-Jährige, der seit einer Woche die Leistung des Standes- und Bürgeramtes zusätzlich zur Leitung des Steueramtes übernommen hat, nachdem Vorgänger Hans Toissant die Altersteilzeit angetreten hat.

„Der richtige Mann am richtigen Platz”, begründet Ferdi Gatzweiler die weitere Straffung der Organisationsstruktur in der Stadtverwaltung. „Wir wollen die Qualitätsstandards weiter verbessern”, kündigt der Bürgermeister an. Und beim Thema Hochzeit leistet das Standesamt schon eine gute Imagewerbung für die Stadt - „ohne dass das zusätzliches Geld kostet”, schmunzelt Gatzweiler, der gut zehn Trauungen jeden Monat selbst vollzieht.

So wird es auch eine Aufgabe von Roland Gillessen sein, den Service für die Bürger weiter auszubauen und ein Team von Traubeamten zu formen, um individuellen Wünschen gerecht zu werden. Eine angenehme Herausforderung für den Beamten, der als Mann für schwierige Fälle gilt.

Nach seiner Zeit im Bauverwaltungsamt bewältigte Gillessen im Ordnungsamt die Neuregelung der Abfallentsorgung, wurde Referent des Bürgermeisters Siebertz und schaffte es als stellvertretender Leiter des Schulverwaltungs- und Sportamtes, die Vereine zu Vereinbarungen über die Nutzung der Sportstätten zu bewegen.

Und als neu berufener Leiter des Steueramtes hatte der verheiratete Vater zweier Kinder die SAP-Probleme auszubügeln und die Unstimmigkeiten bei den Gebührenabrechnungen aufzuarbeiten.

„Saisonarbeit” schmunzelt Gillessen mit Blick auf die unterschiedliche Belastung der beiden Ämter: „Die meisten Heiraten sind im Frühjahr und Sommer, die meisten Steuersachen müssen im Herbst und Winter erledigt werden.”

Und hier sieht er auch erste Synergiemöglichkeiten, die der neue Ämterverbund mit seinen insgesamt rund 20 Beschäftigten leisten kann. Es wäre mittelfristig denkbar, dass die Steuerleute saisonal das Standes- und Bürgeramt unterstützen und umgekehrt. „Voraussetzung ist natürlich, dass die Belegschaft mit Freude mitmacht”, will Gillessen keine Unruhe im Kollegenkreise aufkeimen lassen.

Als verheiratetet Familienvater hat er jedenfalls in seinen ersten Tagen als Standesbeamter schon Freude gefunden, Trauungen zu vollziehen. Und derer gab es im vergangenen Jahr in Stolberg 234. Mit steigender Tendenz: 120 sind in diesen ersten fünf Monaten schon besiegelt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert