Traumnote 1,0: Vorbilder für zukünftige Abiturienten

Von: Ottmar Hansen
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Abiturienten
Malte Hennig, Caroline Emonts und Elena Wolff (von links) haben ihr Abitur mit der Traumnote 1,0 abgelegt. Foto: O. Hansen

Stolberg. Für viele Schülerinnen und Schüler auf den weiterführenden Schulen der Stadt wird es jetzt ernst. Sie bereiten sich auf das Abitur im kommenden Frühjahr vor. Ein Vorbild könnten ihnen da Malte Hennig, Susanne Intrau, Elena Wolff und Caroline Emonts sein. Die vier jungen Stolberger haben in diesem Jahr ihr Abitur mit der Traumnote 1,0 abgelegt. Von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gab es dafür jetzt als Anerkennung eine Urkunde und einen Büchergutschein.

Malte Hennig (18) „baute“ sein Abi am Evangelischen Viktoria-Gymnasium in Aachen, Caroline Emonts (18) besuchte das Inda-Gymnasium Kornelimünster, Susanne Intrau (19) die Liebfrauenschule in Eschweiler und Elena Wolff (18) das Goethe-Gymnasium in Stolberg. Alle beendeten die Schulzeit nach 12 Jahren.

Während Malte Hennig Chemie-Ingenieurwesen in Karlsruhe studieren wird, nimmt Caroline Emonts ein Biologie-Studium an der RWTH Aachen auf. Susanne Intrau besucht in Nordkirchen die Uni der Finanzverwaltung (Finanzdiplomwirtin). Elena Wolff wird an der TH Aachen Betriebswirtschaftslehre studieren, zuvor jedoch einen Auslandsaufenthalt, vermutlich in Namibia einschieben. Derzeit ist sie in Arbeitskreisen an Grundschulen und Altenheimen tätig.

Wie schafft man einen Abschluss mit der Note 1,0? Elena Wolff: „Ich war schon in der Grundschule eine Einserkandidatin. Probleme in der Schule hatte ich eigentlich nie.“ Ähnlich erging es Caroline Emonts: „Ich hatte schon in der Grundschule und auch in der Mittelstufe nie Probleme.“

Auch Malte Hennig hat eigentlich nie viel lernen müssen, und den Unterrichtsstoff bis zum Abi dennoch bestens bewältigt. Einen kleinen „Durchhänger“ habe es vielleicht in der siebten Klasse gegeben. Nur in Englisch, „in meinem Wackelfach“, habe er schon einmal öfter den Stoff aufarbeiten müssen. Hennig: „Da hätte ich in den ersten Klassen sicher mehr gekonnt als ich tatsächlich gemacht habe.“

Immer gut aufgepasst

Auch Susanne Intrau war „durchgängig gut“. Um den Schülern, die derzeit noch für das Abitur büffeln, vielleicht einen Tipp zu geben, sagt Elena Wolff: „Ich habe alle Schuljahre gut aufgepasst. „Vor allem in den letzten beiden Jahren muss man dann dran bleiben. So habe ich vor dem Abi eigentlich nur in den beiden Wochen der Osterferien über den Büchern gebrütet.“ Caroline Emonts: „Man muss sich bewusst machen, dass die beiden letzten Jahre zählen. Und dann muss man es organisiert machen. Man muss heraus finden, wie man selbst am besten lernen kann. Zu welchen Zeiten, ob alleine oder mit anderen zusammen. Damit immer noch genügend Zeit bleibt, um einmal Luft zu holen.“

Elena Wolff warnt davor, „auf Lücke“ zu lernen. Das heißt, sich bei drei möglichen Abiturthemen nur auf eines zu konzentrieren. „Und dann kommt in der Prüfung natürlich eines von den beiden anderen.“ Ähnlich sieht es Malte Henning: „Ich hatte in Englisch die Wahl zwischen Sachtext und Literaturtext. Vorsorglich habe ich mich auf beide Aufgabenfelder vorbereitet.“ Und dann komme es natürlich auf die Lehrer in den letzten Monaten der Schulzeit an.

Alle Einser-Absolventen betonen: „Wir hatten prima Lehrer.“ Wecken Jugendliche, die mal eben so durch ihre Schulzeit marschieren, nicht den Neid ihrer Stufe? „Ich wurde nicht ausgegrenzt von meinen Mitschülern“, winkt Elena Wolff ab. „Das eigene Verhalten ist natürlich entscheidend. Ich habe mich nicht ständig hinter Büchern vergraben, sondern mich auch regelmäßig mit Freunden getroffen.“

So sieht es auch Caroline Emondts: „Ich habe einen gemischten Freundeskreis. Der traf sich nach der Schule. In der Freizeit waren die Schulnoten dann uninteressant.“ Malte Hennig: „Wenn man sich bei den Bekannten einbringt, gibt es auch keine Probleme.“ Elena Wolff bringt es auf den Punkt: „ So wie man mit anderen umgeht, so gehen die dann natürlich auch mit einem selbst um.“

Um mit den steigenden Anforderungen in der Schule klar zu kommen, hilft oft auch der Ausgleich über Sport oder Musik. Caroline Emondts spielt zum Beispiel im Orchester des Musikvereins Hahn die Klarinette: „Das ist einfach mal etwas ganz Anderes.“ Viel Zeit in die Musik investiert auch Malte Hennig. In wenigen Tagen macht der 18-Jährige sein C-Examen als Kirchenmusiker. Orgel, Klavier und Chorleitung sind hier die Fächer. Elena Wolff kann am besten beim Sport abspannen. Bei Tennis (beim TC Brandt), Zumba oder Jogging. Susanne Intrau geht oft mit ihrem Sheltie spazieren. Außerdem tanzt sie im Eschweiler Tanzzentrum. Sie jobbt in einer Bäckerei und gibt Nachhilfe.

Die jeweiligen Schulen haben die guten Abi-Ergebnisse des Stolberger Quartetts prompt an die Staatskanzlei in Düsseldorf zu Frau Kraft gemeldet. Die Schulen haben aber auch dabei geholfen, dass die vier Einser-Absolventen ein Stipendium der Stiftung des deutschen Volkes erhalten. Damit lässt sich das Studium einfacher finanzieren.

„Jetzt werden die Karten neu gemischt“, weiß Malte Hennig, dass er sich auf seiner tollen Abi-Note nicht ausruhen kann. „Der gute Schnitt erleichtert zwar den Zugang zu bestimmten Berufen, er ist aber nicht allein der Schlüssel zum Erfolg.“

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