Stolberg - Tourismus-Auszeichnung: Zwei Eifel-Awards gehen nach Stolberg

Tourismus-Auszeichnung: Zwei Eifel-Awards gehen nach Stolberg

Von: Anne Schröder
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Freuen sich über die besondere Auszeichnung: Eva Carlitz (links) und Melanie Bungenberg (beide vom „Hotel zum Walde“) sowie der stellvertretende Stolberger Bürgermeister Peter Jussen. Foto: Toni Christen
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Ebenfalls ausgezeichnet: Lutz Scheffler und Ehefrau Stefanie Schulz. Foto: Anne Schröder

Stolberg. Es ist das erste Mal, dass gleich eine ganze Branche geehrt wird. Beim diesjährigen Eifel-Award, vergeben von der Zukunftsperspektive Eifel, wurden 70 familiengeführte Tourismus-Unternehmen wie Hotels, Restaurants und Freizeiteinrichtungen ausgezeichnet, die sich von der Städteregion, Euskirchen und Düren über Ostbelgien bis nach Rheinland-Pfalz verteilen. Zwei Preise davon gehen nach Stolberg.

Das Gästehaus „Vanille & Chocolat“ und das „Hotel zum Walde“ freuen sich über die Auszeichnung.

„Unsere Gäste kommen hauptsächlich wegen der Eifel, um diese zu erleben. Deswegen passt der Preis auch sehr gut zu uns“, freut sich Melanie Bungenberg, die das „Hotel zum Walde“ zusammen mit ihrer Schwester leitet. Übernommen haben sie es von ihrem Vater, Toni Christen, der vor 42 Jahren mit 15 Betten den Grundstein gelegt hat. Das dazugehörige Restaurant ist bereits seit 1900 – über die Vorfahren seiner Frau Rosemarie – im Besitz der Familie.

Ein familiengeführtes Unternehmen zu betreiben, ist eine besondere Herausforderung. „Der Preis ist auch eine Anerkennung für unsere jahrelange Arbeit“, erklärt Toni Christen. Neben dem sehr hohen Einsatz ist vor allem die persönliche Bindung ein wichtiger Faktor für den Erfolg, aber diese Bindung zieht gleichzeitig auch eine hohe Verantwortung mit sich, weiß Bungenberg: „Ich für mich kann sagen, dass man sich mehr für seine Mitarbeiter und die Region verantwortlich fühlt. Man sieht eine soziale Verantwortung.“

Ein Familienunternehmen ist auch immer eine Herzensangelegenheit. „Man geht durch schöne Zeiten, man geht durch turbulente Zeiten. Vielleicht sind es gerade die turbulenten Zeiten, die die Emotionen freigeben“, erklärt Rosemarie Christen. Ein solches Unternehmen ist nie ein Selbstläufer, sind sich alle einig. „Man muss viel arbeiten, sich viele Gedanken machen, Innovationsbereitschaft zeigen und den Gästen Gründe geben, weshalb sie kommen sollen“, weiß Bungenberg.

Eine aktuelle Herausforderung liege darin, neue Auszubildende zu finden, die dann auch nach der Ausbildung im Familienbetrieb bleiben. Ein Vorteil sei, dass sich Vorgesetzte und Beschäftigte besser kennen und gezielter auf die Bedürfnisse eingehen können. „Wir haben beispielsweise zwei Auszubildende übernommen, die jetzt Kinder haben, und beide wissen auch zu schätzen, wie viel Flexibilität sie von uns bekommen“, erklärt Bungenberg. Das Verständnis für Kinderbetreuung und Privates sei gerade in Familienbetrieben höher.

Branche hat Zukunft

Der Eifel-Award ist auch eine Auszeichnung dafür und zeigt, „dass die Branche eine Zukunft hat und die Eifel für die Gäste ein hochattraktives Ziel ist“, so Heinz-Peter Thiel, Präsident der Zukunftsinitiative Eifel. Der Preis sei außerdem eine Anerkennung vor allem für die Risikobereitschaft, das unternehmerische Geschick, aber auch den Mut, ein familiengeführtes Unternehmen zu betreiben und somit für Wohlstand in der Region zu sorgen.

So sehen es auch die zweiten Preisträger vom Gästehaus „Vanille & Chocolat“. „Der Preis ist ein schöner Ansporn und vielleicht macht er auch anderen Mut“, erklärt Lutz Scheffler, der mit seiner Frau, Stefanie Schulz, für das Gästehaus verantwortlich ist.

Den Preis sehen sie als Motivation, nicht nur für sich selbst. „Stolberg verträgt viel mehr Touristik und begleitende Angebote“, findet Scheffler und appelliert an andere, den Mut zu fassen, dort auch leerstehende Immobilien für ein Café oder andere Tourismusmagneten zu nutzen. Nach dem Kauf des Hauses in der Altstadt war für beide aber zunächst unklar, was genau damit geschehen sollte.

Das Ehepaar ist quasi als Quereinsteiger zum kleinen Tourismus-Unternehmen gekommen: „Der Hauptgrund war, dass wir uns in die Ecke und in dieses Haus verliebt haben, es aber nicht aus der Hand geben wollten. Wenn man einen festen Mieter hat, darf man ja nicht rein“, erklärt Schulz, die den Großteil der Gästebetreuung übernimmt.

Aus aller Welt

Als sie gesehen haben, dass in der Nachbarschaft oft internationale Gäste gastieren, haben sie es gewagt. Seit einem Jahr haben sie Besucher aus aller Welt in ihrem denkmalgeschützten Häuschen zu Gast, in dem vier Personen (plus Kinderbett) wohnen können. „Für uns lebt das Haus. Es ist nicht einfach nur eine Immobilie oder ein freier Raum. Es ist unser Liebchen und wartet auf Gäste“, schwärmt Scheffler.

Von Aachen sind die beiden vor gut zweieinhalb Jahren nach Stolberg gezogen und haben sich direkt wohlgefühlt. Auch die Stolberger seien froh, dass sie das Haus gekauft haben. Viele ihrer Produkte im Gastbereich sowie die Blumen hierfür beziehen sie von lokalen Unternehmen.

Der Spaß der Gästebetreuung steht bei ihnen im Vordergrund, ihre hauptberufliche Tätigkeit – beide sind Architekten – läuft parallel weiter. „Wenn wir an einem Projekt arbeiten, kann es schon mal drei Jahre dauern, bis es abgeschlossen ist. Hier haben wir sofort das Erfolgserlebnis, wenn die Gäste abfahren und sagen, alles war okay“ , sagt Scheffler.

Die beiden gehen zuversichtlich ins neue Jahr. „Wir ziehen natürlich auch die Leute in die Region. Wir sind hier der optimale Ausgangspunkt für das Hohe Venn und die Eifel“, weiß Scheffler um den besonderen Standort Stolberg.

Die Architekten würden sich freuen, wenn Stolberg sein Potenzial weiter ausbaut und sich selbstbewusst präsentiert. Die beiden Eifel-Awards dürften ein Schritt in diese Richtung sein.

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