Tradition und Moderne finden zusammen

Von: Toni Dörflinger
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Eindrucksvolle Darbietung: Bor
Eindrucksvolle Darbietung: Boris Kozin (Geige), Olga Romanovskaja (Gesang) und Julia Kana (Piano) (v.l.) brillierten in der Finkenbergkirche mit altrussischen Liedern und Jazzmelodien. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Singend betritt die aus St. Petersburg stammende Olga Romanovskaja die Finkenbergkirche. Sie hat ein russisch-orthodoxes Kirchenlied angestimmt, das von Mystik und Klangfülle gekennzeichnet ist. Ihre ausgezeichnete Stimme betont die prachtvolle Akustik des 1725 errichteten evangelischen Gotteshauses auf dem Finkenberg.

Diese Szene prägte den Beginn eines einstündigen Konzertes, das - von Kantor Gunther Antensteiner organisiert - vom „Newa-Ensemble” gestaltet wurde. Deren vier Akteure stammen aus den russischen Metropolen Moskau und St. Petersburg.

Im Mittelpunkt des Konzertes, das das Motto „Zwei Hauptstädte” trug, standen alt-russische Kirchengesänge und moderne Jazzmelodien. So wurde der erste Teil von gefühlvoller sakraler Musik geprägt, die von Olga Romanovskaja und Boris Kozin gesanglich brillant dargeboten und von Julia Kana am Piano begleitet wurde.

Um den aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammenden sakralen Melodien noch mehr Gehalt und Tiefe zu geben, griff Kozin bei einigen Stücken zur Geige. Abgerundet wurden die Kirchengesänge durch die Darbietung von russischen Romanzen und Tanzstücken aus Georgien, bei denen die Erlebnisse der Jugendzeit und das Thema unglückliche Liebe eine Rolle spielten.

Der erste Teil schloss mit dem „Ave Maria” von Franz Schubert. Der zweite Teil der beeindruckenden Darbietung wurde überwiegend von dem jungen, aus Moskau stammenden Musiker Nikita Kana gestaltet, der bei den Jazz-Stücken wirkungsvoll und überaus virtuos sowohl sein Alt- wie auch sein Sopransaxophon zur Geltung brachte.

Begleitet wurde Kana dabei am Piano von seiner Ehefrau. Für zusätzliche Akzente sorgte Ensembleleiterin Romanovskaja, die die vom Ehepaar Kana intonierten Jazz-Werke mit ihrer gehaltvollen und äußerst einprägsamen Stimme anreicherte.

Schade nur, dass die auf einem hohen Niveau stehende Darbietung, die mit einem „Halleluja” auf die von Olga Romanovskaja als großartig bezeichnete Akustik des alten Gotteshauses abschloss, nur von einem 15-köpfigem Publikum besucht wurde.

Lag dies an der von einer Besucherin als unzureichend empfundenen Werbung, der sommerlich-heißen Witterung oder vielleicht an der Ferienzeit? Vermutlich haben mehrere Komponenten zu der mangelhaften Resonanz geführt. Schade war das allemal, hätten die Protagonisten doch zweifellos ein größeres Interesse verdient gehabt.
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